Straßensanierung

Fernstraßenausbau: Die A45 hat Priorität, die Route 57 nicht

Ansicht der Talbrücke Rinsdorf an der A45 vom Donnerstag, 23. November 2017.

Foto: Hendrik Schulz

Ansicht der Talbrücke Rinsdorf an der A45 vom Donnerstag, 23. November 2017.

Siegen-Wittgenstein.   Die Landesregierung legt Masterplan für Fernstraßenausbau und -sanierung vor. Schwerlastroute von Kreuztal nach Erndtebrück landet weiter hinten.

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Die A45 steht ganz oben auf der Agenda. „Die Verbindung des östlichen Ruhrgebiets mit dem Rhein-Main-Gebiet muss dringend ertüchtigt werden, um für Südwestfalen wieder eine leistungsfähige Schwerlastroute über die Autobahn zu schaffen“, heißt es im Masterplan zum Fernstraßenausbau der NRW-Landesregierung, der der A45 Priorität der obersten Kategorie einräumt. Die Route 57 zwischen Kreuztal und Wittgenstein landet auf dieser Liste weiter hinten: Auf Rang 7 im Regierungsbezirk Arnsberg.

Der Plan

Verkehrsminister Hendrik Wüst hat den Masterplan zur Umsetzung des Fernstraßenbedarfsplans vorgestellt, der die wesentlichen Projekte im Bundesfernstraßenbau in den kommenden Jahren deutlich macht. Er zeigt auf, wann nach heutigem Erkenntnisstand die Planung einzelner Projekte aufgenommen und der Bau abgeschlossen sein kann. Viele Infrastrukturprojekte seien aktuell in einem so frühen Stadium, dass der Baubeginn nicht sicher vorhergesagt werden kann – erhebliche Verzögerungen, etwa durch Umplanungen aufgrund von Naturschutzbelangen, Einwände oder Klagen im Planfeststellungsverfahren sind also nicht ausgeschlossen.

Der Plan dient als Fahrplan dafür, wie die Landesregierung die vom Bund beauftragten Straßenprojekte – allein für NRW 200 an der Zahl, mit einem Volumen von mehr als 20 Milliarden Euro bis 2030 – abarbeiten wird. „Der Investitionsstau ist so groß, dass nicht alle Maßnahmen gleichzeitig gebaut werden können. Die Straßenbauverwaltung konzentriert sich zunächst auf Projekte zur Engpassbeseitigung“, so Minister Wüst.

Er dient außerdem als Steuerungsinstrument für den Landesbetrieb Straßen NRW, als Grundlage für verbessertes Projektmanagement, weil er das Vorgehen strukturiert. Planungs- und Baukapazitäten könnten effizient eingesetzt werden. Die Landesregierung investiert nach eigenen Angaben in den Ausbau von Planungs- und Genehmigungskapazitäten. Im Haushalt 2018 sollen 50 neue Stellen für Planer bei Straßen NRW geschaffen, Mittel für externe Planungen erhöht und Genehmigungskapazitäten der Bezirksregierungen (13 neue Stellen) ausgebaut werden.

Die Straßen

„Unsere Straßen sind an ihrer Belastungsgrenze, teilweise sogar darüber. Sie können im heutigen Zustand und in ihrer heutigen Dimension nicht noch mehr Verkehr aufnehmen“, so Wüst: Sie seien oft zu eng, zu klein und zu oft marode – Folge fehlender Erhaltungs- und Ausbaumaßnahmen in den vergangenen Jahrzehnten.

Die Prioritäten

Die Priorisierung erfolgt in vier Kategorien, an die das Land bei der Umsetzung gebunden ist.

  • Vordringlicher Bedarf mit Engpassbeseitigung (u. a. A 45)
  • Vordringlicher Bedarf (u. a. Route 57)
  • Weiterer Bedarf mit Planungsrecht
  • Weiterer Bedarf. Weil es so viele Maßnahmen mit hoher Priorität gibt, werden die Projekte der Kategorie „Weiterer Bedarf“ angegangen, sofern ausreichend Planungskapazitäten zur Verfügung stehen – etwa, wenn sie in Zusammenhang mit einer höher priorisierten Maßnahme stehen. Also wohl meist erst nach dem Jahr 2030.

Der vordringliche Bedarf

Die Straßenbauverwaltung konzentriert sich zunächst auf Projekte, bei denen Engpässe im Verkehrsnetz beseitigt werden und für die mit einer starken Entlastung des Straßennetzes gerechnet wird. Maßgeblich sind dabei

  • Aktueller Planungsstand: Projekte, deren Planung weit fortgeschritten ist, haben Vorrang
  • Vermeidung von Bauarbeiten auf parallelen Autobahnen und großen Streckenzügen: Bei der Planung muss berücksichtigt werden, nicht auf parallelen Autobahnen gleichzeitig, große Strecken nur in Abschnitten zu bauen, damit Beruhigungs- und Ausweichstrecken zur Verfügung stehen. Verkehrsflusssoll gewährleistet, Stau weitgehend reduziert werden.
  • Brückenerneuerung: Einzelne Ausbauprojekte hängen von der teils bereits laufenden Erneuerung der Brücken ab.

Die Projekte im Kreis

A 45: Gerade auf Autobahnen müssen lange Strecken ausgebaut werden. Die meisten Autobahn-Sanierungen sind in der obersten Kategorien angesiedelt. Zwischen Haiger/Burbach und dem Kreuz Olpe-Süd sind es allein im Siegerland fünf Einzelmaßnahmen mit unterschiedlichem Planungsstand, die nun allesamt mit Priorität angegangen werden und bis 2032 fertig sein sollen. Eine Rolle spielt dabei auch: Entlang der gesamten A 45 müssen die Brücken erneuert werden, im Siegerland sechs Bauten.


Route 57: Die Strecke Kreuztal– Erndtebrück fällt nicht in die dringlichste Kategorie, im Regierungsbezirk sind nach den zentralen Autobahnachsen unter anderem die Strecken Dortmund–Unna, Werl–Hamm, Hemer-Menden oder Menden–Arnsberg an der Reihe.

Ortsumfahrung Kreuztal (B 508, Querspange): Vordringlicher Bedarf (Planfeststellungsverfahren läuft, Erlass Planfeststellungsbeschluss fürs 1. Halbjahr 2018 erwartet).

Ortsumfahrung Ferndorf und Ortsumfahrung Hilchenbach (B 508) sowie Ortsumfahrung Erndtebrück (B 62): Vordringlicher Bedarf (ohne Planung, Beginn der Umweltverträglichkeits- und Variantenuntersuchung im 1. Halbjahr.

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