Jubiläum

Festwochenende 675 Jahre: Unglinghausen voll bei der Sache

Im Festzelt wird mit viel Musik gefeiert.

Im Festzelt wird mit viel Musik gefeiert.

Foto: Jürgen Schade

Unglinghausen.  Geschichte, Gesang und gute Laune: Die urkundliche Ersterwähnung vor 675 Jahren wird im Festzelt und in den Straßen Unglinghausens gefeiert.

Ein Wochenende lang hat ein ganzes Dorf seine lange Geschichte und sich selbst gefeiert: Vor 675 Jahren wurde Unglinghausen das erste Mal urkundlich erwähnt. Von Freitag bis Sonntag, 28. bis 30. Juni, gab es aus diesem Anlass ein abwechslungsreiches Festprogramm.

Das Museum

Am Freitag öffnete im Unglinghausener Bürgerhaus das „Museum für einen Tag“ unter der Leitung von Ursula Schmeck seine Pforten. Kreisarchivar Thomas Wolf war zu diesem Anlass vor Ort und sichtete rund 250 Exponate. Unter anderem ein altes Holzakkordeon und eine Münze aus dem Jahr 1773.

Die Feierstunde

Am frühen Abend begann dann bei perfekten Wetterbedingungen die Feier im großen Festzelt mit rund 350 gut gelaunten Besuchern. Eingeleitet wurde das Jubiläum durch Musik der Band „Die Uhlenbuschs“, welche aus zehn Musikern verschiedenster Musikrichtungen besteht und extra anlässlich des Jubiläums ins Leben gerufen wurde. In einer kurzen Ansprache begrüßte Ortsbürgermeisterin Elke Bruch die Gäste und berichtete von der bald erscheinenden Dorfchronik, die von Rolf Ebbinghaus und Manfred Oerter vorgestellt wurde.

Die Moderation des Abends übernahm Felix Dornhöfer souverän. Als Ehrengäste waren Bürgermeister Paul Wagner, Kreisheimatpfleger Dieter Tröps und Andreas Müller, Landrat und Vorsitzender des Heimatbundes Siegen-Wittgenstein, vor Ort, die sich einer halbstündigen Fragerunde stellten. Besonders hervorgehoben wurde hier die hohe Meinung zu den Bewohnern Unglinghausens, die als sehr engagiert bezeichnet wurden – unter anderem durch die große ehrenamtliche Beteiligung in und um das Autismuszentrum.

Mit viel Charme und persönlichen Anekdoten beantworteten die Gäste Fragen rund um das Dorf und unter anderem die philosophische Frage, was Heimat bedeutet. Bürgermeister Paul Wagner beantwortete diese Frage damit, dass Heimat sowohl ein Gefühl, als auch ein Ort sein kann. Ein Ort an den man nach Hause kommen kann aber auch jener, an dem man aufgewachsen ist.

Wohingegen Andreas Müller auf die Frage, was seine besondere Beziehung zu Unglinghausen ausmacht, antwortete, dass er nach einem Konzert im Dorf seinen Pullover dort vergessen hatte und diesen dann Jahre später gewaschen und gebügelt zurückerhielt – somit hatte er also über mehrere Jahre einen Pullover in Unglinghausen.

Anschließend erfolgte die Übergabe der Urkunde zum 675. Geburtstag, entgegengenommen von Ortsbürgermeisterin Elke Bruch. Zudem gab Landrat Andreas Müller noch seine Gesangskünste zum Besten, indem er gemeinsam mit „den Uhlenbuschs“ das Lied „Country Roads“ performte. Im weiteren Verlauf folgte ein bunt gemischtes Programm, bestehend aus Kabaretteinlagen, Erzählungen, verschiedenen musikalischen Beiträgen etwa der Band Meteor.

Der Festzug

Nach einem Gottesdienst im Festzelt mit dem CVJM-Posaunenchor gab es gegen Mittag gab es eine Kranzniederlegung an der Gedenkstätte am Friedhof. Nach dem Mittagessen – unter anderem Unglinghäuser Erbsensuppe – fand in den Straßen ein „stehender Festzug“ statt. Die Veranstalter zeigten sich mit dem Fest zufrieden und hoffen auf die nächsten 675 Jahre.

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