Brandschutzplanúng

Feuerwehr erreicht die kleinen Dörfer in Netphen später

 Der Löschzug Netphen bei einer Übung: Verletzte müssen schnell aus Autowracks befreit werden.

 Der Löschzug Netphen bei einer Übung: Verletzte müssen schnell aus Autowracks befreit werden.

Foto: Jürgen Schade

Netphen.   80 Prozent der Einsatzorte in acht Minuten erreichen – das schafft die Feuerwehr Netphen nicht. Das „Schutzziel“ wird um zwei Minuten verlängert.

Um gesteigerte Anforderungen an den Brandschutz einhalten zu können, schraubt die Stadt Netphen am Schutzziel: In den kleineren Ortsteilen muss die erste Sechs-Personen-Staffel in zehn Minuten am Einsatzort sein – zwei Minuten später als bisher, während es in Netphen, Dreis-Tiefenbach und Deuz bei den bisherigen acht Minuten bleibt. In 80 Prozent der Einsätze soll diese neue Vorgabe erfüllt werden. Bisher hatte die Stadt sich mit 75 Prozent für die acht Minuten zufrieden gegeben, erreicht werden von der Feuerwehr 77 Prozent.

Stadtbrandinspektor Sebastian Reh hat am Dienstag dem Hauptausschuss den neuen Brandschutzbedarfsplan vorgestellt. Zunehmend wichtig, so Reh, werde auch die Einübung von Selbsthilfe – nicht nur auf dem Lahnhof, wo die elf Bewohner im Ernstfall länger warten müssen, auch wenn der neue Löschzug Oberes Siegtal in Zukunft über ein Löschfahrzeug mit Allrad-Antrieb verfügen wird. Künftig in jedem Ort wieder vorhandene Sirenen werden auch bei Bränden im jeweiligen Ortsteil ausgelöst, um Aufmerksamkeit zu schaffen, die bei der stillen, digitalen Alarmierung fehlt: „Heute kriegt der Nachbar erst etwas mit, wenn die Feuerwehr schon mit Blaulicht vorm Haus steht.“

Rettungswege für Schulen

Manfred Heinz (SPD) drängte darauf, dass alle Schulen einen baulichen zweiten Rettungsweg, in der Regel eine Außentreppe, bekommen – den mahnt die Feuerwehr vor allem in Hainchen an, weil die Drehleiter aus Netphen dort nicht schnell genug ankommt. „Bei den Schulen darf auf keinen Fall gespart werden“, warnte Alexandra Wunderlich (CDU). Kämmerer Hans-Georg Rosemann nannte Zahlen: 800.000 Euro gebe die Stadt jährlich für dei Feuerwehr aus, hinzu kämen 1,1 Millionen bis 2022 für neue Fahrzeuge und 1,2 Millionen Euro für den Neubau in Grissenbach. Für den Brandschutz in den Grundschulen würden darüber hinaus jährlich 100.000, in der Sekundarschule 70.000, am Gymnasium 65.000 und in den Hallen 55.000 Euro investiert. „Das alles muss erst mal abgearbeitet werden“, sagt Rosemann: „Das sind schon erhebliche Beträge.“

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