Natur

Fischrettung in Siegen: Probleme mit niedrigen Pegeln

Selbst ein großer Flusskrebs wurde gerettet und wieder an anderer Stelle ausgesetzt. Die Rettungsaktion war ein voller Erfolg.

Foto: Jürgen Schade

Selbst ein großer Flusskrebs wurde gerettet und wieder an anderer Stelle ausgesetzt. Die Rettungsaktion war ein voller Erfolg.

Siegen.   Die anhaltende Trockenheit und zu niedrige Pegelstände verursachen Probleme: Mehr als 200 Tiere werden vor dem Tod bewahrt.

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Eine große Rettungsaktion von mehr als 200 Fischen aus der Alche hat die Siegenerin Christiane Luke am Mittwochabend ausgelöst. Unter anderem große Hechte und Flusskrebse wurden vor dem Tod bewahrt. Insgesamt lief die Aktion bis Donnerstag.

Wie kam es zu dem Einsatz?

Luke ist Anwohnerin und beobachtete im Bereich der Straße „An der Alche“, dass viele Fische aufgrund der enormen Trockenheit und der zu niedrigen Pegelstände ums Überleben kämpften. Der Bach führte kaum noch Wasser – lediglich drei kleinere rund fünf bis acht Quadratmeter große Pfützen waren noch vorhanden.

Christiane Luke alarmierte die Feuerwehr und der Bereitschaftsdienst der hauptamtlichen Wache rückte an. Auch die Polizei kam.

Was wurde unternommen?

Die erste Idee: Wasser über die Feuerwehrschläuche in den Bach spritzen, damit die Tiere wieder Flüssigkeit und Sauerstoff haben. Doch die Idee wird schnell verworfen, denn das hätte das Wasser aufgewirbelt. Über die Kiemen wären Schmutzpartikel und Schlamm in die Atemwege der Fische gelangt und sie wären gestorben.

Andreas Jung vom Umweltamt des Kreises alarmierte Mitglieder des Sportfischervereins Hüttental, die die Alche als Vereinsgewässer betreuen. Manuel Wichtner und Walter Bartkowiak vom Verein rückten mit ihrem Equipment an: Kübel und Fässer waren ebenso dabei wie Kescher und das Niedervoltstromgerät zum kurzzeitigen Betäuben der Fische.

Was passierte dann?

Der Strom in dem Gerät hielt nicht lange an und so musste die Fischrettungsaktion auf Donnerstagmorgen verschoben werden. Walter Bartkowiak, Gewässerwart des Sportfischereivereins, und sein Kollege Manuel Wichtner fingen mit dem Elektrofischen an. Sie betäubten die Fische kurz, um sie einzusammeln. In bereitstehenden Fässern und Kübel wurden die Fische in frisches und sauerstoffhaltiges Wasser umgebettet. Hier kamen sie schnell wieder zu Bewusstsein.

Wie viele Tiere und was für welche wurden denn gefangen?

Mehr als 200 Fische wurden auf diese Weise eingefangen – darunter waren Zander, Bachforellen, Brasse, Döbel, Rotaugen und Elritzen. Auch zahlreiche Hechte fingen die Angler. Die Tiere waren zwischen 50 und 65 Zentimeter groß. Das Besondere aber war ein Wasserkrebs, der gerettet werden konnte.

Haben die Anwohner mit angepackt?

Ja. Besondere Hilfe kam von der dort ansässigen Familie Kaddoura, als Opa Faraj kräftig mit anpackte und Fische in einem mit Wasser gefüllten Eimer einfing. Ebenso stellte Nachbar Ulrich Arndt Behältnisse zur Verfügung.

Amtshilfe leisteten auch Mitarbeiter vom Bauhof der Stadt Siegen. Sie brachten mit einem Kleinlaster die Fische zur Sieg auf der Eintracht, wo der Großteil ausgesetzt wurden. Lediglich die sieben großen Hechte werden in ein anderes Gewässer eingesetzt. Der Grund: Der Hecht ist ein Raubfisch und würde relativ schnell dafür sorgen, dass keine anderen Fische mehr in der Sieg leben.

Christiane Luke dankte allen Helfern dafür, dass sie tatkräftig mitgeholfen haben und die Tiere dadurch überleben konnten.

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