Dorfmitte

Freudenberg: Bald plätschert der Heisberger Weiher wieder

Die Arbeiten am Dorfweiher in Heisberg sind in vollem Gang und werden bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Die Arbeiten am Dorfweiher in Heisberg sind in vollem Gang und werden bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Foto: Jürgen Schade

Heisberg.  Der Dorfweiher in Heisberg soll wieder zu einem Kleinod mit hoher Aufenthaltsqualität werden. Die Restaurierungsarbeiten laufen bis Jahresende.

Die Arbeiten zur Restaurierung des Heisberg er Dorfweihers sind in vollem Gange. Bis Ende des Jahres soll der Weiher fertig sein und wieder mit Wasser gefüllt werden.

Das Gewässer befindet sich in der Dorfmitte in unmittelbarer Nähe zum Backhaus und zur mehr als 250 Jahre alten ortsbildprägenden Dorfeiche . Direkt neben dem Backes entspringt eine mittlerweile eingefasste Quelle, die den Dorfweiher mit frischem Wasser versorgt. Etwa in Höhe des heutigen Buswartehäuschens stand bis in die 80er Jahre das „Melchhüsje“: Dort wurde die frisch gemolkene Milch der Bauern in Milchkannen im kühlen Quellwasser gelagert, bis die Behälter via Lastwagen eingesammelt und zur weiteren Verteilung abtransportiert wurden.

Heisberg: Dorfweiher auch als Löschteich genutzt

Außerdem hatte der Weiher die Funktion eines Löschteich es. An diese ursprüngliche Funktion erinnert die im Original erhaltene Feuerwehrspritze von 1926: Sie wurde von Heimatfreunden wiederentdeckt, aufgearbeitet und unter einem Schutzdach ausgestellt. Auch der Schleifstein direkt daneben erinnert an alte Zeiten.

Der Dorfweiher wurde in den 90er Jahren im Rahmen einer Flurbereinigungsmaßnahme mit einem neuen, regulierbaren Ablaufsystem abgedichtet, die Betonstützwand zur Landstraße hin wurde begrünt. Seit wann der Weiher im Dorf genau existiert, lässt sich nicht feststellen. Jedenfalls ist seine heutige Lage zusammen mit dem Backes bereits im Urkataster von 1838 verzeichnet. Damals befand sich beides am östlichen Dorfrand, um die Brandgefahr wegen Funkenflugs möglichst gering zu halten. So ist der Dorfweiher in die Jahre gekommen und bildet heute zusammen mit dem Backes und dessen Umfeld den Dorfmittelpunkt in Heisberg .

Die Pläne für den Heisberger Weiher

Schon im vergangenen Jahr hatte Freudenberg s Bürgermeisterin Nicole Reschke betont, dass der Weiher in diesem Zustand kaum Aufenthaltsqualität biete: Die Wasserfläche war größtenteils zugewachsen, der Uferbereich sehr schmal und nicht sicher zu begehen. Dabei braucht die Dorfgemeinschaft Platz, etwa für Dorffeste – das Umfeld des Backesgebäudes reicht dafür nicht aus.

Um den Weiher zu erhalten und als Treffpunkt erlebbar zu machen, wurde die Wasserfläche freigelegt, das Ufer wird nun befestigt. Einen wassergebundenen Weg haben die Mitglieder des Heimatverein s und ihre vielen Helfer schon um den Teich herum angelegt, der auf einer Holzplattform als Aufenthaltsbereich mündet. Hier soll auch die historische Feuerwehrspritze unterkommen, die derzeit noch in Lindenberg untergestellt ist. Sie soll von drei Seiten einen transparenten Wetterschutz erhalten.

Außerdem werden der Zaun versetzt und das marode Gestell, das den Schleifstein trägt, erneuert. Dadurch soll eine großzügige Aufenthaltsfläche entstehen, wobei eine Plattform aus Stahl mit Holzbeplankung ein wenig in den Weiher hineinragt.

Die Arbeiten zur Restaurierung des Heisberger Weihers

Nachdem das Wasser nun abgelassen wurde, konnten die Wasserpflanzen entfernt werden. Die Uferrandbereiche werden ökologisch und mit passender Bepflanzung für Insekten aufgewertet, derzeit werden Damm- und Uferbereich abgesichert. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 60.000 Euro, wovon 65 Prozent aus Fördermitteln, 25 Prozent vom Heimatverein Heisberg und 10 Prozent von der Stadt Freudenberg finanziert werden.

„Auch wenn wir in diesem Jahr mit den Arbeiten am Dorfweiher fertig werden, kann aufgrund von Corona nicht gefeiert werden. Wenn im kommenden Jahr die Pandemie vorbei ist, werden wir die Einweihung des neu gestalteten Dorfweihers nachholen“, verspricht Ortsvorsteher Wolfgang Berg (siehe Infobox).

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