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Freudenberg - Luftkurort für Kultur- und Geschichtsfans

Freudenberg  Der Luftkurort Freudenberg zieht Kultur- und Geschichtsbegeisterte Touristen mit seinem breiten Angebot an. Die Stadtlandschaft wird gesäumt von Gaststätten, historischen Orten und Freizeitanlagen. Ein Ort der Entspannung und der kulturellen Bildung.

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Die Stadt Freudenberg entstand in ihrer heutigen Größe bei der kommunalen Gebietsreform 1969 aus siebzehn ehemals selbstständigen Gemeinden. Diese Orte waren zuvor schon über Jahrhunderte hinweg politisch im Amt Freudenberg in gemeinsamer wirtschaftlicher, kirchlicher und kultureller Geschichte miteinander verbunden. „Freudenberg“ kommt von „Freidenberg“, d.h. ein Berg, der Freiheit versprach, Freiheit für die Bewohner der Burg („Bürger“).

Die Stadt ist als Erholungs- und Freizeitschwerpunkt ausgewiesen und 1979 als Luftkurort anerkannt worden. Kurpark, Freizeitanlagen, Haus des Gastes sind nur einige der Ausbauten für den Tourismus. Die Freilichtbühne zählt zu den bekanntesten Freilichttheatern in NW mit Programm für Kinder und Erwachsene. Historische Altstadt „Alter Flecken“: Gebäudeensemble in einheitlicher Fachwerkbauweise, z.T. Straßenzüge in Hanglage, Baudenkmal von internationaler Bedeutung, im Kulturatlas des Landes NRW eingetragen.

Geschichte von Freudenburg

Ort und Burg Freudenberg wurden 1389 erstmals urkundlich erwähnt und mit der Verleihungsurkunde der Stadtrechte 1456 als „Flecken“ bezeichnet. 1540 zerstörte ein Brand Burg und Burgmannsiedlung. Graf Wilhelm der Reiche von Nassau ordnete den Wiederaufbau der Burgmannshäuser außerhalb des Burgberings in geraden Straßen und Hausgrundstücken an und legte damit den bis heute unveränderten Stadtgrundriss fest. Auch nach dem zweiten großen Brand von 1666 ließ Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen den „Alten Flecken“ auf den Grundrissen von 1540 wieder aufbauen.

Buchtipp Diese so vollständig in Fachwerkbauweise errichtete Kleinstadt aus dem 17. Jh. hat Freudenberg einen überragenden Rang unter den schützenswerten Denkmälern eingeräumt. Hütten- und Hammerwerke machten Freudenberg als Produktionsstätte von Stahl erster Güte bekannt; später traten an deren Stelle Leder, Leim- und Filzfabriken. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gewann hier die Eisen- und Blechbearbeitung eine ähnliche Bedeutung wie im übrigen Siegerland. Diese Branche wird heute vor allem durch weltweit exportierende Spezialmaschinen-Hersteller, elektrotechnischen Gerätebau und Dienstleistungsunternehmen nahezu ersetzt.

Sehenswertes beim Stadtrundgang durch Freudenburg 

P Parkplatz vor der Seniorenresidenz und ab Altes Rathaus, Krottorfer Straße

1. Altstadt „Alter Flecken“, Amtshaus (Denkmal d. M. 2002) (Altes Rathaus), Haus des Gastes, Krottorfer Str. 23/25: Die Errichtung dieses Hauses muss vor dem zweiten Stadtbrand im Jahre 1666 geschehen sein, bis 1796 Amtssitz des jeweiligen Amtmannes bzw. Schultheissen des Fürstenturm Nassau-Siegen, 1796 für fremde durchziehende bzw. einquartierte Truppen als Lazarett genutzt. Nach den Befreiungskriegen verkauft e das Königreich Preußen das Amtshaus, als Schule, dann im nordwestlichen Gebäudetrakt eine Wachstube der Stadt und bis 1969 Rathaus mit „historische Ratssaal“. Jetzt Tourist-Information; im ehemaligen Ratssaal mit historischem Ambiente finden Trauungen statt.

2. Ev. Kirche: 1601–1606 erbaut für die seit 1585 selbstständige reformierte Gemeinde, 1666 ausgebrannt, 1670 erneuert, in gebrochenem Blau gehaltene umlaufende Emporen, neue Orgel.

3. Der Turm der ev. Kirche war der ursprüngliche Schlossturm mit Gefängnis. Erbaut vor 1389, seit 1601/06 Kirchturm; die Glockenstube und die barocke Haube wurden nach 1670 errichtet.

4. Tipps Schultor: letztes von ursprünglich vier Stadttoren, 1812 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Wegen der unmittelbar benachbarten Schule (Rathaus!) so benannt.

5. Scheune Achenbach, Krottorfer Straße (Denkmal d. M. 2001): Eines der wenigen erhaltenen Gebäude eines Scheunenkranzes, der sich um den „Alten Flecken“ zog. Nach dem großen Stadtbrand mussten allen Scheunen auf Anordnung des Landesherren außerhalb der Stadtmauern errichtet werden, um die Brandgefahr einzudämmen, andererseits aber auch die Versorgung der Stadtbevölkerung mit Lebensmitteln und Viehfutter sicher zu stellen. Im Gebäude ist heute eine Dauerausstellung von musealen Großgegenständen aus dem Bereich der Landwirtschaft.

6. Info 1796 wurde ein Freudenberg durchfahrender Fouragetransport der französischen Armee gegen den Widerstand der Bewohner des „Alten Fleckens“ überfallen und die mitgeführte Kriegskasse geraubt. Münzen aus dem Raub werden im Stadtmuseum (s.u.) gezeigt.

7. Im Haus Oranienstr. 31 ließ sich der weltberühmte Uhrmacher Johann Peter Stahlschmidt nach seiner Meisterprüfung 1785 nieder; eine seiner kunstvollen Bodenstanduhren mit zwei Zifferblättern befindet sich im Stadtmuseum.

8. Wohnhaus Kölner Str. 3: ältestes Haus Freudenbergs, hat den zweiten Stadtbrand 1666 überstanden; Scheune der linken Gebäudehälfte ein Anbau der 2. Hälfte des 19. Jh.

9. Info „KulTourBackes“: hier stand 1773–1949 der Flecker „Backes“ mit drei Backöfen, wahrscheinlich das größte Backhaus im Siegerland; jetziges Stadthaus 1950 neu errichtet und 2010 vollständig restauriert.

10. Kath. Kirche: modernes Bauwerk mit Rundturm und Kuppel, sehenswerte Fenster von Georg Meistermann.

11. Kurpark auf dem Schieferacker mit Fotoblick auf die historische Altstadt.

12. Stadtmuseum: Wirtschaft s- und baugeschichtliche Entwicklung wird mit zahlreichen Exponaten dokumentiert.

13. Freilichtbühne: Theater für Kinder und Erwachsene mit jährlich wechselndem Programm.

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