Klimaschutz

Fridays for Future Siegen: Klimastreik dringender als sonst

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Siegen.  Fridays for Future ruft in Siegen wieder zum Klimastreik auf. Rund 150 Menschen machen mit. Hier gibt es die Bilder von der Demonstration.

Es sei „noch dringender als sonst“, sagt Lorenz van Overloop zu den rund 150 Menschen, die sich für die Beteiligung am globalen Klimastreik am Freitagnachmittag auf dem Bismarckplatz zusammengefunden haben. Der 23-Jährige ist Mitglied der „Fridays for Future“-Ortsgruppe Siegen, die zu der Demo aufgerufen hat. Die Zurückhaltung beim Ausbau erneuerbarer Energien in den vergangenen Jahren „fällt uns nun auf die Füße“, sagt der Student. „Hätte man früher damit angefangen, wäre das besser, als jetzt auf das Gas von Autokraten angewiesen zu sein.“

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Um 15 Uhr, zum veranschlagten Beginn der Veranstaltung, ist die Gruppe auf dem Bismarckplatz noch sehr, sehr überschaubar. Dann geht es plötzlich schnell, Dutzende weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer stoßen binnen weniger Minuten dazu. Die Zeiten, als die Aktionen von Fridays for Future vormittags stattfanden und Kinder und Jugendliche damit aufgrund ihres Fernbleibens aus der Schule tatsächlich im engeren Sinne streikten, seien vorbei. „Am Anfang war das Mittel des Streiks wichtig, um ins Gespräch zu kommen“, erklärt Lorenz van Overloop. „Mittlerweile ist das nicht mehr nötig.“

Klimastreik Siegen: Fridays for Future bringt Menschen aller Altersgruppen zusammen

Der spätere Start komme außerdem Berufstätigen entgegen, die mitmachen möchten. Tatsächlich sind alle Altersgruppen in Weidenau vertreten, von kleinen Kindern über junge und ältere Erwachsene bis zu Leuten im fortgeschrittenen Alter. „Für mich ist es einfach eine Selbstverständlichkeit, die jungen Menschen zu unterstützen“, betont Uschi Stemann. Sie ist für die „Omas for Future“ da, die wiederum ein Ableger der „Omas gegen Rechts“ seien: Klimaschutz, Demokratie, Vielfalt seien gerade in der momentanen Situation Themen, für die man klar Position beziehen müsse.

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Der Demonstrationszug formiert sich, setzt sich eskortiert von der Polizei in Bewegung. Transparente und Schilder stellen die Organisatorinnen und Organisatoren zur Verfügung, viele Leute haben auch eigenes Material mitgebracht. In der Bismarckstraße bleibt es zunächst ruhig, dann stimmt ein Sprecher die ersten Wortchöre an. „What do we want?“ („Was wollen wir?“) ruft er über Lautsprecher. „Climate Justice!“ („Klimagerechtigkeit“) kommt die Antwort aus vielen Mündern. „Wann wollen wir sie?“ – „Jetzt!“. Dieser erste Versuch sei „zum Üben“ gewesen, sagt der Sprecher. „Das geht noch lauter.“

Siegen: Klimastreik mit Demonstrationszug vom Bismarckplatz in die Oberstadt

Es geht wirklich lauter, wie sich im weiteren Verlauf zeigt. Spätestens nach dem Abbiegen auf die Hagener Straße sind die Sprechchöre regelmäßig zu hören. Es geht um Kritik an Energieunternehmen, Abholzung, am SUV-Fahren und Autofahren insgesamt. Die Autofahrerinnen und -fahrer, an denen die Demo vorüberzieht, müssen warten, wirken aber durch die Bank ziemlich entspannt. Ein Busfahrer drückt auf die Hupe, als ihm die Demonstrierenden auf der Sandstraße entgegenkommen, lächelt, zeigt einen Daumen nach oben und wird fröhlich zurückgegrüßt.

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Über das Kölner Tor und die Kölner Straße geht es zum Marktplatz, wo mehrere Rednerinnen und Redner Wortbeiträge geben. Es wird nicht die letzte Demo dieser Art sein: Spätestens beim nächsten globalen Klimastreik wird „Fridays for future“ auch in Siegen wieder zur Teilnahme aufrufen.

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