Naturschutz

Gernsdorfer Weidekämpe sind Refugium für seltene Arten

So weit das Auge reicht:

Foto: Heinrich Bruch

So weit das Auge reicht: Foto: Heinrich Bruch

Wiesenpieper, Braunkehlchen, Neuntöter und Orchideen: Eine Führung zeigt die vielen Besonderheiten des Naturschutzgebiets Gernsdorfer Weidekämpe.

Gernsdorf. Altbestand und Jungwuchs markieren das Waldbild zum Naturschutzgebiet „Gernsdorfer Weidekämpe“. Eine artenreiche Tier– und Pflanzenwelt hat sich dort entwickelt. Das Gebiet im östlichen Siegerland zwischen Gernsdorf und Irmgarteichen ist inzwischen 102 Hektar groß.

Im Frühsommer und Sommer, wenn die Vegetationsperiode ihren Höhepunkt erreicht hat, geben die Wiesen und Weiden dem naturkundlich interessierten Wanderer einen besonderen Anblick. Ausgesprochen reizvoll sind die Orchideenwiesen im Gebiet „Sännerhaufs Bruch“. Gleich einer Augenweide beherbergen sie unzählige Exemplare des Gefleckten und Breitblättrigen Knabenkrautes und der grünen Waldhyazinthe. Die Gernsdorfer Weidekämpe stellen die zahlreichsten Orchideenbestände in ganz Südwestfalen. Selbst die Arnika, eine unserer seltensten Pflanzenarten, hat dort ein Refugium gefunden.

Landwirte bewirtschaften extensiv

Auch Vogelkundler registrieren viele Besonderheiten. Wo Hecken, bestehend aus Schlehe, Weißdorn und Heckenrose, die Wiesen und Weiden gliedern, hat der Neuntöter sein Zuhause. Dieser Vogel, der auch „Rotrückenwürger“ genannt wird, ist selten geworden. Einige Paare brüten zwischen Gernsdorf und Irmgarteichen. Wo die Flur offener wird und der Blick über die ausgedehnten Feucht- und Glatthaferwiesen in Richtung Irmgarteichen fällt, finden sich Braunkehlchen, Wiesenpieper und Dorngrasmücke. Sie stehen alle, zusammen mit dem Neuntöter, auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen. Die Feldlerche, mit etwa zehn Paaren auf der Irmgarteichener Höhe vertreten, trägt ihr Lied hoch am Himmel vor.

Wenn das Jahr vorangeschritten und den Hochsommer erreicht hat, kann man auch viele, zum Teil sehr seltene Schmetterlingsarten wie den violetten Perlmutterfalter, den für magere Wiesen typischen Schachbrettfalter sowie den an feuchten Waldrändern fliegenden Großen Schillerfalter beobachten. Alle diese Tiere und Pflanzen sind auf eine naturverträgliche und extensive Landwirtschaft angewiesen. So werden die meisten Flächen im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms bewirtschaftet.

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