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Haushalt: Freudenberg kann Defizit noch selbst ausgleichen

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Bürgermeisterin Nicole Reschke und Stadtkämmerer Julian Lütz stellen den Freudenberger Haushaltsentwurf für 2023 vor. 

Bürgermeisterin Nicole Reschke und Stadtkämmerer Julian Lütz stellen den Freudenberger Haushaltsentwurf für 2023 vor. 

Foto: Verena Schlüter / WP / Verena Schlüter

Freudenberg.  Bald keine Reserven mehr: Kämmerer Julian Lütz empfiehlt Freudenberg „weitreichende Konsolidierungsschritte“.

Rund 4,8 Millionen Euro Defizit klaffen im Entwurf des Freudenberger Haushalts für 2023. Sie werden aus der mit 13,6 Millionen Euro gefüllten Ausgleichsrücklage beglichen. Weitere 1,52 Millionen Euro Defizit werden auf die Corona-Pandemie zurückgeführt und dürfen deshalb „isoliert“ werden, sie werden erst ab 2026 in den Haushaltsplänen berücksichtigt werden müssen.

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Bereits im Dezember soll der Rat den Etat verabschieden. „Unser Ziel ist es, ohne zeitliche Lücken die Planungen und Umsetzungen unserer Baumaßnahmen und Anschaffungen fortzusetzen. Gerade in schwierigen und von Krisen geprägten Zeiten wollen wir ein Stück Kontinuität bieten“, so Bürgermeisterin Nicole Reschke.

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Besonders die mit dem Ukraine-Krieg und der anhaltenden Energiekrise einhergehenden Unsicherheitsfaktoren haben den Stadtkämmerer bei der Erarbeitung des Zahlenwerks vor Herausforderungen gestellt: „Die Aufstellung eines Haushaltsplans ist immer mit Unsicherheiten behaftet. In diesem Jahr kommt alles zusammen: Ukraine-Krieg, Corona-Pandemie und Energie-Krise. Eine verlässliche Prognose der Steuerentwicklung und der Aufwendungen ist unter diesen Vorzeichen nahezu unmöglich“, berichtet der Stadtkämmerer Julian Lütz. Da ein Ende der einzelnen Krisen nicht abzusehen ist, habe man sich für eine frühzeitige Haushaltsplanung entschieden. Die Auswirkungen der Unsicherheiten seien deutlich in den Haushaltsentwurf mit eingeflossen, so die Bürgermeisterin.

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Hohe Energiekosten

Bereits 2022 hat sich der Strompreis verdreifacht. Die Stadt Freudenberg sei ebenso wie viele Privatpersonen und heimische Unternehmen von der Entwicklung des Gaspreises betroffen, erklärt der Kämmerer. Dauerhaft werde die Stadt die hohen Energiekosten nicht auffangen können, sie versucht aber, wo es geht, Anwendungen einzusparen, um die Energieauslagen zu tilgen. Die Stadt Freudenberg wird im kommenden Jahr dennoch rund 10,9 Millionen Euro investieren. Für die Finanzierung ist die Aufnahme eines Investitionskredits von etwa 6,2 Millionen Euro erforderlich. Die Ausgleichsrücklage reicht aufgrund der sich abzeichnenden Fehlbeträge allerdings nur noch zur Abdeckung der Defizite bis ins Jahr 2025 aus.

„Die Entwicklung zeigt, dass keine finanziellen Spielräume zur Umsetzung weiterer Projekte bestehen“, sagt Julian Lütz. Daher sollten bereits jetzt „weitreichende gemeinsame Konsolidierungsschritte“ geplant und umgesetzt werden, um nicht wieder ein Haushaltsicherungskonzept aufstellen zu müssen. „Eine Million Euro Defizit entfallen auf die gestiegenen Gaspreise“, sagt der Stadtkämmerer. „Zusammen mit der angekündigten Steigerung der Kreisumlage von 652.000 Euro für Freudenberg sind das zusammen bereits 1,652 Millionen Euro mehr gegenüber dem Vorjahr.“

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Mehr Personal

In Freudenberg soll es 2023 keine Steuererhöhung geben. „Wir versuchen, die Steuern stabil zu halten“, sagt Nicole Reschke. „Die Bürgerinnen und Bürger sollen in diesen unvorhersehbaren Zeiten nicht weiter belastet werden.“

Der Stadtrat hat für das Jahr 2023 neue Stellen für die Verwaltung genehmigt, unter anderem für Hochbau, Klimaschutz und Stadtplanung. „Mehr Personal verursacht höhere Aufwendungen“, sagt der Kämmerer. Die Verwaltung sei für die Umsetzung ihrer Großprojekte dringend auf qualifiziertes Personal angewiesen. Auch für die Integration von Flüchtlingen aus der Ukraine sind in dem Haushaltsentwurf 2023 höhere Geldmittel vorgesehen.

Der Haushaltsplan der Stadt Freudenberg ist einsehbar auf der städtischen Webseite freudenberg-stadt.de.

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