Stadtentwicklung

Hilchenbach: Dahlbruch-Arena wird Kultureller Marktplatz

„Umgekehrten Spatenstich“ nennt Baudezernent Michael Kleber einen Baubeginn mit Abbruchbagger.

„Umgekehrten Spatenstich“ nennt Baudezernent Michael Kleber einen Baubeginn mit Abbruchbagger.

Foto: Steffen Schwab

Dahlbruch.  In Dahlbruch wird das Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum runderneuert. Wie kam es eigentlich dazu?

Der Kulturelle Marktplatz Dahlbruch bietet Stoff für viele Geschichten. An einige wurde in dieser Woche beim Spatenstich erinnert, andere wurden noch nicht wieder erzählt.

Das Ei: Auf Stelzen sollte ein Vorbau vor das Theater auf den Bernhard-Weiss-Platz gesetzt werden, die „Dahlbruch-Arena“ mit dem zweiten Theater- und Kino-Saal, der eigentlich Anlass aller Planungen war: Das Kino sollte ausweichen und weiterspielen können, wenn im großen Saal Konzerte gegeben oder Theater aufgeführt wird. Eine Investitionssumme von 1,5 Millionen Euro wurde 2010 genannt. Der Siegener Architekt Michael Stier war von der Stadt mit einem Masterplan beauftragt worden. Das, so Baudezernent Michael Kleber, sei eigentlich die „echte Initialzündung“ für den Kulturellen Marktplatz gewesen, der erst so hieß, als er Projekt für die Südwestfalen-Regionale 2013 wurde.

Die Erlebnisgastronomie: Mit diesem Stichwort erinnert Michael Kleber an die ehemalige Hallenbadgaststätte, die zuletzt „Rothaarstuben“ hieß. Das Flachdach über dem Gastraum gab 2013 nach, möglicherweise war die neu aufs Dach gestellte Lüftungsmaschine zu schwer. Stützpfeiler wurden aufgestellt, damit der Betrieb weitergehen konnte. Den Dahlbrucher Vereinen war der Treffpunkt richtig: Sie demonstrierten gegen die Schließung der Gaststätte. Alle Beteiligten „oder besser: Betroffenen“ hätten „äußerst tapfer weiter gekämpft, unter nahezu unzumutbaren Bedingungen“, berichtet Michael Kleber.

Das Mosaik: Auf einem Text-Transparent stellen sich Theater und Kino auf der Fassade des Theaters heute selbst vor. Sie wird in zwei Jahren nicht mehr zu sehen sein, wenn der neue Vorbau mit Saal und Foyer steht. Bis 2011 zierte ein Mosaik die Fassade – so, wie es Architekt Gerhard Köhne beim Bau des Theaters 1959 gestaltet hatte. Der Putz darunter blätterte ab. Der Wunsch, das Mosaik zu erhalten, erwies sich als unerfüllbar. Gewünscht hatte die Politik, zumindest einzelne Teilflächen zu erhalten.

Die Regionale: Der Versuch, den Kulturellen Marktplatz als Regionale-Projekt fördern zu lassen, machte das Vorhaben nicht einfacher und auch nicht billiger. 20 Millionen Euro hätte es, nach den Kosten von 2013, gekostet, wenn auch noch das Haus der Musik auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule realisiert wäre, erinnert Baudezernent Michael Kleber. Die Philharmonie Südwestfalen hätte dann allerdings in Hilchenbach bleiben können. Erforderlich wurden ein Dorfentwicklungskonzept für alle Stadtteile, das den Stellenwert des Vorhabens herausarbeiten sollte, und schließlich auch ein städtebaulicher Architektenwettbewerb , den Reinhard Angelis mit seinem Kölner Büro gewann – er setzt das Projekt heute um.

Die Botschafter: Mehrfach hing das Projekt an einem seidenen Faden, bis der Rat im Mai 2016 endgültig grünes Licht gab. Um den Eigenanteil der Stadt zu finanzieren, musste privates Geld herbei. Als „Botschafter“ ließen sich 2015 der ehemalige Landrat Paul Breuer, SMS-Personalchef Andreas Weber und Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab in die Pflicht nehmen. Hasenstab wurde auch erster Vorsitzender des neuen Bürgervereins. Entscheidend dafür, dass der Kulturelle Marktplatz nun wirklich entsteht, wurde eine Zwei-Millionen-Euro-Spende, die SMS-Eigentümer Heinrich Weiss 2019 zusagte.

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