Umwelt

Hilchenbacher Mobilitätstage in den KlimaWelten

Hilchenbach.   Markt der Möglichkeiten beginnt mit dem Klimaburger und ist mit der Brennstoffzelle für den Prooekker längst nicht am Ende.

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Anna Klein von den KlimaWelten und der ehemalige Chemielehrer Holger Husnik tüfteln über einem Modell für die Nutzung der Brennstoffzelle. „Hier wird Wasser in Sauer- und Wasserstoff aufgespalten“, erklärt Anna Klein. Mit der im Anschluss gewonnenen Energie könne zum Beispiel ein kleines Auto oder ein Propeller betrieben werden. Und tatsächlich beginnt sich ein kleiner Propeller zu drehen, den die beiden Experten angeschlossen haben.

Beim „Markt der Möglichkeiten“ konnten sich die Besucher in und rund um die KlimaWelten Hilchenbach über die Themen Mobilität und erneuerbare Energien informieren und viele Aktionen selbst ausprobieren. Die Veranstaltung war Teil der „Mobilitätstage“, einer Gemeinschaftsaktion der Stadt Hilchenbach, der Klimabildungsstätte Südwestfalen und der Effizienz-Agentur NRW.

Um etwas für den Klimaschutz zu tun, bedarf es manchmal nur Kleinigkeiten. Zum Beispiel mal zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren statt das Auto zu nehmen. „Jeder einzelne kann etwas beitragen“, sagt Ingrid Lagemann, Vorsitzende des Vereins Klimabildungsstätte Südwestfalen. Der heiße Sommer habe gezeigt, was für Auswirkungen der Klimawandel hat. „Dadurch ist man ins Nachdenken gekommen, was auch hier in der Region passiert.“

Klimaburger aus der Klimaküche

Mit mehreren Partnern wurde beim „Markt der Möglichkeiten“ zusammengearbeitet, erzählt Ingrid Lagemann. Die Besucher können zwischen elf Informations- und Mitmachangeboten auswählen. In der Klimaküche haben die „KlimaWelten Hilchenbach“ zum Beispiel die Klimawaage aufgestellt: Sie veranschaulicht die CO2-Emission und wie viel man davon durch die Auswahl von regionalen Lebensmitteln einsparen kann.

Simone Stahl und Ulrike Neuhaus bereiten dort „Klimaburger“ zu. Alle Zutaten kommen aus der Region, auch das Hackfleisch: „Die Rinder sind hier groß geworden und haben vernünftig gelebt“, sagt Judith Schneider, Umweltpädagogin bei den KlimaWelten. Auch auf saisonale Produkte wird Wert gelegt. Auf dem Hof vor der Umweltbildungsstätte können die Besucher bei Britta Hinkers und ihrem Sohn Elias testen, welche heimische Apfelsorte ihnen am besten schmeckt.

Heißer Sommer gut für „Früchtchen“

Wo kommen unsere Lebensmittel her? Darüber sollen die Besucher beim „Markt der Möglichkeiten“ nachdenken. Äpfel aus der Region verarbeiten zum Beispiel „Keppels Früchtchen“, die Schülergenossenschaft des Gymnasiums Stift Keppel. „Diese Saison haben wir rund 3,6 Tonnen Äpfel gesammelt“, sagt der Achtklässler Gabriel. „Die haben wir auch in Gärten gepflückt, wo die Besitzer so alt waren, dass sie die schlimmen 40er Jahre noch mitbekommen haben. Sie waren richtig glücklich, dass wir ihre Äpfel verarbeiten“, sagt Lehrer Michael Schäfftlein. „Dadurch, dass der Sommer so trocken war, haben die Äpfel mehr Wasser gespeichert. Das ergibt mehr Apfelsaft“, erzählt Gabriel.

Schülerprojekt: E-Bike-Ladestion

Eine E-Bike-Ladestation wollen die Elftklässler Kiyan und Tilman bauen. Sie arbeiten am Gymnasium Stift Keppel zusammen mit einem rund 20-köpfigen Projektkurs daran. Geleitet wird der Kurs von Physiklehrer Markus Diehl. Das Projekt heißt „Keppel Energy“. Die E-Bike-Ladestation ist vor der schuleigenen Sporthalle geplant, die dafür nötige Energie soll durch Solarzellen und ein Windrad erzeugt werden. „Wir versuchen, unsere Idee hier öffentlich zu machen“, sagt Kiyan, zuständig für das Marketing. Denn „Keppel Energy“ ist auf Sponsorensuche – und die Elftklässler sprühen voller Energie, ihre Idee in die Tat umzusetzen.

Segway und Dorfauto

Lernen, wie man auf einem Segway fährt, können die Besucher bei Uwe Limper, Besitzer des Hilchenbacher Radladens „HIRAD“. Er weist darauf hin, wie klimafreundlich die Fortbewegung mit einem Segway ist. Immer wieder machen Menschen bei ihm Halt, steigen nach seiner kleinen Einweisung auf das Segway und fahren über den Hof.

Touren sind auch bei Jörg Heiner Stein vom Energieverein „Aus Gutem Grund“ möglich. „Wir erklären das Konzept des Dorfautos.“ Wer Lust hatte, konnte auch eine Runde im dorfeigenen Elektroauto mitfahren.

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