Handel in Hilchenbach

Hilchenbacher Radladen kommt zur rechten Zeit

HIRAD - Hilchenbacher Radladen: Im Familienbetrieb arbeoten – von links –  Iris Limper, Uwe Limper, Brigitte Limper und Nico Hilbig

HIRAD - Hilchenbacher Radladen: Im Familienbetrieb arbeoten – von links – Iris Limper, Uwe Limper, Brigitte Limper und Nico Hilbig

Foto: Ina Carolin Lisiewicz

Hilchenbach.  Uwe Limper hat sein Geschäft im richtigen Moment eröffnet: Auch im Mittelgebirge wird das Fahrradfahren jetzt interessant.

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Schon lange war es Uwe Limpers Traum, einen Radladen zu eröffnen. Als er eines Abends nach Hause kam und seiner Frau erzählte, dass er nun ein Gewerbe angemeldet habe, fühlte sich Brigitte Limper aber dann doch etwas überrumpelt. „Es war eine fixe Idee“, sagt Uwe Limper. Im Jahr 2018 eröffnete er dann den Hilchenbacher Radladen (HIRAD). Der läuft seit der Eröffnung erfolgreich und ist ein Familienbetrieb wie aus dem Bilderbuch.

Das Sortiment

„Wir bieten alles an, was Räder hat, außer Kraftfahrzeuge“, sagt Uwe Limper. Dazu gehören etwa Fahrräder, E-Bikes, Pedelecs, Scooter und Segways. Aber auch um Rollstühle und Rollatoren wird sich gekümmert. Reifen flicken, defekte Komponenten austauschen oder persönliche Anpassungsarbeiten durchführen – das Serviceangebot im Hilchenbacher Radladen ist breitgefächert. Auch einen E-Bike Verleih bietet Uwe Limper an. 25 Euro kostet ein E-Bike für einen Tag, günstiger wird es ab mehreren Tagen. Mountainbikes sind ab 500 Euro, E-Bikes ab 2000 Euro zu erwerben. Für Rollstühle und Rollatoren gibt es einen Hol- und Bringservice.

Das Konzept

Wert legt Uwe Limper in seinem Laden vor allem auf eine persönliche und individuelle Beratung. Bevor er ein Fahrrad verkauft, setzt er sich mit dem Käufer zusammen: Was genau möchte der Kunde haben? Worauf sollte geachtet werden? Und was für ein Budget steht zur Verfügung? Das sind nur ein paar der Fragen, die vor dem Verkauf geklärt werden. „Uns ist der Kunde wichtig“, so Uwe Limper.

Als gelernter Kraftfahrzeugmechaniker hat er Erfahrung mit allem, was Räder hat. Unterstützt wird er in der Werkstatt von seinem Schwiegersohn Nico Hilbig. „Die Kinder und Schwiegerkinder helfen im Laden mit“, sagt Uwe Limper. Die Familie Limper zieht an einem Strang und unterstützt einander. Jeder nimmt sich der Aufgabe an, die er am besten kann. Dass eine Reparatur oder Restauration zu schwer ist – diesen Zustand scheint es im Hilchenbacher Radladen nicht zu geben. „Im Fahrrad sind Techniken einfachster Natur verbaut“, erklärt Uwe Limper. „Ich schraube gerne an Fahrrädern rum. Da kann man viel umbauen und auch individuell gestalten.“

Die Resonanz

Uwe Limpers Fachexpertise hat sich bereits herumgesprochen: „Wir haben einen großen Kundenkreis. Die Leute kommen aus Siegen, Schmallenberg, Heinsberg, Kirchhundem und anderen Orten“, sagt Brigitte Limper. Die positive Resonanz sei ungebrochen. „Die Kunden haben zu uns gefunden“, sagt Uwe Limper. Neben einem guten Konzept habe er aber auch viel Glück gehabt: „Die Marktlücke ist da.“ Einige Firmen würden sich zum Beispiel gerade E-Bikes anschaffen. Es ändere sich auch gerade viel im Bewusstsein beim Thema Nachhaltigkeit. „Jedes Fahrrad mehr ist ein Auto weniger“, sagt der Geschäftsführer. Einige Menschen würden gerade durch die E-Bikes auch wieder mehr Fahrradfahren, so Brigitte Limper.

Der Standort

Als HIRAD in diesem Jahr von der Bruchstraße in den Pavillon auf dem Dach des Gerberparks umsiedelte, gingen viele Hilchenbacher davon aus, dass der Standortwechsel dem Erfolg seinen Abbruch bereiten würde. Das geschah allerdings nicht. „Die Umsatzzahlen sind sehr gut“, sagt Uwe Limper. Wenn es weiterhin so gut laufe, könnten sie sich vorstellen, jemanden einzustellen, sagt Brigitte Limper.

„Wir sind nicht unbedingt auf Laufkundschaft angewiesen“, erläutert Uwe Limper. „Der Laden in der Bruchstraße war auch einfach zu klein“, ergänzt Brigitte Limper. Es mangelte zudem an Barrierefreiheit, die vor allem den Rollstuhl- und Rollatoren-Kunden Probleme bereitete. Der neue Standort bietet kostenfreie Parkplätze und von dort aus kurze Wege sowie einen Aufzug ein paar Meter weiter.

„Wir wollten als Hilchenbacher auch dafür sorgen, dass der Gerberpark wieder belebt wird. Es ist zu schade, wenn er verfällt“, sagt Uwe Limper. Er und seine Frau arbeiten hauptberuflich in der Hilchenbacher Stadtverwaltung und betreiben den Radladen als Nebenerwerb. „Der Weg und das Ziel muss sein, Hilchenbach wieder Aufwind zu geben“, sagt Uwe Limper. HIRAD ist daher auch Teil des Hilchenbacher Aktionsrings. Familie Limper wirkt mit ihren Segways zudem immer wieder bei Veranstaltungen der Stadt mit. „Wir wollen in Hilchenbach etwas bewegen“, so der Geschäftsführer. Den Winter möchte er nutzen, um Fortbildungen zu besuchen oder weitere Anschaffungen zu planen, damit die Familie auch auf die Aufgaben der kommenden Saison gut vorbereitet ist.

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