Klimaschutz

Hilchenbacher Schulhügel wird klimaneutral

Neben der Heizzentrale und vor dem 50.000-Liter-Speicher entsteht das Lager für die  Holzhackschnitzel: Rolf Schmitt (links) und Katrin Baldursson-Schütz (rechts) beim Baustellentermin mit Generalunternehmer Peter Thürlings (Zweiter von links) und Andreas Küpper (Stadtwerke Krefeld)

Neben der Heizzentrale und vor dem 50.000-Liter-Speicher entsteht das Lager für die Holzhackschnitzel: Rolf Schmitt (links) und Katrin Baldursson-Schütz (rechts) beim Baustellentermin mit Generalunternehmer Peter Thürlings (Zweiter von links) und Andreas Küpper (Stadtwerke Krefeld)

Foto: Steffen Schwab

Hilchenbach.   Nahwärmenetz für zwei Schulen und drei Hallen geht im November in Betrieb. 25-Tonne-Container mit Heizzentrale ist angekommen.

Der 25 Tonnen schwere rote Container, den der Kran am Donnerstagmorgen auf sein Fundament hinter der Realschule gesetzt hat, ist mit Technik vollgepackt. Auf elf Mal drei Metern befinden sich Heizkessel, Schaltschränke, Pumpen, Wärmetauscher. Alles was es braucht, um fünf Gebäude auf dem Schulhügel zur Nahwärmeinsel zu machen und mit Wärme und warmem Wasser zu versorgen. Fast alles. Das Lager für die Holzhackschnitzel fehlt noch, die von der Förderschnecke automatisch in den Kessel geladen werden. Acht Meter hoch wird der nach vorn offene Schuppen mit dem Rundbogendach, der ein bis zwei Mal in der Woche von einem Lastzug nachgefüllt wird, 500 Tonnen im Jahr.

Drei Schritte führen zum Ziel:

1. Der Sommer: Leitungsnetz wird verlegt

Im Juni hatten Stadt Hilchenbach und Stadtwerke Krefeld ihren Vertrag über das Nahwärmenetz abgeschlossen, in den Sommerferien wurde gegraben: 400 Meter Leitungen waren zu verlegen, die den Standort der Heizzentrale mit der Florenburgschule, der Carl-Kraemer-Realschule, der Ballspielhalle und den beiden Schulturnhallen verbinden. Dass dabei bis zu 20 Meter Höhenunterschied zu überwinden waren, hat Andreas Küpper, Projektleiter der Stadtwerke Krefeld, sich ausdrücklich gemerkt. „Das war schon eine sportliche Leistung“, bestätigt Rolf Schmitt, Leiter der städtischen Hochbauabteilung, „die Leute haben mir leid getan“ — immerhin wurde es in diesem Sommer auch in Hilchenbach bis zu 35 Grad heiß.

2. 15. September: Krefeld übernimmt

Bis zum ersten Schultag waren alle Leitungen rechtzeitig unter der Erde, planmäßig zum 15. September, so Andreas Küpper, „haben wir die Wärmelieferung übernommen“. Noch allerdings mit Gas aus den vorhandenen, zum Teil ertüchtigten und überholten Kesseln in den Gebäudekellern. Und die bleiben auch.

„So ist alles doppelt abgesichert“, sagt Peter Thürlings — für den Fall, dass die Wärmelieferung aus dem Hackschnitzelkessel ausfällt. Thürlings ist Inhaber einer Solar- und Heiztechnikfirma in Tönisvorst, die von den Stadtwerken Krefeld als Generalunternehmer beauftragt wurde.

„Der Kessel ist keine Lagerware, das ist alles mit individueller Planung verbunden“, erklärt Thürlings, warum das dann doch ein bisschen länger gedauert hat. Wobei das nicht der einzige Grund war. „Die Erdarbeiten haben wir ein bisschen unterschätzt“, sagt Rolf Schmitt. Am Ende musste sogar die kleine Obstwiese mit den Bäumen umgepflanzt werden, mit denen sich die Abschlussklassen der Florenburgschule Jahr für Jahr verabschieden.

3. Anfang November: ab jetzt klimaneutral

Anfang November wird das Nahwärmenetz in Betrieb gehen: Die Fördertechnik wird eingeschaltet, der Kessel angeheizt, die Pumpen gestartet. Über den Wärmetauscher erhitzt der Kessel das Wasser auf bis zu 90 Grad, der 50.000 Liter große Speicher füllt sich. „Der Kessel arbeitet Tag und Nacht durch“, sagt Peter Thürlings. Deshalb ist auch morgens genug Wärme da. Damit die schnell in alle Klassenräume kommt, ist im Keller der Realschule auch noch ein 5000 Liter großer Pufferspeicher installiert worden, der zu Beginn des Tages gefüllt ist: „Um die Morgenspitzen abzufangen.“

Wenn alles läuft, ist der Schulhügel „klimaneutral“: Das Kohlendioxid, das beim Verbrennen der Hackschnitzel entsteht, wird vom nachwachsenden Holz wieder aufgenommen. Was trotzdem übrig bleibt, kommt in die Tonne: Zwei Gefäße aus Metall stehen für die Asche bereit, 0,3 bis ein Prozent des eingesetzten Holzvolumens. „Das ist ein Superdünger“, sagt Andreas Küpper.

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