Stadtgeschichte

Hinweistafel erinnert an 600 Jahre Siegbrücken in Siegen

Die Hinweistafel weist auf die mehr als 600-jährige Geschichte des Bauwerks hin.

Foto: Hendrik Schulz

Die Hinweistafel weist auf die mehr als 600-jährige Geschichte des Bauwerks hin.

Siegen.   Heute eher unscheinbar, aber mit bewegter Geschichte: Ab 1466 überquerten die Siegener den Fluss trockenen Fußes. Heutige Brücke ist die fünfte.

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„Bahnhofstraßenbrücke“ trifft’s irgendwie nicht. Zumindest wird es dem Bauwerk nicht gerecht, findet nicht nur Bürgermeister Steffen Mues: Seit mehr als 600 Jahren führt an der Nahtstelle zwischen heutiger Ober- und Unterstadt ein Brückenbauwerk über die Sieg. Für die Stadt durchaus ein wichtiges Bauwerk, in Sachen Verkehr, Wirtschaft, heute Kultur. „Als Brücke ist sie nicht auf den ersten Blick erkennbar“, sagt Mues bei der Enthüllung der Hinweistafel, die dem interessierten Passanten dieses Stück Stadtgeschichte aufzeigen soll.

1466 wird das Bauwerk als Siegbrücke erwähnt. Vorher nutzten die Siegener vermutlich eine Furt durch die Sieg, um die Straße Richtung Köln zu erreichen. Im 15. Jahrhundert stand ein Bergfried auf der Brücke, der Anfang des 16. Jahrhunderts schon wieder abgerissen wurde. Vermutlich, so Mues, konnte der Zugang zur Brücke gesperrt werden – eine eisenbeschlagene Tür hatte der Bergfried jedenfalls.

Siegen wird ans Schienennetz angeschlossen

1700 etwa wurde die Brücke das erste Mal neu gebaut: Ein gewölbter Übergang mit sieben Bögen wurde geschaffen.

1882 – schon wieder ein Neubau. Siegen war Mitte des 19. Jahrhunderts an den Schienenverkehr angeschlossen worden, die Menschen kamen aus der Oberstadt, damals das Zentrum, zum Bahnhof. Die neue Brücke war daher breiter als die alte.

1904 wurde die Siegbrücke Standort für Henner und Frieder – zunächst ähnlich wie heute: Sie standen sich gegenüber. Über die Jahre wurde ihre Position immer mal verändert, seit „Siegen zu neuen Ufern“ stehen sie sich wieder gegenüber.

1930 stieg das Verkehrsaufkommen weiter: schon wieder eine neue, noch breitere Brücke. Diesmal aus modernem Stahlbeton.

Wehrmacht sprengt 1945 alle Brücken

1945 im März sprengte die Wehrmacht alle Siegener Brücken, um die Stadt trotz aussichtsloser Lage besser gegen die Alliierten verteidigen zu können. Henner und Frieder stürzten in die Sieg. Nach Kriegsende wurde eine Notbrücke gebaut.

1948 der fünfte Brückenneubau. Der hält diesmal gut 60 Jahre: Bis zum Städtebauprojekt „Siegen zu neuen Ufern“. Die heutige Brücke ist nochmal breiter (20 Meter) und bietet damit Platz für Feiern und Veranstaltungen – wie zum Beispiel beim Stadtfest. „Vor allem ist die Siegbrücke, wie in den sechs Jahrhunderten zuvor, ein zentraler Übergang über die Sieg“, sagt Steffen Mues. Und angesichts dieser Geschichte und dieser Bedeutung habe es die Brücke verdient, als „Siegbrücke“ bezeichnet zu werden. Auch wenn die Oberstadtbrücke, wo heute Henner und Frieder stehen, die schönere Brücke ist.

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