Einzelhandel

IHK Siegen fordert verkaufsoffene Sonntage ohne Anlass

Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener regt an, Händlern zu erlauben, an acht, zehn oder zwölf Sonn- und Feiertagen auch ohne Anlass zu öffnen.

Foto: Hendrik Schulz

Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener regt an, Händlern zu erlauben, an acht, zehn oder zwölf Sonn- und Feiertagen auch ohne Anlass zu öffnen. Foto: Hendrik Schulz

Siegen.   Stadtfest-Sonntag findet ohne geöffnete Läden statt – und büßt nach Ansicht der Kammer damit Attraktivität ein. IHK verweist auf Online-Handel.

Das Siegener Stadtfest am Sonntag findet ohne geöffnete Läden statt. „Es wird damit an Attraktivität einbüßen“, findet die Industrie- und Handelskammer (IHK) und fordert die Änderung des Ladenöffnungsrechts in NRW, das Verkaufsonntage und -feiertage lediglich aus Anlass von örtlichen Festen, Märkten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen erlaubt.

Solange die Ladenöffnung nur als „Wurmfortsatz“ des gewählten Anlasses fungieren dürfe, müssten Kommunalverwaltungen prognostizieren, ob die voraussichtliche Besucherzahl der Märkte größer ausfällt als die zu erwartende Zahl der Ladenbesucher bei alleiniger Ladenöffnung. „Das stellt eine nahezu unlösbare Aufgabe dar“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener. „Am Ende hängt über jedem Vorhaben das Damoklesschwert eines Gerichtsverfahrens.“

Gräbener regt an, Händlern zu erlauben, an acht, zehn oder zwölf Sonn- und Feiertagen auch ohne Anlass zu öffnen. „Online-Händler kennen auch keinen Ladenschluss. Ihre besten Geschäfte machen sie an Sonn- und Feiertagen.“ Dass Gewerkschaften dagegen protestierten oder an solchen Tagen einen Anlassbezug für deren Tätigwerden fordern, „ist uns bisher nicht aufgefallen“, merkt Gräbener an. „Der in Sonntagsreden immer wieder hochgelobte stationäre Handel schaut derweil in die Röhre.“

Kirche bittet um Verständnis

Nach der Gewerkschaft Ver.di, die die einstweilige Verfügung beim Verwaltungsgericht beantragt hatte, hat auch die katholische Kirche die Entscheidung gegen den verkaufoffenen Sonntag begrüßt. „Es handelt sich hier nicht um eine Entscheidung gegen den Einzelhandel und die Stadt Siegen, sondern für den Sonntagsschutz“, erklärt Dechant Karl-Hans Köhle. „Die Kirche steht an der Seite des oft hart auch gegen den Online-Handel kämpfenden Einzelhandels und der Stadt, die sich auf zahlreiche Besucher zum Stadtfest freut, bittet aber um Respekt vor Jahrtausende alte Traditionen, die dem Menschen und seiner Würde dienen.“

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