Inklusion

Inklusives Restaurant „Fünf10“ lädt zum Bier in Kreuztal

Die AWO-Vertreter Karl-Ludwig Völkel (v.l.) und Alexander Nikolay stoßen mit Stadträtin Edelgard Blümel und Landrat Andreas Müller auf den neuen Standort des „Fünf10“ in Kreuztal an.

Die AWO-Vertreter Karl-Ludwig Völkel (v.l.) und Alexander Nikolay stoßen mit Stadträtin Edelgard Blümel und Landrat Andreas Müller auf den neuen Standort des „Fünf10“ in Kreuztal an.

Foto: Michael Kunz

Kreuztal.  Das Restaurant „Fünf10“ hat am neuen Standort im Kulturbahnhof in Kreuztal eröffnet. Die Erfolgsgeschichte aus Geisweid soll fortgesetzt werden.

Er habe schon ein schlechtes Gewissen gehabt, lässt Landrat Andreas Müller wissen. Gar nicht wohl sei ihm gewesen, die AWO vor einiger Zeit informieren zu müssen, dass es für das inklusive Restaurant „Fünf10“ am Standort Geisweid wohl keine Zukunft gebe, weil das TZ-Gebäude auf der Verkaufsliste stehe. Glücklicherweise sei zeitnah eine sehr gute Lösung für das Problem gefunden worden, stellt Müller dann mit einem Rundblick in die neuen Räume des „Fünf10“ fest, das am Freitagabend in Kreuztal eröffnet wurde.

Gute Lösung für alle Seiten

Ab sofort können die bewährten und auch von ihm persönlich geschätzten Angebote dort im Kulturbahnhof genossen werden. Die Redner des Abends sind sich einig, dass aus schwierigen Umständen eine glückliche Lösung für alle Seiten erwachsen ist. Die AWO suchte schnell neue Räumlichkeiten, wollte das seit 2013 erfolgreich betriebene inklusive Gastronomiekonzept unbedingt fortsetzen. In Kreuztal wiederum sei es „trotz der tollen Location und hervorragenden Lage“ nicht gelungen, einen neuen Pächter für das Restaurant im Kulturbahnhof zu finden, sagt Stadträtin Edelgard Blümel. Da habe es der Stadt „ein wenig in die Karten gespielt“, dass sich die AWO „bezogen auf ihre Wirkungsstätte neu orientieren musste“.

Beide Seiten waren also interessiert. Nach erstem Kontakt im Mai 2019 durch Vermittlung der Krombacher Brauerei wurde der Vertrag im August unterschrieben und das Eröffnungsdatum für den Januar festgesetzt. Nun könne ein erfolgreiches Integrations- und Ausbildungsprojekt fortgesetzt werden, erklärt Edelgard Blümel und unterstreicht die Wichtigkeit eines Ortes, an dem Vielfalt und ein gesellschaftliches Miteinander ohne Barrieren gepflegt werden können: „Die Stadt Kreuztal ist stolz darauf, ein solches Vorzeigeprojekt aktiv unterstützen zu dürfen!“

Für den täglichen Mittagstisch meldet sie gleich selbst Interesse an. Noch vor wenigen Wochen sei hier eine Baustelle gewesen, davon sei jetzt nichts mehr erkennbar. „Hier ist etwas Tolles entstanden“, lobt Karl-Ludwig Völkel, Vorstandsvorsitzender des AWO-Kreisverbands, alle Beteiligten und ist sich sicher, dass das neue „Restaurant Bar Fünf10“ die in Geisweid begonnene Erfolgsgeschichte fortsetzen kann. Er dankt allen Beteiligten, besonders der Stadt Kreuztal und der Brauerei, und findet es auch gut, dass die Restaurant-Verantwortlichen bereits eine gewisse Planungssicherheit für das bevorstehende Jahr haben.

Aus Kundschaft wird Freundschaft

Tatsächlich kann Betriebsleiter Alexander Nikolay schon jetzt 34 Buchungen für Veranstaltungen aller Art bestätigen. Und neun Hochzeiten. Viele Stammgäste seien über die Jahre zu echten Freunden geworden, betont er und ist auch zufrieden, die komplette Mannschaft aus Geisweid in Kreuztal weiter dabei zu haben. Insgesamt arbeiten 18 Personen für das „Fünf10“, acht mit Behinderung. „Zwei sind außerdem noch in der Ausbildung“, fügt Nikolay an. Danach seien es dann 20 insgesamt und zehn mit Handicap.

Geplant sei diese paritätische Ausrichtung nicht gewesen, aber natürlich eine gute Sache, findet Nikolay, der das Prinzip von Miteinander und ehrlicher Gastlichkeit ernst nimmt. Was ab sofort auch dadurch deutlich werden soll, „dass wir jeden Gast mit einem Pils begrüßen werden.“

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