Veranstaltung

Jobsuche beim Speed-Dating in Siegen

Speed-Dating Handkwer: Handwerksbetriebe und Flüchtlinge schauen, wer zusammenpasst

Speed-Dating Handkwer: Handwerksbetriebe und Flüchtlinge schauen, wer zusammenpasst

Foto: Laura Handke

Siegen.   Geflüchtete Jugendliche stellen sich am Berufskolleg in persönlichen Gesprächen bei regionalen Handwerksbetrieben vor.

Etwa 40 Jugendliche haben sich vor der Aula versammelt. Sie sind sichtlich nervös, schauen immer wieder auf die Uhr, zupfen ihre Kleidung zurecht – denn sieben Arbeitgeber warten bereits auf sie. Beim „Speed-Dating Handwerk“ am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung schauen Handwerksbetriebe und geflüchtete Jugendliche, wer zusammenpasst. Der Integration Point Siegen hat die Veranstaltung in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd und dem Berufskolleg organisiert.

Die Teilnehmer

Die Jugendlichen wurden vorab, je nach Interessen, in kleine Gruppen eingeteilt. Bevor es losgeht bekommen die Teilnehmer einen kleinen Zettel, auf dem die Uhrzeiten und der jeweilige Tisch stehen.

Mahdere Sibathu kommt ursprünglich aus Eritrea. Seit ungefähr zwei Jahren ist er in Deutschland – seit sechs Monaten besucht er das Berufskolleg und hat dort verschiedene Fächer belegt. Auf seinem Halbjahreszeugnis stehen fast nur Einsen und Zweien – „und eine vier in Mathe. Daran muss ich noch arbeiten“, sagt der 19-Jährige.

Auch ein Praktikum im Straßenbau habe er schon absolviert. „Jetzt bin ich auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Ich bin total nervös“, sagt Mahdere Sibathu. Dann geht es los: Er muss zu Tisch sieben.

Auch Parisa Rahimi ist zum Speed-Dating gekommen, um eine Ausbildungsstelle zu finden. „Ich möchte gerne bei einem Friseur arbeiten“, sagt sie. Einen B1 Deutschkurs habe sie erfolgreich abgeschlossen und Erfahrungen als Friseurin habe sie bereits in ihrer Heimat, Afghanistan, gesammelt.

Pro Gespräch haben die Jugendlichen 15 Minuten Zeit, um zu überzeugen. Danach gibt es einen fliegenden Wechsel zur nächsten Runde – und damit zum nächsten Bewerber.

Als Mahdere Sibathu aus der Aula kommt, lächelt er zufrieden. „Es lief gut. Ich habe eine Praktikumsstelle als Stuckateur bekommen. Im April kann ich dort anfangen“, sagt er.

Auch Parisa Rahimi ist zufrieden: „Ich kann wahrscheinlich ein Praktikum beim Friseursalon Unicut machen“, sagt sie. „Darüber freue ich mich total.“

Die Unternehmen

Von elf angemeldeten Unternehmen seien sieben erschienen, sagt Nina Appel, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit. „Das ist sehr ärgerlich, aber wir sind guter Dinge, dass die Veranstaltung trotzdem ein voller Erfolg wird.“

Malerbetriebe, ein Friseur, ein Stuckateur, Bauunternehmen, Bodenleger, Holzbau und Ausbau – ein breites Spektrum an Handwerksbetrieben, bei denen sich die Jugendlichen bewerben können. „Ich finde die Veranstaltung ganz toll“, sagt Malermeister Stefan Maritsch.

„Es wird immer schwieriger, Fachkräfte zu finden. Und für die Jugendlichen ist das eine tolle Chance.“ Er habe bereits mit mehreren vielversprechenden Bewerbern gesprochen, wichtig seien aber auch die Deutschkenntnisse.

Tony Daniel, Inhaber des Friseursalons Unicut: „Ich hatte viele interessante und tolle Gespräche.“ Zwei bis drei Teilnehmern wolle er ein Praktikum im Salon anbieten.

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