Universität

Jubiläum: Bauingenieure besuchen Uni Siegen nach Jahrzehnten

Der 1958er-Jahrgang mit einer beim Laborrundgang entdeckten Namenstafel ihrer ehemaligen Ingenieurschule

Foto: Uni Siegen

Der 1958er-Jahrgang mit einer beim Laborrundgang entdeckten Namenstafel ihrer ehemaligen Ingenieurschule

Siegen.   Bauingenieure kehren Jahrzehnte nach ihrem Abschluss an die Universität zurück. Bei dem Besuch machen sie Rundgänge und erinnern sich zurück.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Elf Absolventinnen und Absolventen der Abschlussjahrgänge 1958 und 1978 waren zu Gast an der Uni Siegen, um runde Jahrestage zu feiern: 40 und 60 Jahre Examen im Studiengang Bauingenieurwesen. Die Alumni studierten damals die Studienfachrichtungen Wasser-, Tief- oder Konstruktivbau.

Anders als die Gruppe des Abschlussjahrgangs 1978 studierte der Abschlussjahrgang 1958 damals noch an der „Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen“ am Häusling – hervorgegangen aus der 1853 gegründeten Wiesen- und Wegebauschule und eine der Vorläufereinrichtungen der 1972 zunächst als Gesamthochschule gegründeten Universität Siegen. Im 1978er Abschlussjahrgang waren auch zwei Frauen – „zur damaligen Zeit waren Absolventinnen im Bauingenieurstudium die Ausnahme“, betont die Uni in einer Mitteilung.

Vielseitige Tätigkeiten

Gemeinsam mit Prof. Mathias Wirths, Vorsitzender des Alumni-Vereins Bauwesen Siegen, und Diplom-Ingenieur Rüdiger Graf, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Stadt- und Verkehrsplanung, begrüßte Dr. Susanne Padberg, zuständig für die Alumni-Arbeit, die Gruppe am Paul Bonatz-Campus. „Dass sich die damalige Ingenieurschule und die Gesamthochschule Siegen zur heutigen Universität entwickeln würde, konnten besonders die 1958er Jubilare damals nur erahnen“, heißt es weiter.

Zum runden Jahrestag überreichten die Gastgeber den ehemaligen Bauingenieur-Studierenden persönliche Urkunden. Da die elf Bauingenieurinnen und Bauingenieure insgesamt heute auf 530 Jahre Berufserfahrung zurückblicken, konnten sie von zahlreichen interessanten Tätigkeiten und Erfahrungen berichten: Einige der Alumni führte es während ihrer beruflichen Laufbahn ins Tiefbau-Geschäft oder in die städtische Verwaltung. Auch heute noch ist ein Großteil der Alumni in der Verwaltung tätig. Einer berichtete von insgesamt acht verschiedenen Stellen.

Die beiden Bauingenieurinnen, die die Vertiefungsrichtung Wasserbau studierten, sind bis heute in diesem Bereich in einer Stadtverwaltung tätig. Eine der beiden erzählte, dass sie ihren Traumberuf im Bereich Grundwasserschutz gefunden hat. Auf ihren Berufseinstieg habe sie einige Jahre warten müssen – aufgrund ihres Alters wollte die damals 22-Jährige zu dieser Zeit niemand einstellen.

Auf die Praxis vorbereitet

Mit zum Programm gehörte eine Besichtigung der Labore des Departments am Paul Bonatz-Campus. An erster Stelle stand das Straßenbaulabor von Prof. Michael M. Baier. Die Diplom-Ingenieurin Heike Völkner präsentierte neueste Entwicklungen im Bereich Straßenbelag. Das Simulationsmodell einer Talsperre im Wasserbaulabor von Prof. Jürgen Jensen stellte Diplom-Ingenieur Jörg Wieland vor und erläuterte ein neu entwickeltes Überlaufbecken.

Beim Rundgang wurden bei den Alumni viele Erinnerungen an die Studienzeit wach. So dachten sie unter anderem zurück an ihre Professoren, die sie aufs Berufsleben vorbereiteten. Der Praxisbezug sei erkennbar gewesen, wurde im Austausch mit den Alumni von 1978 deutlich. Das Studium habe nicht nur im Lernen von Theorie bestanden, sondern alles vermittelt, was für den Beruf erforderlich war. Die Alumni erinnerten sich auch an die ein oder andere schweißtreibende Prüfung und die Studienbedingungen, etwa die langen Fußwege zur Ingenieurschule in den 1950er Jahren. Aber, so der Tenor: An ihr Studium erinnern sie sich gern zurück.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik