Pflanzenwachstum

Konzept macht Siegen zur grünsten Großstadt Deutschlands

Nina Fischer (l.) von der städtischen Grünflächenabteilung sowie Jana Süßmann und Christoph Schlosser vom Team der Grünkolonne Süd stellen Bürgermeister Steffen Mues verschiedene Bepflanzungen vor.

Nina Fischer (l.) von der städtischen Grünflächenabteilung sowie Jana Süßmann und Christoph Schlosser vom Team der Grünkolonne Süd stellen Bürgermeister Steffen Mues verschiedene Bepflanzungen vor.

Foto: Stadt Siegen

Siegen.  Das Stadtgebiet blüht aus allen Ecken. Hinter dem blumigen Anblick steckt ein gärtnerisches Konzept der Stadt. Welches Ziel damit verfolgt wird.

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Frisches Grün für Siegen: Mehr als 10 000 neue Wildblumenstauden, Sträucher und Gräser erblühen derzeit im Stadtgebiet auf städtischen Grünflächen und Verkehrskreiseln. Entweder frisch angelegt wie vor sechs Wochen rund um den Kreisel in der Weidenauer Bismarckstraße oder bereits im vierten Wachstumsjahr in der Eiserfelder Ortsmitte.

„Wir leben in der grünsten Großstadt Deutschlands, und auch in unseren Innenstadt-Lagen wollen wir Bewohnern wie Besuchern ein ansprechendes Wechselspiel aus Grün und farbigen Blüten bieten. Das sieht nicht nur schön aus, sondern bringt auch im Hinblick auf die biologische Vielfalt einen Mehrwert“, sagte Bürgermeister Steffen Mues, der jetzt vor Ort in Eiserfeld das heranwachsende „Stadtgrün“ mit den Fachleuten von der städtischen Grünflächenabteilung in Augenschein nahm. „Unser Ziel ist eine nachhaltige Bepflanzung.“

Durchdachtes gärtnerisches Konzept

Hinter dem Pflanzenwachstum stecke ein durchdachtes gärtnerisches Konzept, denn die städtische Grünflächenabteilung setzt auf einen ökologischen Pflanzen-Mix an Straßen und stark versiegelten Flächen: „Die Pflanzen werden entsprechend des Standorts und der dort herrschenden stadtklimatischen Bedingungen ausgesucht. Sie sind an das Stadtklima sehr gut angepasst und kommen mit starker Hitze, Salzauftrag im Winter und verunreinigter Luft durch den Straßenverkehr klar“, erklärt Nina Fischer, zuständige Planerin bei der städtischen Grünflächenabteilung.

Rund 10 500 Stauden, krautige Pflanzen, Sträucher und Gräser sind in dieser Gartensaison bereits gepflanzt worden. Aufgrund des schnellen Wechsels von Winter- auf Sommertemperaturen laufen die Arbeiten für die rund 120 Mitarbeiter der Pflegekolonnen in den letzten Wochen auf Hochtouren. „Die Natur ist regelrecht explodiert“, erklärt Nina Fischer.

In dem hellen Kalkschotter, dem so genannten Steinmulch, wachsen die Pflanzen auf den Flächen jetzt immer deutlich sichtbarer heran: „Ob verschiedene Grüntöne, Blattstrukturen oder unterschiedliche Blüten – auf den Flächen ist während der gesamten Saison immer Abwechslung“, erklärt Fischer. „Der Trend geht weg von reinen Rasen- und Bodendeckerflächen.“ Die „Blühstauden-Mischpflanzungen“ seien nicht aufwändiger in der Pflege, würden aber einen „großen optischen und ökologischen Mehrwert bieten, so die Expertin.

Diese Trittsteinbiotope bieten wichtige Nahrungsquellen und Lebensräume für kleine Insekten und Bienen. Die Blühstauden haben „nicht gefüllte“ Blüten, auf denen Insekten ihre Nahrung leichter finden. Ein weiterer Vorteil: Die Flächen sind weniger arbeitsintensiv und beanspruchen weniger Pflanz- und Jätaufwand, auch das tägliche Gießen entfällt, erklärt Nina Fischer. Die meisten der überwiegend heimischen Gewächse wie Wolfsmilch, Parklilie, Iris oder Fetthenne muss man nur einmal pflanzen, denn sie vermehren sich von selbst in den Folgejahren weiter.

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