Betreuung

Krankes Kind: Noch immer kümmert sich fast nur Mama

Im Durchschnitt blieb im Jahr 2018 ein Elternteil pro Krankheitsfall zwei Tage zu Hause.

Im Durchschnitt blieb im Jahr 2018 ein Elternteil pro Krankheitsfall zwei Tage zu Hause.

Foto: Lars Heidrich

Siegen-Wittgenstein.   Wenn das Kind krank wird, ist es in der überwiegenden Zahl der Fälle die Mutter, die sich ums Kleine kümmert – und dafür zu Hause bleibt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Noch immer übernehmen im Kreis Siegen-Wittgenstein mehr Mütter als Väter die Pflege ihres erkrankten Kindes. Nach einer Auswertung der AOK Nordwest erhielten im vergangenen Jahr 1060 Mütter Kinderpflege-Krankengeld. Deren Anteil liegt damit bei rund 82 Prozent aller Fälle.

Insgesamt reichten im vergangenen Jahr 1287 Versicherte einen Antrag für das Kinderpflege-Krankengeld ein. Im Durchschnitt blieb ein Elternteil pro Krankheitsfall zwei Tage zu Hause.

„Wenn Kinder plötzlich krank sind und zu Hause betreut werden müssen, können viele berufstätige Eltern nicht zur Arbeit gehen. In diesen Fällen springen die gesetzlichen Krankenkassen finanziell ein, wenn der Arbeitgeber keine Entgeltfortzahlung leistet“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider.

154.000 Euro ausgezahlt

Die Krankengeldfälle bei Erkrankung eines Kindes stiegen bei der AOK Nordwest in den vergangenen Jahren kontinuierlich an: So erhöhte sich die Zahl der Fälle im Kreis Siegen-Wittgenstein in 2018 im Vergleich zum Vorjahr (1092) um etwa 18 Prozent. Allein im vergangenen Jahr zahlte die AOK im Kreis rund 154.000 Euro an ihre Versicherten.

Jeder Elternteil kann für jedes Kind unter zwölf Jahren bis zu zehn Arbeitstage pro Jahr Kinderpflege-Krankengeld in Anspruch nehmen, Alleinerziehende bis zu 20 Arbeitstage. Gehören mehrere Kinder unter zwölf Jahren zur Familie, ist die Zahl der Freistellungstage auf insgesamt 25, für Alleinerziehende auf maximal 50 Arbeitstage pro Jahr begrenzt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben