Arthrose

Kreisklinikum Siegen setzt auf Kniegelenkprothesen nach Maß

Dr. Friedhelm Bauer, Oberarzt der Unfallchirurgie am Kreisklinikum in Siegen, mit einem künstlichen Kniegelenk. Das Krankenhaus bietet individuell gefertigten Gelenkersatz an. 

Foto: Kreisklinikum

Dr. Friedhelm Bauer, Oberarzt der Unfallchirurgie am Kreisklinikum in Siegen, mit einem künstlichen Kniegelenk. Das Krankenhaus bietet individuell gefertigten Gelenkersatz an. 

Weidenau.   Das Kreisklinikum Siegen bietet Patienten individuelle Lösungen für den Kniegelenkersatz an.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Kniegelenkarthrose zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen. Manchmal ist Ersatz nötig. Das Kreisklinikum setzt auf Modelle aus dem 3D-Drucker.

Der Gelenkersatz

  • Nicht immer ist es möglich, dem Verschleiß mit Bewegung, Ernährungsumstellung oder Medikamenten Einhalt zu gebieten. Beim Gedanken an einen Gelenkersatz hätten viele Betroffene jedoch gemischte Gefühle und verspürten vor allem Angst vor möglichen Schmerzen durch das künstliche Gelenk. „Diese Schmerzen entstehen durch Kniegelenkprothesen, die nicht einhundertprozentig passen und sich deswegen nur bedingt an die Bewegungen angleichen“, erklärt Dr. Michael Palm, Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Orthopädische Chirurgie. „Aus diesem Grund setzen wir nun seit circa anderthalb Jahren auch maßgeschneiderte Prothesen ein, die extra für den Patienten angefertigt werden.“ Sie würden die Eigenschaften des natürlichen Knies exakt nachempfinden.


Das Vorgehen

  • Um die Gegebenheiten des erkrankten Knies genau zu erfassen, wird zunächst ein CT-Scan durchgeführt, der als Basis für ein detailliertes 3D-Modell der Gelenkoberflächen dient. Auf diese Weise ist es möglich, die mithilfe eines 3D-Druckers hergestellten Implantate und sogar die Operationsinstrumente genau an die Anatomie des Patienten anzupassen. „Ein Knie ist wie ein Fingerabdruck“, betont der Medizinproduktberater des Herstellers. Die Formen und Oberflächen des Gelenks seien einhundertprozentig individuell und häufig entgegen vieler herkömmlicher Prothesen nicht symmetrisch. „Als Chirurg habe ich normalerweise nur eine gewisse Auswahl an Prothesengrößen zur Verfügung und muss mich für die Variante entscheiden, die am ehesten zu dem jeweiligen Knie passt“, erläutert Dr. Friedhelm Bauer, Oberarzt der Unfallchirurgie. „Dadurch kann es bei konventionellen Gelenkprothesen dazu kommen, dass Teile nicht anatomisch genau passen.“ Die maßgefertigten Prothesen würden genau auf den Patienten zugeschnitten.

Die Operation

  • Bei der Operation handelt es sich um einen minimalinvasiven Eingriff mit einer Dauer von 60 bis 90 Minuten. Anders als beim herkömmlichen Gelenkersatz muss bei den Modellen aus dem 3D-Drucker keine Markraumöffnung zur Einführung der Ausrichtstäbe stattfinden. Diese werden normalerweise benötigt, um die Prothese exakt zu positionieren. Da der Hersteller jedoch neben den passenden Prothesen auch individuell gefertigte Schablonen für die Operation mitliefert, werden die Ausrichtstäbe nicht benötigt und somit der umliegende Knochen geschont, sagen die Experten.

Die Kosten

  • Die Behandlung sowie Material- und Fertigungskosten übernimmt die Krankenkasse. Dennoch gibt es in einzelnen Fälle Gründe für herkömmlichen Gelenkersatz, etwa einen besonders hohen Verschleiß der Knochenstruktur oder bei gravierenden Bandinstabilitäten. Dies entscheidet der Chirurg bei jedem Patienten individuell. Bisher befindet sich die nächste Klinik, die einen passgenau gefertigten Gelenkersatz anbietet, in Köln – in Siegen gebe es mit dem Kreisklinikum nur eine Anlaufstelle.

Die Zukunft

  • „Wir haben im Laufe der Zeit gute Erfahrungen mit den maßgeschneiderten Prothesen gemacht“, sagt Dr. Bauer. „Die Patienten sind in der Regel schneller wieder auf den Beinen und auch subjektiv zufriedener. Solche individuell gefertigten Implantate werden definitiv die Zukunft sein.“
  • Die Lokalredaktion Siegen ist auch auf Facebook
Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Mehr zum Thema
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik