Jugendkultur

Kreuztal: Graffiti für Skate-Bowl mit Style Fiasko Siegen

An der Bowl in Kreuztal haben Jugendliche an einem Graffiti Workshop mit Style Fiasko aus Siegen teilgenommen. Die Farbe in der Bowl war abgefahren und musste erneuert werden. Thema: Weltraum.

An der Bowl in Kreuztal haben Jugendliche an einem Graffiti Workshop mit Style Fiasko aus Siegen teilgenommen. Die Farbe in der Bowl war abgefahren und musste erneuert werden. Thema: Weltraum.

Foto: Jennifer Wirth

Kreuztal.   Jugendliche verschönern im Rahmen eines zweitägigen Workshops ihre eigene Skateanlage. Thema: Weltraum, eindeutig Favorit der Nachwuchs-Sprayer.

Skatepark Kreuztal: Der Duft von Lack liegt in der Luft. Die Sonne knallt – die Farben auch. Schön bunt soll’s werden. Ein grüner Alien nimmt langsam Gestalt an. Und auch ein Astronaut bekommt gerade den Feinschliff. Es wird getüftelt und geschwitzt. Die Bowl, eine Art trockengelegter Pool, bekommt einen neuen Anstrich. Oder ist es eher ein An-Sprüh? Die Jungs vom Verein Style Fiasko sind da und zeigen Kreuztaler Jugendlichen, wie man Graffiti macht. Die Kinder- und Jugendförderung hat den zweitägigen Workshop jetzt organisiert – gefördert vom Kulturrucksack NRW.

Fabian steht vor der Rakete und setzt mit dem Sprühlack an. „Ich mache das Nuklearzeichen gelb“, erklärt er. „Man muss die Dose immer gerade halten und es gibt verschiedene Aufsätze.“ Seine Finger sind ganz bunt und auch seine Hose hat schon einiges abbekommen. Fest drückt er auf den kleinen Deckel und bringt Farbe in die Bowl. Die ist nötig, weil seit der letzten Aktion vor drei Jahren kaum noch welche am Becken haftet. „Das ist alles abgefahren“, erklärt Frank Weber von der Stadt. Welches Motiv dieses Mal die Wände des Beckens zieren darf, darüber haben die Kinder abgestimmt. Eindeutiger Favorit: Der Weltraum.

Reiz des Illegalen

„Die Kinder haben einen Einführungskurs bekommen und mehr über die Geschichte der Graffiti gelernt“, sagt er. Dann durften sie erste Sprüh-Übungen auf Platten machen. Schnell war der Kurs ausgebucht: Vermutlich, so denkt Frank Weber, weil Sprayen häufig illegal ist und es viele reizt, selbst eins zu entwerfen. „Wir fördern wildes Sprühen nicht. Das haben wir den Jugendlichen ausdrücklich gesagt“, so Weber. Unter Anleitung sollen die Kinder dennoch die Möglichkeit haben, es einfach mal zu probieren. „Ein schönes Graffito lenkt die Blicke auf sich.“

Gelernt haben sie das Sprayen unter anderem von Harei (der eigentlich Hans-Reinhart Meise heißt – was aber nur halb so cool klingt) von Style Fiasko. Mit seinen drei Kollegen leitet er die 10- bis 15-Jährigen an. Die Motive haben sich die Vier vorab ausgedacht. Sie zeichnen die Bilder vor. „Große Flächen ausfüllen können alle. Den Feinschliff machen wir“, sagt Harei. Doch so einfach wie das klingt, ist es nicht. Wer die Dosen mit der Spezialfarbe aus dem Künstlerbedarf falsch hält, der bekommt entweder nur Gas heraus oder erzeugt einen hässlichen Farbverlauf. „Gerade am Boden ist es schwierig mit der Dose.“ Auch die Wölbungen in der Bowl müssen beachtet werden. Harei ist wichtig, dass die Kinder möglichst viel selbst machen. Schließlich sei es ihr Skatepark. Wer mithelfe, gehe auch besser damit um. „Das Motiv sieht dann vielleicht nicht so aus, wie wir uns das gedacht haben. Aber es ist selbst gemacht.“ Harei ist überzeugt: Graffiti malen, das kann jeder.

Neues Hobby gefunden

Pia und Lea sind mit dem Ende der Rakete beschäftigt. Nur wenige Mädels machen beim Workshop mit, aber die beiden haben sichtlich Spaß. Mit Mundschutz sprühen sie drauflos. „Ich kann meine Fantasien dabei rauslassen. Das gefällt mir einfach“, sagt Lea. Ihr Traum: Sprühen als Hobby – und wenn’s nicht verboten wäre, dann würde sie gerne „einen richtigen Zug ansprühen“. Pia sieht das wirtschaftlicher: „Eine Dose kostet 3,50 Euro. Das ist teuer“, mahnt sie.

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