Wirtschaft

Kreuztal: Kessler Plastics in eigenverwalteter Insolvenz

Am Standort Kredenbach (Gebäude unten Mitte) sind rund 75 Mitarbeiter tätig.

Am Standort Kredenbach (Gebäude unten Mitte) sind rund 75 Mitarbeiter tätig.

Foto: Hans Blossey

Kredenbach.   Zahlungsmoral und -konditionen von Kunden aus der Automobilindustrie bringt Familienunternehmen in Bedrängnis. Geschäftsleitung ist optimistisch.

Die Firma Kessler Plastics hat eine Insolvenz in Eigenverwaltung eingeleitet. Grund ist laut Dr. Arno Rogalla, Mitglied der Geschäftsführung, nicht die Auftragslage. Vielmehr hätten Zahlungsmoral und -konditionen von Kunden aus der Autoindustrie dazu geführt, dass die Firma in Zahlungsschwierigkeiten geraten sei. Arbeitsplätze sind nicht gefährdet. Die Geschäftsleitung sei sehr erfreut, dass die Mitarbeiter mit vollem Einsatz weiter für die Firma tätig seien.

Die Firma: Das familiengeführte Unternehmen, 1988 gegründet, stellt nach eigenen Angaben hochwertige technische Kunststoffteile und -baugruppen her, setzt pro Jahr rund 12 Millionen Euro um. Kunden sind die Auto, Elektro- und Hausgeräteindustrie wie Audi, BMW, Daimler, VW und Miele. Derzeit rund 75 Mitarbeiter arbeiten in hauseigenem Werkzeugbau und der Spritzgießfertigung. Bereits heute liege ein fester Auftragsbestand bis über die Jahresmitte hinaus vor – in dieser Branche überaus positiv, so Rogalla.

Arbeitsplätze erhalten

Die Insolvenz: Neben Zahlungsschwierigkeiten habe es auch Probleme mit Projekten gegeben, heißt es weiter. Diese Probleme sollen kurzfristig behoben werden. Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten wurden sofort informiert, die Geschäftstätigkeit wird unvermindert fortgesetzt.

Die Ziele: Strukturen und Kosten müssten angepasst werden, heißt es von der Geschäftsführung. Betriebsrat und Gewerkschaft werden beteiligt. „Alle Akteure – Sachwalter, Sanierungsberater, Mitarbeiter, Geschäftsleitung und Führungskräfte – werden alles dafür tun, die Arbeitsplätze zu erhalten und den Betrieb so schnell wie möglich in eine nachhaltige neue Struktur zu überführen“, so Rogalla. Vor allem soll ein strategischer Investor gesucht werden, der Geschäfte und Kundenbeziehungen am Standort Kredenbach fortsetzt und zusätzliches Volumen ins Unternehmen bringt. Konkrete Gespräche mit Interessenten finden bereits statt. Die Voraussetzungen für einen Investor seien in jeder Hinsicht ausgesprochen gut, so Rogalla.

Der Zeitplan: Für den Verkauf wird ein halbes Jahr als realistisch angesehen. Unabhängig davon muss das Unternehmen ab April wieder wirtschaftlich arbeiten – auch das sei absolut erreichbar.

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