Umwelt

Kreuztal: Planung für Windräder in der Sackgasse

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Der Entwurf des Regionalplans sieht den Kindelsberg als Standort für Windräder vor. Da will die Stadt Kreuztal sie nicht haben – woanders ist aber der Schwarzstorch im Weg.

Der Entwurf des Regionalplans sieht den Kindelsberg als Standort für Windräder vor. Da will die Stadt Kreuztal sie nicht haben – woanders ist aber der Schwarzstorch im Weg.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Kreuztal.  Wegen des Regionalplan-Entwurfs kommt die Stadt nicht weiter – Strom wird in Kreuztal trotzdem produziert.

„Wir erzeugen selbst Strom.“ Das stellt Daniel Schlabach vom städtischen Gebäudemanagement fest. „Und zwar in nicht unerheblichem Maße.“ Fast 1602 Megawattstunden – aus Faulgas aus dem Klärwerk, nicht etwa durch Windenergie.

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Windkraft

Bei der Windkraft kommt die Stadt nicht weiter, wie Stadtplanerin Petra Kramer im Infrastrukturausschuss berichtet. Im Wege steht der Entwurf des Regionalplans, der gegen den Willen der Stadt einen Windkraftstandort auf dem Kindelsberg vorsieht. „Wir wissen nicht, wie das weitergeht. Es ist nicht möglich, eine rechtssichere Planung aufzustellen.“ Abgesehen davon: Der Schwarzstorch hat seinen Horst im Bereich der von der Stadt seit 2016 ausgesuchten künftigen Windkraft-Vorrangzonen im nördlichen Stadtgebiet erneut belegt.

„Es ist nicht leichter geworden“, sagt Petra Kramer. Sollte allerdings ein Investor nun einen Bauantrag für Windräder auf dem Kindelsberg stellen, „würden wir mit allen Mitteln weiterplanen.“ Denn nur mit einer wirksamen Windkraftzone kann die Bauanträge für andere Standorte zurückweisen. Trotz Schwarzstorch: Zumindest zurückgestellt werden könnte der Bauantrag. Auch eine befristete Veränderungssperre wäre dann möglich.

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Energiebericht

Kläranlagen: Die Kläranlagen sind nicht nur der größte Energieerzeuger der Stadt, sondern auch der größte Verbraucher. Mit dem Strom aus Faulgas werden 64 Prozent es Bedarfs gedeckt, 36 Prozent müssen noch hinzugekauft werden. Das geht aus dem Energiebericht hervor, den Daniel Schlabach im Infrastrukturausschuss vorstellte. 50 Prozent der von der Stadt bezogenen elektrischen Energie werden in den beiden Kläranlagen Kreuztal und Buschhütten verbraucht.

Schulen und Hallen: Bei der Heizenergie sind die Schulen die besten Kunden; sie haben fast 3958 Megawattstunden benötigt. „Die Schulen haben somit auch das größte Potenzial zur Einsparung der Wärmeenergie“, heißt es in dem Bericht – wenngleich dieser Wert im Vergleich zu anderen Kommunen schon jetzt niedrig ist. „Der Distanzunterricht oder das vermehrte Lüften der Räume aufgrund der Corona-Pandemie hat sich kaum auf die Werte ausgewirkt.“ Gespart hat die Stadt während der Lockdowns aber Strom für Schulen und Hallen. „Danach führte allerdings das vermehrte Lüften der Hallen wieder zu einem Mehrverbrauch“ – dort mussten die Raumlufttechnikanlagen länger laufen, um Frischluft in die Hallen zu pumpen.

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Bei der Straßenbeleuchtung sinkt der Stromverbrauch stetig. Von den 3578 Leuchten sind bereits 687 mit LED ausgerüstet.

Im Freibad Buschhütten erzeugt die neue Solarabsorberanlage 30 Prozent mehr Strom, mit der Umstellung der Wärmeversorgung von Öl auf Gas wurde der Energieverbrauch um 23 Prozent verringert.

Energieerzeugung: In mehreren Gebäuden hat die Stadt Wärmepumpen installiert, zwei Kitas werden mit Solarthermie geheizt. Mit drei Photovoltaikanlagen und zwei Kraft-Wärme-Kopplungen werden – zusätzlich zum Klärwerk-- noch einmal fast 50.000 Kilowattstunden Strom erzeugt.

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