Stadtplanung

Kreuztal streitet über Zukunft des Bender-Areals

Aus mehreren Fraktionen kommen Stimmen, die  zum Teil über hundert Jahre alten Hallen nicht komplett abzureißen.

Aus mehreren Fraktionen kommen Stimmen, die zum Teil über hundert Jahre alten Hallen nicht komplett abzureißen.

Foto: Steffen Schwab

Kreuztal.   Bürgermeister sieht keine Alternative mehr zu Wohnbebauung. CDU, FDP und Grüne für Gewerbe am Ferndorfer Bahnhof.

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Nicht nur über die zukünftige Verwendung des Bender-Areals in Ferndorf gehen die Meinungen in der Politik auseinander — sondern auch darüber, welchen Spielraum für Entscheidungen es überhaupt noch gibt. Die Alternative, auch den zum Bahnhof gelegenen östlichen Teil zukünftig gewerblich zu nutzen, stelle sich gar nicht mehr, sagte Bürgermeister Walter Kiß am Donnerstag im Hauptausschuss. Der Regionalrat habe gerade die Umwandlung des Areals in eine Wohnbaufläche beschlossen, „wir sind im Verfahren deutlich weiter.“

Stimmen für Gewerbe statt Wohnen

Harald Görnig (CDU) hatte, als Mitglied des CDU-Stadtverbandsvorstandes, die Idee eines Gründerzentrums und einer Eventhalle ins Gespräch gebracht. Für eine Befassung der Gremien, so Görnig, sei „der Zeitpunkt noch nicht gegeben“. Bürgermeister Kiß sprach deshalb von einer „Einzelmeinung“, die „schon im Ansatz keineswegs wirtschaftlich darstellbar“ sei. Es gebe, nach der Stilllegung von Bender, keinen Bestandsschutz mehr für das bisherige Industriegebiet, an das die Wohnbebauung sehr nahe herangerückt sei. Überdies drückten die Altlasten; die Verschmutzungen im Boden „drohen schon die Ferndorf zu belasten“. Das und mehr, so Arne Siebel (CDU), hätten die Ratsfraktionen auch gern vorher gewusst. Die kontinuierliche Information „fehlt ein bisschen“.

Frank Wieland Frisch (FDP) pflichtete bei: Auch ihm seien „erst später Gedanken aufgekommen“, auch das östliche Gelände „nicht nur für Wohnbebauung zu nutzen“. „Total interessant“ nannte Dieter Gebauer (Grüne) die Idee der CDU und fragte, wo eigentlich den Beschluss für den Total-Abbruch gefasst worden sei. Im Hauptausschuss, erinnerte Bürgermeister Kiß, verbunden mit dem Kauf des Geländes durch die Stadt.

Mit zehn Stimmen, darunter der des Bürgermeisters, gegen neun lehnte der Ausschuss den Antrag der CDU ab, die Gremien „zukünftig unmittelbar“ auf dem Laufenden zu halten. Das werde er aber trotzdem tun, sicherte Kiß zu: „Eine Selbstverständlichkeit.“ Abgesehen davon war er sauer: „Ich kann solche Verfahren nicht von Befindlichkeiten abhängig machen, die sich vierteljährlich ändern.“ Arne Siebel (CDU) verkniff sich den Hieb auf Kiß’ Parteifreunde nicht: Im Sommer habe die SPD über ein „Museum“ gesprochen.

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