Stadtentwicklung

Kreuztal: Thomas Kutschaty besucht Bender-Areal in Ferndorf

Auf dem Ferndorfer Bender-Gelände wird die Industriearchitektur des frühen 20. Jahrhunderts Bestandteil des Smart-Living-Konzepts.

Auf dem Ferndorfer Bender-Gelände wird die Industriearchitektur des frühen 20. Jahrhunderts Bestandteil des Smart-Living-Konzepts.

Foto: Ina Carolin Lisiewicz / WP

Kreuztal.  Das Bender-Gelände in Kreuztal-Ferndorf soll nach dem Umbau Raum für eine Vielfalt von Lebens- und Arbeitsformen bieten. Ein Vorzeigeprojekt?

Den ersten Stern der Südwestfalen-Regionale 2025 hat das Bender-Projekt in Ferndorf schon: Auf dem alten Fabrikgelände möchte die Stadt Kreuztal unter anderem bezahlbaren Wohnraum und eine Veranstaltungshalle schaffen. Thomas Kutschaty, Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion NRW, schaute sich im Rahmen seiner Sommertour nun das Areal gemeinsam mit seinen Parteikollegen aus der Region an.

Kreuztal: Wettbewerb für Bender-Areal ausschreiben

„Derzeit sind wir dabei, einen Wettbewerb für die Gestaltung des Bender-Geländes auszuschreiben“, sagt der Kreuztaler Bürgermeister Walter Kiß. Wie viele Wohnungen auf dem Areal mal entstehen werden, steht noch nicht fest. Angepeilt sind erst einmal 100 Stück. „Wenn der Wettbewerb abgeschlossen ist, wird sich die endgültige Zahl ergeben“, betont Walter Kiß.

„Wir sind sehr gefragt als Wohnstandort. Wir können den Bedarf überhaupt nicht mehr befriedigen.“ Daher gilt das Prinzip: Umso mehr Wohnungen, desto besser. Beliebt werden die neu geschaffenen Wohnungen vermutlich sein: „Wir sind die Kommune mit dem größten Zuzugsdruck“, so Kiß. Auch sei die Kreuztaler Innenstadt von dem ehemaligen Fabrikgelände aus in wenigen Minuten erreichbar.

Bender-Areal in Kreuztal: „Co-Working“, „Co-Living“ und „multilokales Wohnen“

Aber es sind nicht nur bezahlbare Wohnungen, die auf dem Areal geschaffen werden sollen. „Co-Working“, „Co-Living“ und „multilokales Wohnen“ sind hier die Schlagworte: Das Gelände soll Raum für eine Vielfalt von Lebens- und Arbeitsformen bieten. Menschen verschiedener gesellschaftlicher, beruflicher oder ethnischer Herkunft, verschiedenen Alters, familiärer, beruflicher oder gesundheitlicher Situation könnten nachbarschaftlich verbunden werden – so zumindest die Idee.

Verwirklicht werden soll mit dem Projekt auch das „Smart Living“, das eine technische, digitale Komponente hat: Dazu gehören Raum-Sharing und App-basiertes Fahrzeug-Sharing ebenso wie „intelligente“ Beleuchtungssysteme und Abfallbehälter. Auch über „Tiny Houses“ (kleine Häuser) werde nachgedacht, berichtet Kiß. Das sind fertig produzierte und angelieferte Fertig- oder Modulhäuser mit bis zu 50 Quadratmetern Wohnfläche, die keine Bodenplatte brauchen. Wichtig sei bei dem Projekt, dass ein Stück der „Industrieromantik“ des Areals erhalten bleibe, betont Kiß.

Kreuztal: Auf dem Bender-Gelände mit Holz arbeiten

„Wir sind eine Holzregion. Der Überschuss der letzten Jahre spielt uns in die Hände: Wir wollen das Thema auch hier aufgreifen“, sagt Walter Kiß. Thomas Kutschaty weist darauf hin, dass sich die Umgestaltung des Geländes zum „Vorzeigeprojekt“ entwickeln könne.

„Das hatten wir auch so vor. Ich hoffe auf eine angemessene finanzielle Unterstützung“, betont Walter Kiß. „Wir nehmen alles, was wir kriegen können.“ Auch ein Geschosswohnungsbau mit Holz ist auf dem Areal denkbar. Ebenso sollen Eisen und Stahl auf dem Gelände weiterhin eine Rolle spielen.

Südwestfalen-Regionale 2025: Bender-Gelände hat den ersten Stern

Für all diese „herausragenden konzeptionellen Ideen“ hat das Bender-Projekt bereits den ersten Regionale-Stern erhalten. Mit der Vergabe des zweiten Sterns würde der Regionale-Ausschuss den Zugang zu konkreten Förderprogrammen öffnen.

Mit der Vergabe des dritten Sterns würde der Ausschuss zum Ausdruck bringen, dass das Projekt den Anforderungen entspricht. An diesem Punkt kann die Umsetzung beginnen.

Kreuztal: Bender-Ferndorf Rohr GmbH stellte 2015 Betrieb ein

Die Firma Bender-Ferndorf Rohr GmbH stellte 2015 ihren Betrieb ein. Ende 2017 haben Stadt und die Sparkassen-Tochter S-Bauland die Flächen zu beiden Seiten des Mühlenweges gekauft.

1917 wurde Bender Rohr gegründet. Nach rund einhundert Jahren ist der Boden des Geländes zu weiten Teilen kontaminiert. „Das Gelände ist sehr altlastenbehaftet“, so Walter Kiß.

Kreuztal: Abbruch des Bender-Geländes im Jahr 2022

Das Jahr 2022 ist für den Abbruch und Bodenaustausch eingeplant. „Es sind noch Gutachten notwendig, deren Auswertung noch andauert“, so Walter Kiß.

Das betrifft vor allem die Bodenproben. Auch die Kosten für das Projekt seien derzeit noch völlig unklar, sagt Walter Kiß.

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