Stadtentwicklung

Kreuztal: Waldkindergarten ja, Wohnmobilstellplätze nein

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Das Haus der Landwirtschaft in Ferndorf wird erweitert. Auf dem Feld dahinter entsteht ein Waldkindergarten.

Das Haus der Landwirtschaft in Ferndorf wird erweitert. Auf dem Feld dahinter entsteht ein Waldkindergarten.

Foto: Steffen Schwab

Kreuztal.  Für Wohnmobilstellplätze will die Stadt Kreuztal Alternativen zum Ostheldener Robertsweiher suchen.

Auch außerhalb der Stadtmitte wird geplant: Es geht um einen Waldkindergarten, um Wohnmobilstellplätze und ein kleines Wohnviertel.

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Waldkindergarten in Ferndorf

Über dem Haus der Landwirtschaft an der Zitzenbachstraße entsteht auf einem städtischen Grundstück ein Waldkindergarten. Im September wollen die Waldritter, die seit 2020 die Waldkita „Flecker Waldwichtel“ auf dem Gelände ihres Naturerfahrungszentrums in der Freudenberger Gambach betreiben, im Sozialausschuss ihr Konzept für die Ferndorf vorstellen. Auf der Freifläche am Waldrand wird eine Jurte stehen, am Rand mehrere Tiny-Häuser des Hilchenbacher Herstellers Vahee: zwei für Gruppenräume und je eins für Küche/Büro und WCs. Insgesamt sollen Plätze für 20 Kinder angeboten werden.

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Im Infastrukturausschuss wurde jetzt grünes Licht für die erforderliche Änderung des Bebauungsplans In den Brüchen gegeben. Damit verbunden ist die Erweiterung des 2013 eröffneten Hauses der Landwirtschaft. Dort haben die landwirtschaftlichen Kreisverbände Siegen-Wittgenstein und Olpe ihre Geschäftsstelle, außerdem sind dort Betriebshilfsdienst und ein Büro der Landwirtschaftskammer angesiedelt. Größter Mieter ist die Biologische Station Siegen-Wittgenstein, die mehr Platz braucht. Die Biologische Station sei „ein wichtiger Anlaufpunkt in der Region", sagte Arne Siebel (CDU), die Waldkita eine „sinnvolle Ergänzung" des Betreuungsangebotes für Kreuztal: „Das wird die Platzproblematik in Ferndorf und Kredenbach ein bisschen entspannen.“

Wohnmobilstellplätze am Robertsweiher in Osthelden

Stellplätze für drei Wohnmobile können am Wanderparkplatz am Robertsweiher bei Osthelden angelegt werden: mit Stromsäule, Frischwassersäule, Abwassersäule für fäkalienhaltiges und Abflussrinne für fäkalienfreies Abwasser. Die Idee kam vom Bürgerverein, der auch die Patenschaft für den Platz übernehmen will. Die Stadt müsste insgesamt bis zu 85.000 Euro investieren.

Arne Siebel (CDU) ließ durchblicken, dass der Wunsch des Bürgervereins nicht vom ganzen Dorf geteilt wird. „Das bringt vielleicht den Ortsfrieden ins Ungleichgewicht.“ Siebel regte an, für ein Stellplatzkonzept das gesamte Stadtgebiet zu betrachten. „Es gibt vielleicht attraktivere Orte.“ Ähnlich äußerte sich Harald Görnig (CDU): Günstiger wären Standorte mit Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten in erreichbarer Nähe. Die Bezahlmöglichkeit mit Münzen lehnte Görnig wegen Vandalismus-Risiken ab: „Es wäre billiger, die Plätze kostenlos zur Verfügung zu stellen.“ Sascha Zowierucha (CDU) schloss sich der Kritik von Harald Görnig am bisher einzigen Wohnmobilstellplatz am Heugraben in der Stadtmitte an: „Unter aller Sau.“ Ohne Entsorgungsstation wollte Stadtbaurätin Christian Eckstein den neuen Standort aber nicht sehen: „Wir müssen sicherstellen, dass die Fäkalien nicht im Robertsweiher oder in Osthelden landen.“

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Der Infrastrukturausschuss vertagte die Entscheidung schließlich. Harald Görnig (CDU) regte an, nicht nur an Kreuztal-Besucher zu denken, sondern auch an Kreuztaler, die mit dem Wohnmobil aus dem Urlaub zurückkehren: Für sie wäre eine Entsorgungsstation am Klärwerk hilfreich. Mindestens 12.000 Euro, so Tiefbauamtsleiter Roland Jarzina, müsste die Stadt dafür ausgeben.

Wohnviertel am Struthbornweg in Eichen

Sieben bis acht Wohnhäuser können an der Ecke Struthbornweg /An der Hofwiese in Eichen entstehen. „In Salamitaktik“ wolle dei Stadt die Erschließung des Hanker-Baugebietes umsetzen, kritisierte Arne Siebel (CDU). Dafür sei der Struthbornweg, der schon jetzt für Fahrzeuge mit mehr als zehn Metern Länge gesperrt ist, nicht ausgelegt. Dieter Gebauer (Grüne) beanstandete, dass mit der vorgegebenen Ausrichtung der Dachfirste der Einsatz von Photovoltaik erschwert werde. Das sei tatsächlich „suboptimal“, räumte Stadtplanerin Petra Kramer ein, geschehe aber „mit Rücksicht auf das Gelände“. Bei einer Südausrichtung der Dachflächen würden die Häuser – auf einem Hang mit 20 Prozent Gefälle – erdrückend wirken. „Das dürfte nicht zur Akzeptanz beitragen.“

Die Dachausrichtung nach Westen soll nun nur für die untere Gebäudereihe festgelegt werden, eine Machbarkeitsstudie für eine bessere Erschließung des Hanker werde in Auftrag gegeben, kündigte Stadtbaurätin Christina Eckstein an. „Es gibt überhaupt keinen Grund, die Planung nicht fortzuführen“, sagte Jochen Schreiber (SPD), „wir haben enormen Mangel an Bauland.“

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