Geschichtswerkstatt

Kreuztalerinnen schreiben Frauen-Stadtgeschichte

Erinnerung an Alma Siedhoff-Buscher:  Monika Molkentin-Syring, Rosemarie Weickenmeier, Heike Siebel  mit Schiffbauspiel und Ria Siewert mit der Geburtsurkunde von 1899 (von links)

Erinnerung an Alma Siedhoff-Buscher: Monika Molkentin-Syring, Rosemarie Weickenmeier, Heike Siebel mit Schiffbauspiel und Ria Siewert mit der Geburtsurkunde von 1899 (von links)

Foto: Stadt Kreuztal

Kreuztal.  Leben und Leistungen von Frauen in Kreuztal werden von der Heimatgeschichtsschreibung übersehen Die neue Geschichtswerkstatt holt das nach.

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Die Geschichtswerkstatt rund um die Geschichte der Frauen in Kreuztal ist jetzt in der Stadtbibliothek gegründet worden.

Der Einstieg

Zur Einführung gab es Beispiele:

„100 Gramm Gänseblümchen“ ist die selbst geschriebene Lebensgeschichte einer jugendlichen Kredenbacherin zur Zeit des 2. Weltkrieges.

Außerdem rückten die mit Verdienstorden geehrten, aber nicht mehr sichtbaren Frauen in den Mittelpunkt des Interesses.

Dazu kam der Blick auf erste erinnerbare Kreuztaler Ärztinnen, Lehrerinnen, Künstlerinnen sowie das Leben und Sterben der Jüdinnen. Heike Siebel brachte ihr Schiffbauspiel mit, das Alma Buscher um 1923 entworfen hat und das bis heute vertrieben wird. Alma Siedhoff-Buscher, 1899 in Kreuztal geboren, studierte von 1922 bis 1925 am Bauhaus in Weimar. Sie war Kunsthandwerkerin, Tischlerin, Möbeldesignerin und Spielzeugentwerferin.

Für die „Jungen Wilden“ steht Tine Nell als erfolgreiche Autorin und Poetry-Slammerin.

Ebenfalls ein Thema sind die Kreuztalerinnen mit ausländischen Wurzeln.

Die ersten Themen

In der Vorstellungsrunde kam es zu einem intensiven Austausch über allerlei, nicht immer nur positive Erfahrungen, Erinnerungen und Erzählungen. Rosemarie Weickenmeier, Judith Buchen, Heike Siebel, Ingrid Kalberg, Ria Siewert als Stadtarchivarin und Monika Molkentin-Syring als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kreuztal waren zum Start dabei, Stephan Hahn und Eva-Maria Holly werden sich anschließen.

In den nächsten Wochen will sich die Geschichtswerkstatt mit den Trümmerfrauen nach dem Ende des 2. Weltkriegs befassen – mit ihnen in Verbindung gebracht wird zum Beispiel die Trauerhalle auf dem Eichener Friedhof. Wissen will die Geschichtswerkstatt, ob es in Kreuztal und den anderen Ortsteilen Trümmerfrauen gab, die den Wiederaufbau begleiteten. „Wer weiß etwas darüber und kann uns darüber berichten?“

Auch die im Einwohnerbuch gefundenen Berufseinträge von Frauen als „Tabakarbeiterin“ ließen die Gruppe aufmerksam werden. Eine hat in Burgholdinghausen, eine in Littfeld und eine in Stendenbach gelebt. „Was haben Tabakarbeiterinnen in Kreuztal gemacht?“Erna Steffen ist im Einwohnerbuch von 1937 in Langenau mit dem Eintrag „Tabakwarengroßhandlung“ genannt. „Gibt es darüber noch Erinnerungen, Dokumente, Bilder?“

„Es lohnt sich das Leben und die Lebensbedingungen und auch Leistungen der Frauen aus vergangenen Zeiten bis in die Gegenwart genauer zu erforschen und aus dem Verborgenen ans Tageslicht zu bringen“, sagt Monika Molkentin-Syring. „Denn nach wie vor wissen wir durch die aktuelle Geschichtsschreibung und über heimatkundliche Überlieferungen zu wenig über die Frauen.“

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