Rettungsdienst

Kritik am Abzug der Notärzte aus Kreuztal und Netphen

Notarztfahrzeug vor der Rettungswache Netphen — beides wird in einigen Jahren Geschichte sein. Die Wache zieht nach Deuz um, der Notarzt kommt dann aus Siegen.

Notarztfahrzeug vor der Rettungswache Netphen — beides wird in einigen Jahren Geschichte sein. Die Wache zieht nach Deuz um, der Notarzt kommt dann aus Siegen.

Foto: Steffen Schwab

Kreuztal/Hilchenbach.   Kreuztaler Feuerwehrarzt Wolfram Krämer sieht in neuem Rettungsdienstbedarfsplan Verschlechterung für nördliches Siegerland.

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Der Kreuztaler Feuerwehrarzt Wolfram Krämer warnt vor Verschlechterungen, die sich aus der Umsetzung des neuen Rettungsdienstbedarfsplans für das nördliche Siegerland ergeben. Durch den Abzug der Notarzteinsatzfahrzeuge aus Kreuztal und Netphen „wird sich die notärztliche Versorgung des nördlichen Siegerlandes erheblich verschlechtern“, heißt es in einem Schreiben, das Krämer zunächst an den Kreuztaler Bürgermeister gerichtet hat.

Die Notarztversorgung für Kreuztal, Hilchenbach und Netphen werde künftig aus Siegen oder Freudenberg erfolgen. In Siegen wird ein Notarzteinsatzfahrzeug über 24 Stunden, ein weiteres über 12 Stunden tagsüber betrieben. Von 19 bis 7 Uhr stünden somit für Siegen, Freudenberg, Kreuztal, Netphen und Hilchenbach nur noch zwei statt bisher vier Notärzte zur Verfügung.

Darüberhinaus sei die deutlich weitere Fahrstrecke und somit Fahrzeit aus Siegen oder Freudenberg zu berücksichtigen. Durch die zunehmenden Einsatzzahlen der Notärzte in letzter Zeit und die weiten Fahrten in ein Krankenhaus, bedingt durch die Schließung des Krankenhauses Kredenbach, sei eine verlängerte Wartezeit auf einen Notarzt zu erwarten. Als Richtwert werde im Plan 20 Minuten veranschlagt. „Jeder weiß, was 20 Minuten bei einem lebensbedrohlichen Zustandsbild bedeuten.“ Die Versorgung mit einem Rettungswagen sei oft nicht ausreichend, schreibt Krämer. „Ein Notfallsanitäter ist kein Notarzt.“ Viele Medikamente dürften durch Notfallsanitäter nicht verabreicht werden.

Verbesserung bei Rettungswagen

Die neuen Rettungswachen in Kreuztal-Mitte und Hilchenbach beziehungsweise Allenbach, die den Standort Ferndorf ersetzen, sollen zusammen tagsüber mit vier, nachts mit drei Rettungswagen ausgestattet werden. „Hierdurch wird die Versorgung mit Rettungswagen verbessert“, stellt Krämer fest. Die Verschlechterung bei der notärztlichen Versorgung aber dürfe „nicht widerspruchslos hingenommen werden“.

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