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Kultur Pur 28 mit Max Giesinger, Foreigner, Lena und mehr

Patrick Zöller vom Kreiskulturbüro, Landrat Andreas Müller und Festivalleiter Jens von Heyden präsentieren das Programm für Kultur Pur 28.

Patrick Zöller vom Kreiskulturbüro, Landrat Andreas Müller und Festivalleiter Jens von Heyden präsentieren das Programm für Kultur Pur 28.

Foto: Hendrik Schulz

Siegen-Wittgenstein/Grund.   Lena gibt ein Exklusivkonzert bei Kultur Pur 28, die Philharmonie Südwestfalen jazzt mit Klaus Doldinger und das Gastspiel von Max Giesinger auf dem Giller ist längst ausverkauft.

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Das Musik- und Theaterfestival besinnt sich zurück auf seine Wurzeln. Teilweise zumindest: Neben großen Musik-Namen und bewährten Genres setzen die Macher von Kultur Pur 28 wieder mehr auf Kleinkunst, Theater und Akrobatik, versuchen sich an neuen Zielgruppen.

Nach der Ausgabe 27 war diese Kritik unter anderem im Kulturausschuss des Kreises geäußert worden: fast nur Popmusik. Die gibt’s bei Kultur Pur 2018 natürlich auch. Aber nicht nur. Im Wesentlichen sind das die Top-Acts: Aktuelle (deutsche) Popstars und -sternchen, zum guten Schluss am Montagabend Rock für ältere Semester.

Foreigner und Max Giesinger ausverkauft

Die Sparte „Klassiker“ decken in diesem Jahr Foreigner ab. Am angestammten „Montags-Oldie-Platz“ (21. Mai) – aber „Cold as Ice“ oder „Urgent“ laufen immer noch auf der ein oder anderen Party, mitgeprägt haben dürften die Briten auch jüngere Generationen. Der Vorverkauf war jedenfalls nach 15 Minuten beendet – alle Karten weg.

An Max Giesinger kommt kaum ein Radiohörer vorbei, seine Hits wie „80 Millionen“ und „Und wenn sie tanzt“ sind Dauerbrenner. Auch hier endete der Vorverkauf für Freitag, 18. Mai, nach nur 30 Minuten. „Das Tempo hat uns überrascht“, sagt Landrat Andreas Müller. Man habe Rückenwind gespürt für die weitere Programmgestaltung: Offenbar lag man mit der Künstlerauswahl nicht daneben.

Der frühe Montagabend gehört den lateinamerikanischen Rhythmen. Dieses Mal: Chacán, neun Musiker aus Lateinamerika, den USA, Italien und Deutschland.

Crossover-Projekt mit Klaus Doldinger

Die Philharmonie Südwestfalen, Dauerbrenner im Programm, fällt eigentlich in die Kategorie „Altbewährt“. „Wie attraktiv halten und neue Akzente setzen?“, fragt Müller. Antwort: Statt Motto – Sport, Krimi,... – bekommt das Orchester Verstärkung.

Von einer Legende: Klaus Doldinger und „Passport“ gestalten mit der Philharmonie (Sonntag, 20. Mai) das Crossover-Projekt, Jazz trifft Klassik. Neben eigenen Stücken der Combo greifen die südwestfälischen Musiker bei ausgewählten Filmmusik-Stücken unter die Arme. „Diese zwei Musik-Institutionen wird man sonst so schnell nicht wieder zusammen hören“, sagt Festivalleiter Jens von Heyden – damit passt dieses Konzert eigentlich auch in die Kategorie „Exklusiv“.

Den Programmauftakt mit „physikalischem Theater“ machen Donnerstag, 17. Mai, die Tänzer und Akrobaten von „liberiDI“ aus Italien. Jens van Heyden beschreibt ihre Darbietung als Mischung aus atemberaubenden Bildern und Komödie: „Tränen, lachen, atemlos zurücklassen“.

Immaterielles Kulturerbe am Samstag, 19. Mai auf dem Giller: „Andreas Klein holt für den All Stars Poetry Slam die Crème de la Crème der Szene auf den Rothaargebirgskamm“, sagt Patrick Zöller, unter anderem den Polit-Kabarettisten René Sydow. „Rock’n’Roll mit Buchstaben“, sagt Zöller.

The Baseballs im Stil von Elvis Presley

Apropos Rock’n’Roll: Den spielen auch „The Baseballs“ am Samstag, 19. Mai. Und zwar Hits der 90er und 2000er Jahre, im Stile Elvis Presleys – die drei Sänger und ihre Band nahmen ihr neuestes Album im Sun-Studio Memphis, Tennessee auf, wie weiland der „King“. „Schnell und schweißtreiben“ sei ihre Show. Und: Sie schafften es auf Platz 1 der finnischen Charts. Das gelang als einziger nicht-finnischer Band sonst nur Metallica.

Eine gewagte Premiere: Die Electronic Music Night „Willer Watz“ war auf dem Schlosshof beim Siegener Stadtfest proppenvoll. „Studentische Kultur ist manchmal etwas unterrepräsentiert“, sagt Patrick Zöller – die Willer-Watz-Veranstalter waren begeistert von der Idee, die Nacht auf der Ginsberger Heide durchzutanzen (Freitag, 18. Mai, 23 bis 3 Uhr). Vom und zurück zum Siegener Bahnhof fährt ein eigener Partybus.

Lena gibt Exklusivkonzert

Lena (Meyer-Landrut) beginnt ihre Tournee zum neuen Album eigentlich erst im Oktober, macht aber für Kultur Pur am Samstag, 19. Mai, eine Ausnahme. „Als wir ihr das Festival präsentiert haben, hat sie entschieden, doch zu kommen“, sagt Jens van Heyden stolz.

Noch mehr Wortkunst gibt es an Freitag, 18. Mai mit Michael Hatzius: „ECHSperimente“ heißt seine Exklusivproduktion für den Giller (Freitag, 18. Mai) – und eigentlich ist das jeder Auftritt des Puppenspielers mit der mürrisch-ironischen Riesenechse: „Seine Improvisationen mit dem Publikum sind charakteristisch, jede Show ist ein Unikat“, sagt Patrick Zöller. Außer der Echse sind weitere (Tier-)Puppen dabei.

Andrew Strong und Andreas Kümmert im Duett

Andrew Strong und Andreas Kümmert sind, wie die Philharmonie und Klaus Doldinger, auch so ein Duo, das abseits von Kultur Pur 28 so kaum mehr zu hören sein wird – sie kennen sich auch noch nicht lange. Premiere gefeiert wird auf dem Giller am Sonntag, 20. Mai. Proben finden im Lyz statt, unter anderem für die Hits aus dem Kult-Film „The Commitments“ über eine Gruppe Jugendlicher, die eine Soul-Band gründen.

Shuttlebus-Linien fahren kostenlos

Fast noch mehr als alle Haupt- und Nebenacts begeistert das Umsonst-und-draußen-Programm nicht nur Familien. Wer genau sich tagsüber auf der Ginsberger Heide herumtreibt, wird noch bekanntgegeben. Dank der Sponsoren (Sparkassen, innogy, Krombacher, Lauer&Süwer, Polygonvatro) bleibt es jedenfalls ohne Eintritt, „das gibt’s so häufig auch nicht mehr“, findet Andreas Müller. Und auch kostenlose Shuttlebus-Linien.

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