Handwerk

Kurse buchbar: Schmiede Krämer in Littfeld ist in Betrieb

Mehrere Jahre hat es gedauert, doch es ist vollbracht: Die historische Schmiede in Littfeld ist nach der Restaurierung und Sanierung seit rund einem Jahr wieder im Einsatz.

Mehrere Jahre hat es gedauert, doch es ist vollbracht: Die historische Schmiede in Littfeld ist nach der Restaurierung und Sanierung seit rund einem Jahr wieder im Einsatz.

Foto: Jennifer Wirth / WP

Littfeld.  Aus Krämers Schmiede in Littfeld steigt Qualm auf: Der Heimatverein Littfeld-Burgholdinghausen hat das Gebäude restauriert.

Rhythmisch, ja beinahe meditativ, zieht Hans-Jürgen Jung immer wieder am Seil neben der Esse. Die Kammern des großen restaurierten Blasebalgs in der Ecke füllen sich – und ein großer Schwung Luft drückt sich Richtung Kohle. Das Feuer knistert, die Flammen wachsen. Es ist heiß. Stahlstäbe glühen vor sich hin. Hell leuchten ihre Spitzen, wenn sie aus der Glut auftauchen. Kurz darauf fällt der Hammer. Laut und mit Wucht. Charlotte verzieht das Gesicht und fasst sich an die kleinen Ohren. „Das ist laut!“, ruft die Achtjährige und betrachtet fasziniert, wie sich das Metall bei jedem Schlag verformt. Sie und vier andere Kinder wollen das alte Handwerk lernen.

Krämers Schmiede ist nach knapp 90 Jahren aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Dafür hat der Heimatverein Littfeld-Burgholdighausen gesorgt.

70.000 Euro investiert

Seit Ende Juni 2018 ist die Schmiede aus dem Jahr 1890 wieder einsatzfähig. Das denkmalgeschützte Gebäude in der Straße „Zum Burberg“ ist zu diesem Zeitpunkt vier Jahre im Besitz des Vereins. „Das war das bisher größte Projekt, das wir gemacht haben“, sagt der Vorsitzende Martin Fick. Rund 70.000 Euro, davon 32.000 Fördermittel der NRW-Stiftung, waren nötig, um aus dem verstaubten und teils maroden Haus wieder eine ansehnliche Schmiede zu machen. Das war nicht zuletzt durch die Unterstützung vieler Spender und der Stadt Kreuztal möglich.

Seit der Einweihung stehen jeden ersten Samstag im Monat die Türen für Besucher offen. Aber auch diverse Kurse bietet der Verein an. Die Mitglieder probieren immer wieder Neues aus und wollen sich bald von Profis Anregungen für neue Figuren und Techniken holen.

Neue Balken, alter Geruch

„Das Besondere in einer alten Schmiede ist der Geruch“, sagt Martin Fick. Auch die neuen Balken sind mittlerweile nachgedunkelt. „Der Geruch setzt sich wieder fest.“ „Es riecht nach Kohle, Ruß und verbranntem Eisen“, sagt auch Vereinsmitglied Volker Bosch. Ganz neu hingegen ist die Toilette. „Das ist das einzige Zugeständnis in Sachen Denkmalschutz.“ Denn um Kurse anbieten zu können, war das WC unverzichtbar.

Die Schläge von Martin Fick sitzen und der schwere Amboss in der Raummitte gibt nicht nach. Der alte Blasebalg, Werkzeuge und ein Amboss sind noch von früher da. Andere Utensilien hat der Heimatverein nach und nach besorgt, um die Schmiede herzurichten. „Ich finde es hier gemütlich“, sagt der 14-jährige Marc. Er und Kumpel Michel sind die jüngsten Vereinsmitglieder und verbringen gern ihre Zeit in der Schmiede oder auf dem Dachboden. „Schmieden ist beruhigend“, sagt Marc, während Charlotte den Hammer fest aufs Metall schlägt.

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