Kommunalpolitik

Landschaftspark Wellersberg-Tiergarten statt Gartenschau

16,7 Millionen Euro müsste die Stadt für Grunderwerb und Bau investieren, um den Bereich Wellersberg-Tiergarten für eine Landesgartenschau auszustatten.

Foto: Hendrik Schulz

16,7 Millionen Euro müsste die Stadt für Grunderwerb und Bau investieren, um den Bereich Wellersberg-Tiergarten für eine Landesgartenschau auszustatten. Foto: Hendrik Schulz

Siegen.   Die Landesgartenschau in Siegen bleibt wohl ein Blütentraum. Viel zu hoch sind die Kosten, die die Stadt Siegen tragen müsste.

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16,7 Millionen Euro: So viel müsste die Stadt für Grunderwerb und Bau investieren, um den Bereich Wellersberg-Tiergarten mit Hoffeldwiesen und Hermelsbachtal für eine Landesgartenschau auszustatten. Davon bleiben 9,5 Millionen Euro von der Stadt selbst zu schultern — mindestens, heißt es dazu in der am Freitag, 10. November, veröffentlichten Machbarkeitsstudie, die die angenommene Höhe der Landesförderung als „optimistisch“ bezeichnet.

Dass das — wie bereits berichtet — ein Blütentraum bleiben wird, steht nun auch in der Beschlussempfehlung des Bürgermeister für den Umweltausschuss, der sich am Donnerstag, 23. November, mit dem Thema befasst. Denn da sind auch noch die neun Millionen Euro, die die Gartenschau selbst kostet, „deutlich“ mehr als andere NRW-Gartenschauen, wie die Studie feststellt: Das liegt an der teuren Erschließung — auf dem ehemaligen Munitionsdepot wird ein Parkplatz gebaut, Harold- und Wellersberg­straße werden miteinander verbunden.

Keine Standort-Alternativen

Wegen dieser hohen Kosten rät die Studie auch, unüblich für Gartenschauen, zusätzlich zum Eintrittsgeld eine Parkgebühr zu erheben. Von den Besucherzahlen hängt ab, wie viel von den neun Millionen eingespielt werden: Die Szenarien reichen von 1,6 Millionen Euro Gewinn bis zu 2,3 Millionen Euro Verlust.

Alle alternativen Standorte sind im Vorfeld ausgeschieden: Für sich gesehen sind Lindenberg, Häusling, Giersberg und Siegschleife zu klein, eine Verbindung wäre nur durch teure Shuttledienste herzustellen. Die Verwaltung rät, „im Sinne eines perspektivischen Inkrementalismus“ die Planung dennoch weiterzuverfolgen — sprich: nach und nach den Landschaftspark Wellersberg-Tiergarten anzulegen. Also die Gartenschau ohne Gartenschau.

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