Bildung

Lehrer tauschen sich über digitale Medien im Unterricht aus

Lehrer Jörgen Kuhnke erklärt den Einsatz verschiedener Apps im Unterricht.

Foto: Rebecca Häfner

Lehrer Jörgen Kuhnke erklärt den Einsatz verschiedener Apps im Unterricht.

Siegen.   Bei einer Fachtagung in Siegen informieren sich Lehrkräfte aus der Region unter anderem zum Einsatz von Tablets und Apps in den Klassenzimmern.

Schüler nutzen eine Wörterbuch-App auf dem Tablet, statt der klassischen Buchversion oder scannen einen QR-Code, um an eine Datenbank zu kommen. Beispiele für einen sinnvollen Einsatz digitaler Medien im Klassenzimmer. Dazu und welche Fortbildungen Pädagogen in der Region benötigen, haben sich Experten und rund 120 teilnehmende Lehrkräfte bei der gestrigen Fachtagung „Bildung in der digitalen Welt“ im Berufskolleg Technik ausgetauscht.

Die Tagung

In 17 verschiedenen Workshops erklären Lehrer der Kompetenzteams der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe den Teilnehmern verschiedene digitale Tools, sagte Jens Aspelmeier, Lehrer aus dem Kompetenzteam. Im Kurs von Jörgen Kuhnke ging es um den Einsatz von iPads im Fach Gesellschaftslehre. Er zeigte den teilnehmenden Lehrkräften Apps, die sie im Unterricht verwenden könnten, wie ein politisches Lexikon namens „Hanisauland“ der Bundeszentrale für politische Bildung. Tobias Düttmann von der Universität Duisburg-Essen stellte den Lehrern das Konzept „LearningLab“ vor. Der Politikwissenschaftler erklärte, dass es darum gehe, regionale Schulnetzwerke aufzubauen über die sich Schulen und Lehrer über Konzepte zur digitalen Bildung austauschen können.

Die Herausforderungen

Mit dem Programm „Gute Schule 2020“ will die Landesregierung die Digitalisierung in den Schulen vorantreiben. Dazu zählt, dass jede Bildungseinrichtung ein eigenes pädagogisches Medienkonzept entwickeln muss. Dies sei in der Praxis teilweise schwierig umzusetzen, erläuterte Aspelmeier. Manche Kollegen hätten selbst noch kein Tablet benutzt, sollen aber Konzepte für deren Einsatz im Unterricht planen. So könne kein „inhaltlich fundiertes Konzept entstehen“. Es fehle an Fortbildungen.

Das Ziel

An diesem Punkt setzt die Fachtagung von Schulamt und den regionalen Bildungsbüros der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe an: Es soll der Fortbildungsbedarf der Lehrer in der Region ermittelt werden. „Die Kollegen sollen auch hineinschnuppern“ und sehen, was es alles gibt, sagte Jens Aspelmeier. In Zukunft müsse es dann weitere Kurse für Lehrer geben – und noch mehr Fachtagungen. „Wir müssen den Prozess jetzt wirklich schaffen, sonst wird es ähnlich defizitär wie der Netzausbau an Schulen“, meint der Lehrer.

Die Zukunft

Tobias Düttmann erläuterte, dass alle Schulen vor der gleichen Herausforderung stehen, um digitale Medien sinnvoll im Unterricht zu nutzen. „Niemand hat dafür eine Patentlösung“, weiß der Wissenschaftler. Die Ausgangssituation an den Schulen sei zwar sehr unterschiedlich. Es sei trotzdem wichtig, die Bedürfnisse für den digitalen Unterricht zu artikulieren, auch wenn beispielsweise das W-LAN in einer Schule noch nicht ausgebaut sei. Die Frage sei, wie Schulen ein Konzept erstellen können, um besser zu werden, sagte Tobias Düttmann.

Denn bisher kommuniziere jede einzelne Schule zum Beispiel ihren Bedarf für technische Ausstattung an den Schulträger oder frage einzeln bei Experten an. Es sei aber durchaus sinnvoll, dass Schulen auch untereinander miteinander sprechen: Welche Erfahrungen sie zum Beispiel mit welcher Technik gesammelt haben. So können sie sich auch gegenseitig beraten. Langfristiges Ziel seien regionale Schulnetzwerke.

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