Denkmalschutz

LWL-Archäologie gibt grünes Licht für neues Gemeindehaus

Barrierefrei ist die Ev. Kirche in Wilnsdorf nicht. Ebenso wenig wie das aktuelle Gemeindehaus. Ein Aspekt, der beim Neubau eines Gemeindezentrums berücksichtigt werden soll.

Barrierefrei ist die Ev. Kirche in Wilnsdorf nicht. Ebenso wenig wie das aktuelle Gemeindehaus. Ein Aspekt, der beim Neubau eines Gemeindezentrums berücksichtigt werden soll.

Foto: Gemeinde Wilnsdorf

Wilnsdorf.   Auf dem Gelände der ehemaligen Burg Wilnsdorf könnte das neue Gemeindehaus entstehen. Einen Bauplan gibt es noch nicht – einen Entwurf schon.

Der Denkmalschutz ist kein Hinderungsgrund für einen möglichen Gemeindehaus-Neubau neben der Ev. Kirche Wilnsdorf. Die Kirchengemeinde hat dort kürzlich ein Grundstück gekauft, das auf dem Gelände der im Mittelalter geschleiften Burg steht und das als Bodendenkmal eingetragen ist. Die LWL-Archäologie für Westfalen hat einer möglichen Bebauung grünes Licht gegeben. Grundsätzlich besteht Baurecht, die Kirchengemeinde weist in diesem Zuge darauf hin, dass die Pläne noch ganz am Anfang stehen.

Die Probleme

Kirche und Gemeindehaus liegen im Ort eine gewisse Strecke auseinander, bei Veranstaltungen ist diese Distanz oft störend. Zudem ist das alte Gemeindehaus angesichts sinkender Gemeindegliederzahlen mit der Zeit zu groß geworden, es ist nicht barrierefrei, die Räume sind schlecht zugeschnitten, Sanitärräume und Geschosse sind für in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen nicht gut zu erreichen.

Ein Gemeindeglied schilderte bei einer Gemeindeversammlung, dass der Besuch des Gemeindehauses für ihn mit deutlichen Strapazen verbunden sei, Veranstaltungen dort könne der Mann nicht besuchen. Noch schwerer hätten es Menschen, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen seien. Auch die Kirche ist nicht barrierefrei.

Die Analyse

Landeskirche und Kirchenkreis empfehlen den Gemeinden, sich mit ihrer Gebäudestruktur zu befassen, auch weil weniger Kirchensteuereinnahmen erwartet werden: 77 Prozent der Kirchensteuermittel werden in Wilnsdorf laut Gebäudestrukturanalyse (2014/15) für den Erhalt ausgegeben; viele Immobilien sind nicht ausgelastet. Das Presbyterium versucht hier gegenzusteuern, Präsenz in den Ortsteilen soll aber möglichst erhalten bleiben.

Eine Lösungsmöglichkeit

Ein neues, kleineres Gemeindehaus neben der Kirche zu bauen wäre wohl kostengünstiger als das alte aufwändig umzubauen. Barrierefreiheit und nötige Sanitärräume würden bei der Planung von vorn herein bedacht. „Vor diesem Hintergrund in einen Komplettumbau und Sanierung der Substanz zu investieren, ist nicht nur fragwürdig, sondern grenzt an Geldverschwendung“, heißt es in einer Mitteilung der Kirchengemeinde.

Auf dem Grundstück neben der Kirche könnten nun zeitnah zunächst weitere Parkplätze entstehen: Diese würden für Kirchenbesucher benötigt und sollen insbesondere die Anwohner entlasten. Denn die hatten sich beschwert, dass umliegende Straßen zugeparkt würden und Befürchtungen geäußert, dass sich das mit einem Anbau noch verschärfen werde. Die Kirche allerdings betont, dass die zusätzlichen Parkflächen – 20 Stellplätze – die Verkehrssituation entlasten sollen. In späteren Schritten könnten dann ein barrierefreier Zugang zur Kirche, eine moderne Toilettenanlage sowie eine räumliche Erweiterung geschaffen werden.

Die Diskussion

Das Presbyterium wehrt sich gegen „unhaltbare Vorwürfe, Informationen vorzuenthalten, Gelder zu verschwenden oder Schutzwürdiges zu zerstören“, teilt die Gemeinde weiter mit. Das Presbyterium habe sowohl die Gemeindemitglieder als auch die Anwohner wiederholt zeitnah und transparent informiert und angehört, insbesondere wegen der Bedenken der Anwohner zum Bauvorhaben, die bei den Planungen berücksichtigt werden sollen.

Die Wilnsdorfer Verwaltung hat ein Bebauungsplanverfahren in die Wege geleitet, der Rat stimmte zu. Dazu war ein Vorentwurf für einen möglichen Anbau nötig, „das ist noch kein Bauplan“, so die Gemeinde. Dieser Entwurf wird üblicherweise im weiteren Verfahren angepasst und verändert.

Das Presbyterium wird Ergebnisse seiner weiteren Überlegungen und Planungen in Abstimmung mit der Verwaltung unter anderem auf Gemeindeversammlungen regelmäßig darlegen.

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