Siegens ältestes Bauwerk

Martinikirche Siegen: Sponsorensuche für die Portalsanierung

Die Portalseite der Martinikirche ist – wie der Rest des Gebäudes – sanierungsbedürftig. Der Hauptzugang ist in mehrererlei Hinsicht besonders, darum hofft die Gemeinde dafür auf größere Sponsoren. 

Die Portalseite der Martinikirche ist – wie der Rest des Gebäudes – sanierungsbedürftig. Der Hauptzugang ist in mehrererlei Hinsicht besonders, darum hofft die Gemeinde dafür auf größere Sponsoren. 

Foto: Florian Adam

Siegen.  Die Portalseite der Martinikirche Siegen muss saniert werden. Die Gemeinde hofft dafür auf Sponsoren – denn es ist kein gewöhnliches Projekt.

Billig, so viel ist klar, wird es nicht. Aber es geht auch nicht um irgendwas, sondern um das Portal der Martinikirche. Das ist, genau wie der Rest von Siegens ältestem Gebäude, sanierungsbedürftig, gleichzeitig aber die besonders exponierte Stelle eines besonders exponierten Bauwerks. Die Evangelische Martini-Kirchengemeinde hofft deshalb auf einen oder mehrere Groß-Sponsoren für speziell diesen Abschnitt des Gesamtprojekts.

Martinikirche Siegen: Der finanzielle Bedarf für die Sanierung

Auf Sponsoren und Spender ist die Gemeinde für das gesamte Vorhaben angewiesen. Die Kosten für die Sanierung der Martinikirche wurden vorab auf von einer Gutachterfirma auf etwa 680.000 Euro geschätzt, von rund 860.000 Euro ging die Gemeinde daraufhin aus, wie Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng erläutert: um einen Puffer für Unwägbarkeiten zu haben. 320.000 Euro stellt der Bund zur Verfügung, weitere 150.000 das Land, außerdem hat der evangelische Kirchenkreis Siegen Mittel zugesagt. Ein großes Delta, für das die Gemeinde aufkommen muss, bleibt aber.

Und die aktualisierte jüngste Schätzung geht nun von 1,4 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Abweichungen in diesem Ausmaß sind gerade bei anspruchsvollen Projekten, erst Recht bei historischen Bauwerken, nicht ungewöhnlich, weil sich oft erst während der Maßnahme Schäden zeigen, die von außen nicht ersichtlich waren. Hinzukommt, dass der Boom der Baubranche in den vergangenen Jahren zu Preissprüngen geführt hat.

Die Situation der Martini-Kirchengemeinde Siegen

„Wir sind als Gemeinde in der Verantwortung, klar“, sagt Ute Waffenschmidt-Leng. „Aber wir bekommen das alleine nicht geschultert.“ Die Sanierung des Kircheninneren vor einigen Jahren habe rund eine Million Euro gekostet, Rücklagen seien aufgebraucht worden. Natürlich könnte die Gemeinde Kredite aufnehmen, „aber dann könnten wir über Jahre unsere Gemeindearbeit nicht mehr bezahlen“, betont die Pfarrerin – weil die Kredite selbst bei niedrigem Zinsniveau bedient werden müssten. „Unser laufender Haushalt gibt einen großen Schuldendienst nicht mehr her.“

Martinikirche Siegen: Die Sanierung der Portalseite als Teilprojekt

Der erste Bauabschnitt der Sanierung – die Südseite – ist nahezu abgeschlossen, die drei weiteren Seiten sollen folgen. Die Portalseite will die Gemeinde extra ausschreiben, weil sich dafür – so die Hoffnung – möglicherweise Extra-Sponsoren finden, die genau dieses „Gesicht“ der Martinikirche, den Haupt-Zugangsbereich, zu „ihrem“ Projekt machen wollen. Besonders sei dieser Teil auch, weil dort über die Sanierung des Mauerwerks hinaus diverse Steinmetzarbeiten einfallen und statische Fragen zu klären seien, wie die Pfarrerin erklärt. Der Turm links vom Portal – bei Blick Richtung Kirche – habe eine leichte Wölbung, deren Ursprung oder Sinn noch nicht bekannt sei; auf der rechten Seite wiederum deutet ein dünner Riss im Mauerwerk an, dass sich auch dort früher möglicherweise mal ein Turm erhob; und im Bogen über der Tür gibt es einen Metallbügel, dessen Funktion noch nicht ermittelt ist. Das alles erhöht die Unwägbarkeiten, macht die Sache aber eben auch spannend.

Die Adressaten

Der Idealfall wäre ein Akteur – ob Privatperson oder Unternehmen – der diesen Bauabschnitt finanziell stemmt. Auch mehrere, die sich zusammentun, seien natürlich willkommen, betont die Pfarrerin. Dass ein Kirchenbauwerk gesponsort wird, „da habe ich kein Problem mit. Wenn Menschen sagen ,das ist ein wertvolles Gebäude für die Stadt’ – warum sollten sie es nicht unterstützen können?“

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