Rotwild-Bewirtschaftung

Minister Johannes Remmel einigt sich mit Waldbauern

Umweltminister Johannes Remmel (links), Landrat Andreas Müller (Zweiter von rechts) und Vertreter verschiedener Institutionen und Einrichtungen unterzeichnen die gemeinsame Vereinbarung.

Umweltminister Johannes Remmel (links), Landrat Andreas Müller (Zweiter von rechts) und Vertreter verschiedener Institutionen und Einrichtungen unterzeichnen die gemeinsame Vereinbarung.

Foto: Kreis

Siegen-Wittgenstein.   Der scheidende Umweltminister Johannes Remmel einigt sich mit Waldbauern in Sachen Rotwild-Bewirtschaftung im nördlichen Siegerland.

Zum Ende seiner Amtszeit als Umweltminister setzt Johannes Remmel (Grüne) noch einmal Marken in seinem Heimatkreis Siegen-Wittgenstein. Mit Waldbauern und Rotwildhegegemeinschaft traf Remmel eine Vereinbarung über die „Bewirtschaftung des Rotwildes im nördlichen Siegerland“. Kurz zuvor veröffentlichte das Ministerium eine Liste von Wildnisentwicklungsgebieten — sechs davon befinden sich in Siegen-Wittgenstein.

Wildnis

Wildnisentwicklungsgebiete, überwiegend Staatswald, stehen unter Naturschutz. Die Wälder dort werden sich selbst überlassen, die Holznutzung ist dort verboten. Alt- und Totholz werden den vom Aussterben bedrohten Arten Lebensraum bieten. „Langfristig sollen aus den Wildnisgebieten kleine Urwaldareale aus zweiter Hand werden“, heißt es in einer Veröffentlichung des Landesbetriebes Wald und Holz.

Das sind die Wildnisentwicklungsgebiete in Siegen-Wittgenstein:
Elberndorfer Bachtal: 9,3 Hektar Buchenwälder zwischen Hel­berhausen und Zinse, die ältesten Bäume sind bis zu 250 Jahre alt;
Rothaarkamm: 358,6 Hektar 150 bis 180 Jahre alte Buchenwälder auf zwölf Teilflächen in Hilchenbach und Netphen;
Buchen: 8,8 Hektar bis zu 150 Jahre alter Buchenwald nördlich von (Siegen-)Buchen im Stadtgebiet von Siegen und Kreuztal;
Eulenbruchs Wald: 46,2 Hektar Buchen- und Eichenwälder nordwestlich von Freudenberg; die Eichen sind bis zu 200 Jahre alt.
Wasserscheide: 11,8 Hektar fast 180 Jahre alter Buchenhochwald in Burbach südlich der Wasserscheide, am Westrand des Allendorfer Waldes;
Großer Stein: 43,1 Hektar Buchen und Eichen zwischen Lützeln und Holzhausen; die Eichen sind 120 bis 170 Jahre alt.

Rotwild

Der Orkan Kyrill hat vor zehn Jahren große Lichtungen freigeschlagen, auf denen Rotwild sich wohlfühlt. In vielen Bereichen des Kreises Siegen-Wittgenstein besteht nun — so die Pressemitteilung des Kreises — ein überhöhter Rotwildbestand mit negativen Auswirkungen für die Land- und Forstwirtschaft. „Eine vernünftige Waldwirtschaft mit Verjüngung, Stabilität und Struktur auf großer Fläche ist nur mit angepassten Wildbeständen möglich“, sagt Diethard Altrogge, Leiter des Regionalforstamts.

Ziel der Vereinbarung sei es, die Höhe des Rotwildbestandes möglichst genau zu bestimmen und „in einem überschaubaren Zeitraum an die Lebensraumkapazität anzupassen“. Verabredet wurden „revierübergreifende Bejagungsmaßnahmen“, die von einer Steuerungsgruppe unter der Leitung des Kreises Siegen-Wittgenstein koordiniert wird. Landrat Andreas Müller: „Wenn Waldbesitzer und Jägerschaft sich dieser Aufgabe gemeinsam widmen, kann ein Erfolg in wenigen Jahren nicht ausbleiben.“

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