Energiewende

Solarstrom für tausende Siegener: Photovoltaik von der Halde

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Projektskizze für die Freiflächen-Photovoltaik auf der Schlackenhalde in Eiserfeld: 2440 Module auf einem 4800 Quadratmeter großen Plateau.

Projektskizze für die Freiflächen-Photovoltaik auf der Schlackenhalde in Eiserfeld: 2440 Module auf einem 4800 Quadratmeter großen Plateau.

Foto: DCH Energy GmbH / Stadt Siegen

Eiserfeld.  Grüne Energie für hunderte Häuser, einfach weil die Sonne scheint: Wo früher ein Eisenwerk qualmte, soll eine große Photovoltaik-Anlage entstehen

Auf der Eiserfelder Schlackenhalde soll eine Photovoltaik-Anlage (PV) errichtet werden: Das Unternehmen DCH Energy GmbH mit Sitz in Eiserfeld möchte dort rund 2440 PV-Module installieren, die bis zu 300 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgen können. In erster Linie soll nach Angaben des Investors die hier erzeugte Energie die in unmittelbarer Nähe geplante Solarsiedlung in Eiserfeld versorgen. Jährlich könnten so mehr als 700 Tonnen CO2 eingespart werden, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage für die entsprechende Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans.

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Die Schlackenhalde der ehemaligen Eiserfelder Hütte (siehe unten) ist etwa 2,25 Hektar groß und liegt unterhalb der Straße Birkenweg; in der Nähe des A-45-Parkplatzes In der Hubach im Bereich Eisernhardt. Die Stadt hatte eine Potenzialflächenanalyse für die Nutzung von Freiflächen-PV-Anlagen durchgeführt (wir berichteten), der Schlackenhalde wurde dabei bescheinigt, dafür sehr gut geeignet zu sein. Auf der Brache muss dazu ein ebenes, etwa 4800 Quadratmeter großes Plateau modelliert werden, um die aufgeständerten PV-Module in Ost-West-Ausrichtung installieren zu können. Derzeit ist das Gelände dort, wie bei Halden üblich, zerklüftet. Die Anlage soll 900.000 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr erzeugen können. Energie, die nicht für die Versorgung der Solarsiedlung benötigt wird, soll zur Speicherung in Wasserstoff umgewandelt werden.

Solarsiedlung in Siegen-Eiserfeld in unmittelbarer Nähe zur Schlackenhalde

Die Solarsiedlung soll auf einer fast unmittelbar angrenzenden weiteren Brachfläche entstehen, ebenfalls ein ehemaliger Standort der Eiserfelder Hütte: Dieses Grundstück befindet sich südlich der Schlackenhalde auf der anderen Seite der Eiserntalstraße, Investor ist die ebenfalls zur DCH-Group gehörende DCH Solargiga GmbH. Das Unternehmen operiert weltweit im Bereich Photovoltaik und LED, auch in der Projektierung von Großprojekten. Neben geschätzt 60 bis 80 Wohneinheiten ist auch eine Misch- und eventuell auch (nicht störende) gewerbliche Nutzung vorgesehen.

Auch die Siedlung soll den Plänen zufolge Energie produzieren, mit Dach-PV, Erdwärmepumpen, Blockheizkraftwerk, Speichersysteme. Die Politik hatte dem Vorhaben mit breiter Mehrheit zugestimmt, weil hier wichtige Ziele des Wohnungsbaus und des Klimaschutzes erfüllt werden. Im 2018 beschlossenen Wohnbaulandkonzept war das Grundstück wegen Altlasten und benachbarter Firmen als „unzureichend geeignet“ bewertet worden – der Investor hat aber bereits in Absprache mit der Bodenschutzbehörde des Kreises unbelastetes Erdreich aufschütten lassen.

Stadt Siegen ist froh über jeden Quadratmeter Photovoltaik

Stadtbaurat Henrik Schumann begrüßt das Vorhaben ausdrücklich: „Wir sind froh über jeden Quadratmeter Freiflächen-Photovoltaik im Stadtgebiet.“ Man fühle sich mit dem PV-Konzept bestätigt, das zum Ziel hatte, die Aufmerksamkeit potenzieller Investoren auf geeignete Grundstücke zu lenken. Welche technischen Ausstattungen – etwa, ob sich die Solarsiedlung selbst mit Energie versorgt, ob überschüssiger Solarstrom der PV-Anlage ins öffentliche Stromnetz oder in die Speicherung geht – letztlich verwirklicht werden, liege beim Investor, die Stadt schaffe die dazu erforderlichen Rahmenbedingungen. Die Siegener Versorgungsbetriebe (SVB) etwa planen eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage auf dem Rothenberg bei Gosenbach.

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Die Eiserfelder Hütte am Eisernbach wurde erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt. Im Zuge der Industrialisierung wurde sie modernisiert und deutlich erweitert. Dadurch fehlte bald der Platz, um Schlacke abzuladen, also pachtete man ein großes Stück Hauberg gegenüber – die heute noch gut sichtbare Schlackenhalde. Das Eisenwerk wurde schließlich im Jahr 1972 stillgelegt.

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