Klima

Modellprojekt in Siegen: Sturzregen soll im Wald versickern

Großflächige Fichtenbestände sind vom Borkenkäfer befallen – Folge der trockenen Sommer. In bewohnten Gebieten sorgen dagegen Sturzregen für große Schäden.

Großflächige Fichtenbestände sind vom Borkenkäfer befallen – Folge der trockenen Sommer. In bewohnten Gebieten sorgen dagegen Sturzregen für große Schäden.

Foto: Heinrich Bruch

Siegen-Wittgenstein.  In bewohnten Gebieten sind die Sturzregengüsse nicht willkommen. Der ausgetrockenete Waldboden könnte sie gebrauchen. Die Uni Siegen forscht.

Wie lassen sich die Auswirkungen von Starkregen reduzieren? Welche Rolle spielen siedlungsnahe Waldflächen dabei? Diese Fragen stehen im Zentrum des Projektes „Wald aktiv“, das der Kreis Siegen-Wittgenstein gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Wasser und Umwelt (Lehrstuhl für Hydromechanik, Binnen- und Küstenwasserbau) der Universität Siegen gestartet hat.

Die Veranstaltung

Die Auftaktveranstaltung fand im Kulturhaus Lyz statt. Es nahmen Vertreter des Kreises und der Kommunen, der Universität Siegen und des Forstamtes teil. „Große Schäden durch Extremwetterereignisse wie Starkregen erfordern schon heute unsere Überlegungen, uns an die Folgen des Klimawandels anzupassen“, sagt Arno Wied, Kreis-Dezernent für Bauen, Umwelt und Wirtschaft. „Starkregenereignisse, die in der Regel lokal auftreten und sich durch große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit kennzeichnen, führen aufgrund des plötzlichen Auftretens regelmäßig zu großen Schäden.“

Nach dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ist der Starkregen in Deutschland inzwischen für rund 50 Prozent der Überschwemmungsschäden verantwortlich. Der Kreis ist – bedingt durch die Mittelgebirgstopografie deutlich anfälliger gegenüber Starkregen und daraus resultierenden Sturzfluten, als beispielsweise Flachlandgebiete.

Das Ziel

Ziel von „WaldAktiv“ ist es, im Kreis Siegen-Wittgenstein vier Pilotgebiete zu identifizieren, in denen zum einen eine potenzielle Gefährdung bei Starkregen vorliegt und zum anderen die Möglichkeit gegeben ist, die gefährdungsverursachenden und aus Starkregenereignissen resultierenden Oberflächenabflüsse in Waldflächen einzuleiten.

Verschiedene Referenten beleuchteten dieses Thema in der Auftaktveranstaltung. Dr.-Ing. Tobias Kemper, EnergieAgentur.NRW, gab zunächst einen Überblick über die Folgen des Klimawandels im Kreis. Hier wurde deutlich, dass insbesondere Extremwetterereignisse durch den fortschreitenden Klimawandel ausgelöst werden. Im Fokus stand aber die Vorstellung von „WaldAktiv“ durch Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jensen, der die Hintergründe, Ziele und den Fahrplan des Forschungsprojektes vorstellte.

Innerhalb von zwei Jahren sind nun Workshops mit den zuständigen Fachämtern, Interessenvertretern sowie privaten Waldbesitzern und der interessierten Öffentlichkeit geplant. Die Ergebnisse sollen anschließend in einem Leitfaden zusammengefasst und damit auch anderen Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

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