Umwelt

Naturschutzgebiets Malscheid steht in Neunkirchen im Fokus

Der Wald ist weg: Umweltberater Matthias Jung, Michael Gertz von der Naturschutzbehörde und Jutta Capito (CDU) auf der Malscheid.

Der Wald ist weg: Umweltberater Matthias Jung, Michael Gertz von der Naturschutzbehörde und Jutta Capito (CDU) auf der Malscheid.

Foto: Gemeinde

Neunkirchen.   Lebensraum im Basaltsteinbruch Malscheid soll nicht weiter zuwachsen. Seltene Pflanzenarten brauchen Sonne.

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Im ökologisch sensiblen Basaltsteinbruch des Neunkirchener Naturschutzgebiets Malscheid hat sich über die Jahre ein übermäßig großer und dichter Gehölzjungwuchs an Pappeln, Weiden, Birken und Ginster entwickelt. „Zum Teil derart, dass man schon fast von Vorwald- und Pionierwaldstadien sprechen kann“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde Neunkirchen. Mit Hilfe der Naturschutzbehörde des Kreises wurde jetzt Licht auf das Gelände gebracht, damit Mager- und Trockenrasen sich entwickeln können.

Im Pionier-Trockenrasen und Sandmagerrasen kommen einige teilweise sehr seltene Pflanzenarten vor, die auf viel Sonneneinstrahlung angewiesen sind. Mit zunehmender Verbuschung, dem Zuwachsen des Steinbruchs mit Gehölzen, drohten diese ökologisch wertvollen Bestände mehr und mehr zu verschwinden.

Zusätzlich sind im Steinbruch zahlreich vorkommende Schmetterlingsarten auf Licht und Sonne angewiesen. Immerhin wurden bei Untersuchungen über 250 verschiedene Schmetterlingsarten im Naturschutzgebiet festgestellt, davon standen 40 auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Auch die Steinschutthalden am Fuß der Steilwände und die Röhrichte und Stillgewässer im Steinbruch sollen möglichst weitgehend von Gehölzen freigehalten werden.

Gemeinde kontrolliert Badeverbot

2017 hatte die CDU-Fraktion im Gemeinderat beantragt, die erforderlichen Pflegemaßnahmenvornehmen zu lassen. Umweltberater Matthias Jung konnte die Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung dafür gewinnen, die Maßnahme zu finanzieren, die dann auch in diesem Frühjahr abgeschlossen werden konnte.

Für die Pflegemaßnahmen wurde der Steinbruch in drei Pflegebereiche unterteilt, in denen die Gehölze zeitlich versetzt entfernt werden. Das dritte Areal, inmitten des Steinbruchs, auf dem sich noch die meisten und größten Gehölze befinden, ist frühestens für diesen Herbst zur Fällung und Entfernung des Schnittguts vorgesehen.

In Zukunft wird sich wieder eine neue Entwicklung mit aufkommendem Jungwuchs einstellen, sodass in ein paar Jahren die schrittweise Entfernung der Gehölze erneut anstehen wird. „Naturschutzbehörde und Umweltberatung Neunkirchen freuen sich über die gute Zusammenarbeit bei dieser für die Natur so wichtigen Pflegemaßnahme“, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeindeverwaltung Sie könne allerdings erst dann ihre volle Wirksamkeit erlangen, wenn die Beeinträchtigungen durch das Lagern, verbunden mit anfallenden Abfallmengen, und das Baden unterbunden werden. „Auch in diesem Jahr werden Kontrollen in Verbindung mit Ordnungsgeldern erfolgen“, kündigt die Gemeinde an.

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