Bauprojekt

Netphen: Bald gibt es das Baurecht fürs Inklusionshotel

Visualisierung des geplanten Inklusionshotels.

Visualisierung des geplanten Inklusionshotels.

Foto: Kirchner Immobilien

Netphen.   Nach wie vor machen Verkehr und Lärm Sorgen. Im Planverfahren gibt es allerdings keine Einwendungen mehr.

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Der „Durchführungsvertrag“ zwischen Stadt und AWO für den Bau des Inklusionshotels am Bildungszentrum auf dem Sterndill steht; der Stadtentwicklungsausschuss hat in nicht öffentlicher Sitzung zugestimmt. Öffentlich wurde die Auslegung des Bebauungsplans bei zwei Gegenstimmen von CDU und Grünen beschlossen. Da schon in der ersten Phase der Bürgerbeteiligung keine Einwendungen zu Protokoll gegeben wurden, hat die Stadt in absehbarer Zeit die Möglichkeit, vorab eine Baugenehmigung zu erteilen. „Die Unterlagen sind da“, sagte Baudezernent Erwin Rahrbach.

Die Probleme

Unumstritten ist das Vorhaben nach wie vor nicht. Anwohner am Nauholzer Weg fürchten Belastungen durch Lärm und Verkehr. Inzwischen konzentriert sich die Debatte auf zwei Themen:

Außengastromomie: Die habe die Stadt nicht gewünscht, schon gar nicht die ausnahmsweise verlängerte Betriebszeit über 22 Uhr hinaus auf 23 Uhr. Das sei „absolut unverschämt“, sagte Rüdiger Bradtka (CDU). Es gebe aber keinen Beschluss dagegen und auch keine Eingabe aus der Bürgerschaft, erwiderte Planungschefin Marlene Krippendorf: „Für uns ist das gesetzt.“ Sie räumte ein, dass die AWO das Thema im Vorfeld „nicht so offensiv kommuniziert“ habe. Hellhörig geworden war die Netphener Politik, als sie vom Marketingkonzept des Hotels las, über das sich Siegener FOM-Studierende im Rahmen eines Wettbewerbs Gedanken machten: Von Tagungsgästen des Bildungszentrums allein könne das Hotel nicht bestehen. Darauf habe sich der Rat aber verlassen, sagte Helga Rock (Grüne): „Ich fühle mich hintenrum gehoben.“ Alexandra Wunderlich (CDU) fragte, ob der Betrieb der Gastronomie auf Hausgäste beschränkt werden könne. Wenn, dann nur durch den Betreiber, nicht durch die Stadt, antwortete Baudezernent Rahrbach.

Stellplätze: 55 sind zu wenig, fand nicht nur Helga Rock und sagte „das helle Chaos“ voraus. Halteverbote hälfen auch nicht, sie würden die Anwohner mit treffen. Die Stadt halte sich an ihre bisherige Genehmigungspraxis, sagte Baudezernent Rahrbach – die werde gerade auch beim Hotelbau in der Bittenbach angewendet. Die Investoren hätten Anspruch auf Gleichbehandlung. Die Außengastronomie mit 16 Sitzplätzen ändere auch nichts am Stellplatzbedarf: „Entweder sitzen die Leute drinnen oder draußen.“

Die Diskussion

Raimund Arns (FDP) regte einen „Shuttleservice“ an, damit Hotelgäste woanders parken können. Helmut Buttler (UWG) riet zu einer entspannteren Sicht auf die Dinge: „Die Gäste werden schon einen passenden Parkplatz finden, das wird sich regeln“ — an Wochenenden gebe es ja auch noch bei den Schulen und Turnhallen Platz. Manfred Heinz (SPD) erinnerte an die „große Chance“, die sich für Deuz eröffne, wo die AWO neben Werkstatt und Bildungszentrum nun ihre dritte Einrichtung eröffne und Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich schaffe: „Das wird sich auszahlen.“ Ein höherer Geräuschpegel sei dafür in Kauf zu nehmen, demnächst auch am Bühlgarten. „Die Anwohner werden nicht in Totenstille leben“, sagte Heinz, „wir wollen lebendige und keine aussterbenden Orte.“

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