Wasserversorgung

Netphen liefert Trinkwasser für den ganzen Kreis

Die Obernautalsperre ist größter Wasserlieferant im Kreisgebiet. Untersucht wird derzeit, ob Wasser aus der Eder „beigeleitet“ werden kann.

Foto: Schwab

Die Obernautalsperre ist größter Wasserlieferant im Kreisgebiet. Untersucht wird derzeit, ob Wasser aus der Eder „beigeleitet“ werden kann.

Netphen.   Wasserversorgungskonzept weist weit in die Zukunft des Klimawandels. Ideen: Eder-Stollen zur Obernau und dritte Talsperre in Wittgenstein

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1,2 Millionen Liter Trinkwasser kauft das Netphener Wasserwerk in jedem Jahr dem Wasserverband Siegen-Wittgenstein ab. Der größte Teil, rund 960 000 Liter, wird in privaten Haushalten verbraucht. 2040, so die Prognose, reichen auch eine Million Liter — Einwohnerzahlen und Pro-Kopf-Verbrauch werden weiter zurückgehen.

Dass das benötigte Wasser dann auch tatsächlich da ist, belegt das Wasserversorgungskonzept, das die Verwaltung jetzt dem Betriebsausschuss vorgelegt hat.

Die Gegenwart

Und mehr als das: Im Stadtgebiet befinden sich die Trinkwassererzeuger, die mehr als die Hälfte des Siegen-Wittgensteiner Bedarfs decken. Von insgesamt rund 27 Millionen Kubikmetern Rohwasser im Jahr kommen allein aus der Obernautalsperre bei Brauersdorf 15 Millionen und dann noch einmal 1,9 Millionen aus dem Grundwasserwerk Siegtal.

Zu Trinkwasser aufbereitet wird das Rohwasser in Dreis-Tiefenbach. Von der Anlage dort wird zum einen der Nordosten versorgt, also ein Teil von Netphen und der Wittgensteiner Raum, außerdem die Stadt Siegen mit ihrer Ringleitung und das südliche Kreisgebiet. Die acht Millionen Kubikmeter Rohwasser der Breitenbachtalsperre in Allenbach, die auch dort aufbereitet werden, sind ebenfalls für Teile von Netphen und Siegen, außerdem für Kreuztal, Hilchenbach und Freudenberg bestimmt.

Die Zukunft

Der Wasserverband hat sich für seine langfristigen Planungen auch die Prognosen für den Klimawandel angesehen: Die Winter werden nasser, vor allem mit Regen und weniger mit Schnee. die Sommer trockener und wärmer. Die Talsperren werden im Frühjahr gut gefüllt sein, sich aber im Sommer schneller leeren, durch Verdunstung und höheren Verbrauch. „Der Klimawandel dürfte sich somit – rein wasserversorgungstechnisch betrachtet - nicht negativ auf die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser im Verbandsgebiet auswirken“, folgert der Wasserverband. Dargestellt werden in dem Konzept Möglichkeiten, mehr Trinkwasservorräte zu speichern:

Neubau einer dritten Talsperre: Nach wie vor sehen alle überregionalen Planungen bis hin zum Landesentwicklungplan den Neubau von Talsperren entweder im Elberndorftal bei Erndtebrück oder im Truftetal bei Bad Berleburg vor.

Zeitlich näher liegt die Erhöhung des Speichervolumens der Obernautalsperre, für die der Wasserverband bereits die Genehmigungsfähigkeit prüfen lässt. Unter dem Stichwort „Ederüberleitung“ wird geprüft, ob durch einen Stollen Wasser aus dem Oberlauf der Eder „beigeleitet“ werden kann — so wie das seit den 1980er Jahren auch schon aus dem Oberlauf der Sieg über den Sieg- und den Sinderbachstollen erfolgt.

Darüber hinaus ist in den Beratungen der Bau einer direkten Doppelleitung zwischen beiden Talsperren Thema, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

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