Stadtentwicklungsausschuss

Netphener Eishalle hat keine Zukunft mehr

Das dürfte Geschichte sein:  An den Neubau einer Eishalle glauben die Mehrheitsfraktionen nicht.

Das dürfte Geschichte sein: An den Neubau einer Eishalle glauben die Mehrheitsfraktionen nicht.

Foto: Steffen Schwab

Netphen.   Im nächsten Jahr sollen 300.000 Euro für den Abriss der Eishalle im Netphener Freizeitpark bereitgestellt werden.

Noch bis 1. Juli 2020 bemüht sich die Stadt, 90 Prozent Fördermittel für die Sanierung der Eishalle zu bekommen. Danach wird der Hebel umgelegt: Denn ebenfalls einstimmig hat der Stadtentwicklungsausschuss am Montag beschlossen, dass im Etat für das nächste Jahr 300.000 Euro für den Abbruch der Anlage bereitstehen sollen.

„Ein trauriger Abschluss“, sagte Alexandra Wunderlich (CDU), „aber das wird sich nicht vermeiden lassen.“ Und zwar unabhängig davon, ob und wann die Stadt doch noch Fördermittel an Land ziehen kann – die wären dann allenfalls für einen Neubau zu verwenden, stellte Baudezernent Erwin Rahrbach klar: „Die Halle, so wie sie da steht, hat keine Zukunft mehr.“ Für das Zeltdach gebe es keine Betriebsgenehmigung mehr, die Eisanlage sei nicht mehr betriebsbereit.

Manfred Heinz (SPD) sah die „mutigen Schritte“ der Ratsmehrheit bestätigt, den Vertrag mit dem Sportpark Siegerland vorzeitig zu beenden und die Trampolinhalle zum neuen Herzstück des Freizeitparke zu machen. An Bürgermeister Paul Wagener, der einerseits die Vorlage unterschrieben habe, andererseits auf Facebook den in dieser Zeitung abgedruckten Leserbrief des ehemaligen Eismeisters verbreite, richtete Heinz die Frage: „Was wollen Sie denn nun?“ Und Vorsitzender Alfred Oehm (CDU) legte nach: Er sei über das „entsetzt, was man im Internet liest. Wir werden hier als die Dummen dargestellt.“

Wagener: Chance verpasst

Er habe den jetzt vorliegenden Vorschlag „schweren Herzens gemacht“, antwortete Paul Wagener und richtete seinerseits Vorwürfe an die Ratsfraktionen: „Wir hätten den Vertrag mit dem Sportpark planmäßig auslaufen lassen können.“ Die Runde der Fraktionsvorsitzenden im Ältestenrat habe es 2015 unterlassen, kurzfristig den Weg zu fünf Millionen Euro Bundesmitteln zu ebnen. „Da haben wir eine Chance verpasst.“ Nur die UWG stellte sich hinter diese Position des Bürgermeisters: „Viele Nadelstiche haben auf Dauer zum Tod des Eissports in Netphen geführt“, sagte deren Fraktionschef Helmut Buttler.

Die Debatte entwickelte sich zunehmend laut und heftig. „Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass hier mal Tacheles geredet wird“, freute sich Paul Legge (CDU), der dem Bürgermeister vorwarf, ein „Träumer“ zu sein. Paul Wagener warf Manfred Heinz (SPD) vor, eine Spielplatzerweiterung in Brauersdorf mit Blick auf den im Freizeitpark für eine Million Euro entstehenden Bewegungspark zu blockieren, obwohl die Ausgabe finanziert sei. Bei einem defizitären Haushalt könne davon keine Rede sein, rief Manfred Heinz: „Wie kann man so was sagen?“ Wagener, so Helga Rock (Grüne), sei „offensichtlich nicht bereit, seinen Teil der Verantwortung zu übernehmen.“ Der Bürgermeister seinerseits wies den Vorwurf des Populismus zurück: „Man sollte sich schon die Wünsche der Bürger vor Augen führen.

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