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Neues Mittelstand 4.0-Kompentenzzentrum in Siegen

Die Wirtschaftsinformatik, angesiedelt in der Fakultät III der Uni Siegen, ist federführend bei der Etablierung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums.

Foto: Hans Blossey

Die Wirtschaftsinformatik, angesiedelt in der Fakultät III der Uni Siegen, ist federführend bei der Etablierung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums. Foto: Hans Blossey

Siegen.   Siegen bekommt ein Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum. Es soll kleinen und mittleren Unternehmen bei der Einführung neuer Technologien helfen.

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Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium gestern mit. Die Einrichtung soll kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Fragen des digitalen Wandels unterstützen und beraten. Das Zentrum wird in Siegen angesiedelt, wo es organisatorisch mit der Universität verbunden werden soll. Die Federführung übernimmt dort der Wirtschaftsinformatiker Prof. Volker Wulf. Er geht von 25 bis 30 Mitarbeitern aus. Der Bund unterstützt das Vorhaben über drei Jahre mit insgesamt fünf Millionen Euro Auch die Fachhochschule Südwestfalen (Meschede) ist mit im Boot.

„Das ist für unsere Region eine hervorragende Entscheidung“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Willi Brase gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Gemeinsam mit anderen Politikern aus Südwestfalen hatte sich Brase für das Kompetenzzentrum stark gemacht.

Unternehmen an Entwicklungen teilhaben lassen

Derzeit existieren bundesweit elf Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren. Dort erhalten Mittelständler praxisnah Informationen über die Digitalisierung und neue Technologien. Das Netzwerk soll nun um zwölf Standorte erweitert werden, von denen einer in Siegen ist. „Die Industrie ist hier sehr stark – und an der Uni ist schon viel gelaufen", sagt Dr. Thomas Ludwig, der am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien die Skizze für den Antrag koordiniert hat. Mit den kleinen und mittleren Unternehmen, die für Südwestfalen – und das Siegerland – prägend sind, „wollen wir die Ergebnisse teilen und gemeinsam mit ihnen die Zukunft der Digitalisierung gestalten“.

Anders als Großkonzerne verfügten KMU für gewöhnlich nicht über eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, könnten von neuen Technologien und Digitalisierung aber sehr profitieren. „Der Mitarbeiter ist dabei zentral wichtig“, betont Ludwig. Vollautomatisierte Produktionsstraßen seien nämlich in erster Linie interessant „wenn man den Massenmarkt mit hochstandardisierten Produkten versorgt“. KMU seien hingegen oft hoch spezialisiert in Nischenmärkten unterwegs, so dass Know-how und mitunter jahrzehntelange Erfahrung der Mitarbeiter unverzichtbar für den Erfolg seien.

Hilfe bei der praktischen Umsetzung

Einerseits können sich Unternehmensvertreter in so genannten Lernwerkstätten an der Uni Siegen – und Partnereinrichtungen – technische Lösungen vorführen lassen. Das Team des Kompetenzzentrums hilft aber auch bei der Implementierung vor Ort im Unternehmen.

Neben technischen seien dabei organisatorische und arbeitswissenschaftliche Aspekte entscheidend, wie Ludwig erläutert – bis zu Fragen des Datenschutzes oder der Sicherheit am Arbeitsplatz. Ziel sei im Hinblick auf die neuen Möglichkeiten „eine sozialverträgliche Einführung“. Noch sind Details zu klären. Ludwig geht aber davon aus, dass das Zentrum bereits im Sommer die Arbeit aufnehmen könnte.

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