Szene

NGG: weiteres Kneipensterben in Siegen-Wittgenstein

Ein Fünftel der Kneipen in Siegen-Wittgenstein hat zwischen 2007 und 2017 geschlossen. Die Gewerkschaft NGG fürchtet, dass die Entwicklung ähnlich negativ weitergehen könnte.

Ein Fünftel der Kneipen in Siegen-Wittgenstein hat zwischen 2007 und 2017 geschlossen. Die Gewerkschaft NGG fürchtet, dass die Entwicklung ähnlich negativ weitergehen könnte.

Foto: NGG

Siegen-Wittgenstein.  Ein Fünftel der Kneipen in Siegen-Wittgenstein hat binnen zehn Jahren geschlossen. Die Gewerkschaft NGG geht von weiterem Kneipensterben aus.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Innerhalb von zehn Jahren haben 81 Gastro-Betriebe im Kreis Siegen-Wittgenstein geschlossen. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin. Demnach machte zwischen 2007 und 2017 jede fünfte Gaststätte, Kneipe oder Eisdiele zu. Zuletzt zählte der Kreis noch 331 gastronomische Betriebe. Die NGG Südwestfalen beruft sich nach eigenen Angaben auf Zahlen des Statistischen Landesamts und warnt vor einem weiteren Kneipensterben.

„Vom Fußballabend in der Bar bis zum Grünkohlessen mit dem Sportverein – die Gastronomie steht für ein Stück Lebensqualität“, sagt NGG-Geschäftsführerin Isabell Mura. Mit den Betriebsschließungen stehe nicht nur ein wichtiger Teil der Alltagskultur auf dem Spiel. Es seien auch etliche Arbeitsplätze in der Region in Gefahr.

Harte Arbeitsbedingungen

Mura macht für den Trend unter anderem die harten Arbeitsbedingungen in der Branche verantwortlich. „Nachts und am Wochenende hinterm Tresen zu stehen, das wollen viele nicht mehr. Deshalb hat die Branche schon heute mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen“, sagt die Gewerkschafterin. Ein entscheidendes Mittel gegen das „Gastro-Sterben“ sei deshalb, die Branche bei Löhnen und Arbeitsbedingungen attraktiver zu machen.

Mit einem Tarifvertrag,der NRW-weit für alle Restaurants und Gaststätten gilt, habe man hier „einen wichtigen Schritt“ gemacht. „Allerdings müssten sich noch viel mehr Gastronomen daran halten“, schreibt die NGG. Darüber hinaus fehle den Wirten oft ein Nachfolger.

Auch Verbraucher in der Verantwortung

„Außerdem müssen sich die Gastronomen gegen Pleiten absichern. Dazu gehört das nötige betriebswirtschaftliche Know-how. Genauso aber originelle Ideen, wie man eine Gaststätte zum Treffpunkt für junge Leute macht.“ Die Gewerkschaft NGG sieht auch die Verbraucher in der Verantwortung. „Statt das Feierabendbier zuhause zu trinken, kann man einfach mal wieder in die Kneipe gehen. Das macht Spaß und ist geselliger“, betont Mura weiter.

In ganz Nordrhein-Westfalen ging die Zahl der Gastro-Betriebe nach Angaben des Statistischen Landesamtes seit 2007 um gut elf Prozent zurück. Von damals rund 28.000 Restaurants, Kneipen und Gaststätten waren im vorletzten Jahr nur noch 24.900 geöffnet.

Mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Siegerland gibt es hier.

Die Lokalredaktion Siegen ist auch bei Facebook.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben