Straßenbau

Noch lange B-508-Baustellen in Hilchenbach und Kreuztal

An der Einmündung der Schweisfurth soll die Hilchenbacher Ausbaustrecke – eigentlich – beginnen oder enden. Möglicherweise wird aber doch noch in Richtung Stadtgrenze weitergebaut

An der Einmündung der Schweisfurth soll die Hilchenbacher Ausbaustrecke – eigentlich – beginnen oder enden. Möglicherweise wird aber doch noch in Richtung Stadtgrenze weitergebaut

Foto: Steffen Schwab

Hilchenbach.  Hilchenbach gibt grünes Licht auch für „seine“ drei letzten Bauabschnitte. Die Anwohner werden für den Ausbau zahlen müssen.

Die Baustelle zieht weiter: Im nächsten Jahr ist der dritte, mit 493 Metern kürzeste Bauabschnitt der B 508 auf Hilchenbacher Gebiet an der Reihe: Zwischen Hammerwerk und Stift-Keppel-Weg wird die sieben Meter breite Fahrbahn erneuert. An bebauten Abschnitten kommen je ein Meter breite Geh- und Radwege an die Seite, an unbebauten ein zwei Meter breiter Radweg. Die Mehrzweckstreifen fallen weg.

Da steht jetzt an

Auf dem 2,7 Kilometer langen Abschnitt auf Hilchenbacher Gebiet arbeiten sich die Straßenbauer von Allenbach aus vor. Im vorigen Jahr wurde der Kreisel gebaut, gerade in Bau ist das 602 Meter lange Stück zwischen Kreisel und Ortsmitte Allenbach. Der wird im nächsten Frühjahr fertig, und dann geht es ohne Unterbrechung weiter bis zum Stift-Keppel-Weg. Eine Informationsveranstaltung für die Anwohner findet am 9. Oktober statt – für Gehwege und Straßenbeleuchtung wird die Stadt Ausbaubeiträge nach dem Kommunalabgabengesetz erheben. Bereits in diesem Jahr soll die Stützmauer zwischen Lindenstraße und Stift-Keppel-Weg erneuert werden, sodass dann 2020 während der Bauzeit der Verkehr weiterhin zweispurig fließen kann. Der Bauausschuss gab jetzt grünes Licht für diesen und die weiteren Bauabschnitte. Mit Problemen beim Grunderwerb für den nächsten Bauabschnitt rechnet Johannes Müller, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßenbau,anders als beim Allenbacher Kreiselbau nicht. Er sei da „sehr zuversichtlich“, sagte er jetzt dem Bauausschuss: Das eine benötigte Grundstück gehört der Stadt, das andere dem Stift.

Das hat sich geändert

2010 habe der Landesbetrieb zum ersten Mal den vorgesehenen Ausbau in Hilchenbach vorgestellt, erinnert Johannes Müller die Hilchenbacher Politiker. Seitdem ist nicht nur viel Wasser die Ferndorf hinuntergeflossen. Auch die Verkehrsverhältnisse haben sich geändert – schon eine Folge der „Mobilitätswende“, glaubt Müller. Offiziell wurden 2015 um die 17.000 Fahrzeuge täglich auf der gesamten Strecke gezählt, darunter 112 Radfahrer. Bei einer neuen Zählung des Landesbetriebs wurden in Kredenbach 309 Radfahrer gezählt. Von denen übrigens 229 auf der Fahrbahn und 80 auf dem Gehweg unterwegs waren.

Im Laufe der Zeit haben sich Wünsche geändert. 2015 hatte die Stadt noch an drei Stellen zusätzliche Parkstreifen bestellt, in der Planung ist inzwischen nur noch einer in Dahlbruch – der beim evangelischen Gemeindehaus in Allenbach wird nicht mehr gebraucht, weil die Kirche auszieht, und der in der Allenbacher Ortsmitte hätte nichts gebracht. Dass in Allenbach mit dem vierten Bauabschnitt begonnen wurde statt in Dahlbruch mit dem ersten, ist auf den Kreiselbau zurückzuführen, der voriges Jahr in Verbindung mit der Sperrung der L-728-Talbrücke realisiert werden konnte. Dass jetzt konsequent weiter flussabwärts gearbeitet wird, hat auch mit dem Wasserverband zu tun. Der werde, „vermutlich in der Bundesstraße“, eine neue Transportleitung bauen, berichtete Johannes Müller. Die Leitung führt von der Talsperre im Richtung Ferndorf und wird die vorhandene Leitung ersetzen oder ergänzen. Die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit der „Wasserkrise“ vor einem Jahr: Damals war eine Hauptleitung, die von der im Ferndorftal jenseits der B 508 liegenden Transportleitung abzweigte, mehrfach gebrochen; in der Folge waren die nördlichen Kreuztaler Stadtteile tagelang ohne Leitungswasser.

Das kommt noch

Das ist der aktuelle Ausbauplan für die B 508:

Auf Kreuztaler Stadtgebiet wird noch bis Mitte 2020 in Ferndorf gebaut, anschließend ist die freie Strecke zwischen Kredenbach und der Firma Eisenbau Krämer an der Stadtgrenze nach Dahlbruch an der Reihe. Für 2021/22 ist der Ausbau der Ortsdurchfahrt Kredenbach vorgesehen, danach dann die freie Strecke von Kredenbach bis zum Abzweig der künftigen Kreuztaler Südumgehung bei McDonalds’ in Ferndorf.

Hilchenbach begann mit dem 4. Bauabschnitt (Allenbach) und macht 2020 weiter mit dem 3. Abschnitt bis zum Stift-Keppel-Weg. Abschnitt 2 schließt sich an; er endet an der katholischen Kirche in Dahlbruch. Dieses Teilstück ist mit 1028 Metern das längste, „dafür brauchen wir auf jeden Fall zwei Jahre“, sagt Johannes Müller, also 2021/22. Bauabschnitt 1 – mit dem ursprünglich einmal begonnen werden sollte – bis zur Schweisfurth ist zum Schluss dran. Das weitere Teilstück am SMS-Gebäude vorbei bis zur Stadtgrenze galt bei Planungsbeginn als intakt; der Straßenzustand hat sich im Laufe der Jahre aber verändert, sodass möglicherweise auch dort noch gebaut werden muss. Projektleiter Johannes Müller: „Man denkt darüber nach.“

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