Schulen

Offener Ganztag soll in Siegen „13 Plus“ überall ablösen

Dass schon mittags die Stühle hoch gestellt werde, gilt allenfalls noch für jeden zweiten Grundschüler in Siegen.

Dass schon mittags die Stühle hoch gestellt werde, gilt allenfalls noch für jeden zweiten Grundschüler in Siegen.

Foto: Jennifer Wirth

Siegen.   Gemeinsamer Antrag aller Fraktionen. Jung-Stilling-Schule will schon 2018 umstellen

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Zwölf von derzeit noch 21 Grundschulstandorten im Siegener Stadtgebiet sind offene Ganztagsgrundschulen (OGS), acht weitere haben Betreuungsangebote „13 Plus“. Diese sollen nun auch zu offenen Ganztagsgrundschulen werden. Das fordern alle sieben Ratsfraktionen in einem gemeinsamen Antrag, über den der Schulausschuss am Donnerstag, 25. Januar, berät. Begründet wird dies mit der „erweiterten Professionalität“ und der höheren Landesförderung.

Vorangehen will die Weidenauer Jung-Stilling-Grundschule, die ihre Umstellung zum Beginn des nächsten Schuljahrs beantragt. Bisher hat die Schule nur einen Betreuungsraum sowie einen Speiseraum mit angegliederter Essensausgabe im Kellergeschoss. Damit sowie mit einem weiteren Mehrzweckraum und einem Werkraum wird sich die neue OGS in einem Provisorium begnügen müssen. Zum Beginn des Schuljahrs 2020/21 könnte der Anbau stehen: Die Schule braucht insgesamt fünf Betreuungsräume, Küche, Speiseraum und ein Büro für die OGS-Leitung, darüber hinaus aber auch für den Unterricht vier zusätzliche Klassen- und zwei Verwaltungsräume. Baubeginn, so die Verwaltung in ihrer Vorlage, könne frühestens im Frühjahr 2019 sein — das Arbeitsprogramm für die Vielzahl der Baumaßnahmen, die über das Landesprogramm Gute Schule 2020 und über Bundesmittel aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz finanziert werden sollen, ist groß. Das mit der Baubetreuung beauftragte zusätzliche Personal muss die Stadt erst noch einstellen.

Fast jedes zweite Kind ist dabei

Das Land fördert die OGS mit 789 Euro je Kind und Schuljahr, bei sonderpädagogischem Förderbedarf sowie für neu zugewanderte Flüchtlingskinder mit 1575 Euro. Außerdem wird je 25 Kinder eine Lehrkraft mit einer Fünftelstelle bewilligt, in Geld umgewandelt — macht das je Kind 266 Euro aus, bei Förderkindern 551. Die Schule rechnet damit, dass insgesamt 69 Kinder am offenen Ganztag teilnehmen werden; das wäre etwa ein Drittel der Schülerschaft. Diese Zahl entspricht auch der Teilnahme an „13 Plus“ im letzten Schuljahr.

Stadtweit hatte die Nachmittagsbetreuung 2016/17 eine Teilnahmequote von 28,25 Prozent mit sinkender Tendenz. Für den offenen Ganztag dagegen errechnet die Verwaltung derzeit eine Beteiligung von 47,36 Prozent aller Schüler, die das Angebot nutzen können — hochgerechnet auf die ganze Stadt sind das 28,83 Prozent. Für alle Betreuungsformen erhebt die Stadt Beiträge, sofern die Eltern über ein Einkommen von mehr als 30 000 Euro im Jahr verfügen: mindestens 45 Euro pro Monat für 13 Plus oder zwei Wochentage im flexiblen Ganztag, mindestens 40 Euro für die OGS.

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