Theater

Ohnsorg-Theater begeistert Publikum in Wilnsdorfer Aula

Gemeinsames Video-Gucken ist nicht für alle Jungbauern in der Ohnsorg-Inszenierung ein ästhetischer Genuss. Das Internet ist eben immer noch Neuland für viele...

Gemeinsames Video-Gucken ist nicht für alle Jungbauern in der Ohnsorg-Inszenierung ein ästhetischer Genuss. Das Internet ist eben immer noch Neuland für viele...

Foto: Michael Kunz

Wilnsdorf.   Wenn vier Landwirte um zwei Frauen werben, dann geht es heiß her. „Landeiner - Bauern suchen Frauen“ übt humorvoll Gesellschaftskritik.

„Meine Eltern haben das früher immer im Fernsehen gesehen“, sagt eine Frau. Jetzt gehört sie selbst zum Publikum des Ohnsorg-Theaters in der Wilnsdorfer Schul-Aula. In den vergangenen Jahren wurden dort oft Klassiker neu inszeniert – diesmal gab es ein eher unbekanntes Stück: „Landeier – Bauern suchen Frauen“.

Das Stück

Frederik Holtkamps Stück hatte 2011 im Neuen Theater Hannover Premiere, war 2015 im „Ohnsorg“ zu sehen, ist nun von 10. Dezember bis 21. Januar in der Inszenierung von Sandra Keck auf Tour.

Holtkamp erzählt die Geschichte dreier Bauern aus der Provinz, die außer Arbeit und dem täglichen Besuch in der Dorfkneipe von Lütjenbüll wenig Farbe – und Frauen – im Leben haben.

Die Inszenierung

Das Stück spielt mit vielen Klischees, einschließlich eines ersten Stripversuchs. Holtkamp baut aber auch Gesellschaftskritik ein, wenn er die Probleme von Landwirten schildert, im Vorschriftendschungel, mit ständigem Preisdruck ein Auskommen zu erzielen.

Eine Frau soll freiwillig dieses schwierige Leben teilen? „Warum verkauft ihr nicht einfach?“, wird gefragt. 300 Jahre Tradition einfach wegwerfen, das gehe nicht einfach mal so.

Die Geschichte

Die Frauen verderben doch nur den Spaß, mit ihrem Gemecker, ihren Aufforderungen zum Aufräumen und ordentlich sein, „da fahr ich doch lieber Trecker“, findet einer der drei Bauern.

Die haben zumeist heimlich schon alles versucht, mit Anzeigen in der heimischen Postille, mit einer „seriösen Partnerschaftsvermittlung in Bratislava“ – genutzt hat es alles nichts.

Vielleicht war es auch nicht hilfreich, dass Jens die Daten seines Vetters, Biobauer Jan (Markus Gillich), benutzt und dazu ein Foto von Altrocker Hein auf dessen Trike eingeschickt hat.

Also müssen andere Methoden her. Gut, dass es auf einmal zumindest zwei Frauen in Lütjenbüll gibt, die finden, dass die Typen doch irgendwie an die Frau gebracht werden können.

Schon Hein hat den Herren, zu denen auch Rennradler Richard (Tim Ehlert) gehört, geraten, es mal mit Facebook zu versuchen, Fotos und Videos ins Netz zu stellen. Die ersten Versuche misslingen allerdings – bis die Damen die Regie übernehmen.

Die bringen die Jungbauern dazu, einen Striptease beim Bügeln und Backen hinzulegen, der das Publikum in Wilnsdorf zu lauten Jubelstürmen hinreißt und zu einem, wenn auch begrenzten, Happy End führt. Weil es ja nur zwei Frauen und vier Herren gibt.

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