Kooperation

Palästinensische Studenten entwickeln essbaren Löffel in Siegen

Die Studenten aus dem Westjordanland haben in Siegen an ihren Projekten gearbeitet – und eine erste Lösung für das Müllproblem dort entwickelt: einen essbaren Löffel.

Die Studenten aus dem Westjordanland haben in Siegen an ihren Projekten gearbeitet – und eine erste Lösung für das Müllproblem dort entwickelt: einen essbaren Löffel.

Foto: Universität Siegen

Siegen.  Eine internationale Forschungsgruppe arbeitet in Siegen und im Westjordanland an lokalen Problemen. Erster Ansatz: Das Müllproblem in Ramallah bekämpfen.

Eine internationale Forschungsgruppe von Studenten arbeitet in Siegen an lokalen Problemen des Westjordanlandes. Im April waren zehn Studenten der Uni Siegen zu Gast an der Universität Birzeit, nun sind 13 Kommilitonen aus dem Nahen Osten im Siegerland.

Im Rahmen des Austauschprojekts „Yallah“ (You are all hackers), sollten die Studenten lokale Problemstellungen bearbeiten. Unter anderem haben sich die Siegener um die Müllproblematik, den Umgang mit behinderten Menschen und den Computer Club in einem Flüchtlingslager in Ramallah gekümmert.

Die Studierenden kommen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen: Sprachen, Architektur, Informatik. May Abdel Rahim (22) und Renad Khatib (22) haben gerade den Bachelor in Informatik an der Uni Birzeit gemacht. Die jungen Frauen sind zum ersten Mal in Deutschland und Europa.

Bewusstseinswandel anstoßen

Beeindruckt sind sie von der Natur. „Alles ist so grün, die Wälder und das viele Wasser.“ Die Palästinenserinnen meinen die Sieg und den Rhein – aber auch die Selbstverständlichkeit, jederzeit den Wasserhahn aufdrehen zu können. In ihrer Heimat ist Wasser knapp und kostbar.

May Abdel Rahim arbeitet in der Projektgruppe „Umwelt/Müll“ mit. In den palästinensischen Gebieten waren den deutschen Studenten die vielen Plastiktüten aufgefallen. „Die gibt es bei uns kostenlos“, sagt May, „es macht sich niemand Gedanken über Müll.“ Bei Einkäufen in Deutschland fiel ihr auf: „Für jede Tüte muss man zahlen, also bringen viele Kunden eigene Beutel mit. So einen Bewusstseinswandel müssen wir bei uns erst anstoßen.“

Siegener Unternehmen hat Interesse

Das gilt auch für das Plastikbesteck in der Mensa der Uni Birzeit. Nun soll eine Alternative her: Ein essbarer Löffel. Der Prototyp des Löffels ist fertig, im Fab Lab, dem Kreativlabor der Uni am Campus Unteres Schloss, wurde jetzt eine Gussform entwickelt. Ein Siegener Unternehmen hat bereits Interesse an den Löffeln signalisiert.

Renad Khatib hat sich um Kinder in einem Flüchtlingslager gekümmert: „Die Kinder freuen sich so sehr und sind dankbar für das Angebot“, sagt die 22-Jährige. Renad Khatib sagt: „Ich habe bisher immer gedacht, ich lebe in Sicherheit. Trotz der schwierigen Lage in unserem Land, weil ich es nicht anders kannte. Jetzt weiß ich erst, was es heißt, in Sicherheit und frei zu leben. Ihr habt hier solches Glück.“

Folgen Sie der Westfalenpost Siegen auch auf Facebook.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben