Unglück

Pfannenexplosion: Trauerstätte für Opfer der Alcher Tragödie

Viele Menschen haben in der Nähe des Unglücksorts Kerzen und Blumen niedergelegt.

Viele Menschen haben in der Nähe des Unglücksorts Kerzen und Blumen niedergelegt.

Foto: Rene Traut

Alchen.  „Das Alchen nach diesem Unglück wird ein anderes sein als davor“, sagt Pfarrer Oliver Günther. Das Dorf kämpfe darum, das Geschehen zu bewältigen

Nach der Explosion beim Backesfest mit einer Toten und fünf Schwerverletzten in Alchen haben zahlreiche Menschen Blumen und Kerzen in der Nähe der Unglücksstelle niedergelegt. Der Zustand einer schwer verletzten Frau galt auch am Mittwoch noch als kritisch.

Der Aufgang zum Backes ist weiterhin gesperrt. In einem an der Trauerstätte platzierten Schreiben werden die Dorfbewohner dazu aufgerufen, sich von den schlimmen Ereignissen nicht entmutigen zu lassen und zum Heimat- und Verschönerungsverein (HuV) zu stehen.

Zuspruch für den Alcher Heimat- und Verschönerungsverein

Bei dessen Aktivitäten der vergangenen Jahrzehnte und den anstehenden Planungen sei stets versucht worden, „unserem schönen Dorf und dessen Menschen Gutes zu tun, die Gemeinschaft zu fördern und das Leben hier einfach schön zu machen. Daran darf sich auch jetzt nichts ändern!“, heißt es dort.

„Nun liegt es an uns, in diesen schockierenden, verstörenden und harten Tagen, Wochen und Monaten zum unserem HuV und seinen lieben Mitgliedern zu halten, egal was geschieht.“ Das Schreiben endet mit den Worten: „Alchen – unser Dorf. Wir Öalcher schaffen das!“

Pfarrer Oliver Günther: Alle sind in irgendeiner Weise betroffen

Der Ort mit seinen rund 1800 Einwohnern kämpfe nun gemeinsam darum, das Geschehen zu bewältigen und zum Alltag zurückzukehren, sagt Pfarrer Oliver Günther. „Das Alchen nach diesem Unglück wird ein anderes sein als davor. Es gibt hier keinen Menschen, der nicht in irgendeiner Weise betroffen ist.“

Unterdessen dauern die Ermittlungen zum Unglück an. Die Polizei rechnet nicht damit, dass sich noch weitere Besitzer einer solchen Bratpfanne melden, warnt aber vor möglichen Gefahren, die von den Geräten ausgehen können. Auch wer die Pfanne konstruiert hat und ob es überhaupt weitere Geräte gibt, ist nach wie vor unklar.

Suche nach der genauen Ursache geht steht noch aus

Die Untersuchungen zur genauen Ursache der Explosion stehen noch aus. Öl war aus der doppelwandigen Pfanne in die Gasflamme darunter ausgetreten, weil sich das Metall verformt hatte und Risse entstanden waren – so kam es zur Verpuffung mit der gewaltigen Stichflamme.

Die Polizei hatte nach ersten Analysen betont, dass das Gerät sehr hochwertig gefertigt war. Eine mögliche Erklärung könnte Materialermüdung sein – die Pfanne war wohl seit mehreren Jahren schon in Betrieb. Ebenso könnte ein Bedienfehler wie ein falsch eingestelltes Überdruckventil das Bersten der Pfanne verursacht haben.

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