Musik

Philharmonie Südwestfalen: Nächste Saison vorerst ohne Chef

Andreas Müller, Michael Nassauer und Hilchenbachs Bürgermeister Holger Menzel haben sichtlich Vorfreude auf das neue Programm. 

Foto: Michael Kunz

Andreas Müller, Michael Nassauer und Hilchenbachs Bürgermeister Holger Menzel haben sichtlich Vorfreude auf das neue Programm.  Foto: Michael Kunz

Hilchenbach/Siegen.   Charles Olivieri-Munroe wurde als Dirigent verabschiedet. Ein Nachfolger fehlt. Gründe zur Vorfreude auf die kommende Spielzeit gibt es trotzdem.

109 Konzerte stehen ab Herbst für die Philharmonie Südwestfalen auf dem Programm. So ist es im neuen Spielzeitbuch dokumentiert Landrat Andreas Müller nutzte die Vorstellung, um als Vorsitzender des Trägervereins allen Verantwortlichen für die anhaltend gute Arbeit zu danken und zugleich auch dem Chefdirigenten Charles Olivieri-Munroe, der jetzt in Kreuztal nach dem Ende seiner siebten Spielzeit verabschiedet wurde.

Die Alten

„Lieber 30 Minuten zu früh als drei Minuten zu spät“, zitierte Müller den Mann am Taktstock, der vielleicht ja in der Zukunft als Gast wieder einmal im Siegerland zu erleben sei. „Wir lassen unsere Chefdirigenten nicht los“, fügte er an, auch mit Blick darauf, dass Russell Harris in der kommenden Spielzeit ebenso wieder einmal auf dem Pult stehen wird, wie Neil Varon. Der hatte den Posten des Chefdirigenten von 1987 bis 1991 inne. Beide „Veteranen“ werden im Frühjahr zu erleben sein.

Die Neuen

Bis dahin soll auch feststehen, wer die künstlerische Ausrichtung des Orchesters als Nachfolger von Charles Olivieri-Munroe antritt. Aus 180 Bewerbungen seien rund 30 ausgefiltert worden. 27 Personen hätten sich danach persönlich in Hilchenbach vorgestellt. Inzwischen seien noch sieben Namen im Spiel. Die letzten drei haben im November und Dezember an drei Terminen Gelegenheit, den Klangkörper im Apollo zu dirigieren und sich auf diese Weise auch dem Publikum zu präsentieren.

Bis Weihnachten werde es dann wohl eine Entscheidung geben, glaubt Müller. Wann der oder die „Neue“ allerdings die Arbeit aufnehme, hänge von unterschiedlichen Faktoren ab. Michael Nassauer plant derweil noch bis Sommer 2020 weitgehend ohne Chefdirigenten. Wie stark dessen Präsenz in der Region dann ausgeprägt sei, hänge von den subjektiven Gegebenheiten ab, ergänzte Andreas Müller.

Charles Olivieri-Munroe habe das Orchester insgesamt 161 Mal geleitet, 124 Konzerte davon im Kreis Siegen-Wittgenstein gegeben. Das spreche eigentlich gegen die Vorwürfe, dass der Chef zu wenig in der Region präsent war. Ohnehin sei es für die Entwicklung wichtig, mit Gastdirigenten zu arbeiten, betonte der Intendant. Dazu kämen viele Auftritte etwa auswärts, „wo uns die Dirigenten fest vorgegeben sind“.

Die Jungen

Gelegentlicher Kritikpunkt ist die Zahl der Auftritte pro Spielzeit. 109 Konzerte seien aber die äußerste Grenze. Mehr gehe nicht, waren sich Nassauer und Müller einig. Wichtig fand Müller di e Schulkonzerte zur Gewinnung neuer Hörergenerationen. Insgesamt würden so rund 10 000 Kinder erreicht, „das ist schon ziemlich beispiellos.“

Eine ähnliche Funktion hatte in der vergangenen Spielzeit das erste Programm mit Computerspielmusik, das ein völlig neues Publikum ins Apollo gebracht habe. Anfangs sei er erschrocken gewesen, „weil gar keine Reaktionen kamen“, blickte Michael Nassauer zurück. Er habe dann aber schnell gemerkt, dass viele eben das erste Mal in einem Theater waren und „gar nicht wussten, wie sie reagieren sollten“. Dafür hätten sie sehr genau bei den Stücken gehört, „in welchem Level wir gerade waren“. Im Oktober wird es wieder ein solches Angebot geben.

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